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Wöchentliche Marktberichte

Nov 11, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Der Tag nach dem Höhenflug der Börsen

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Der forschungstechnische Durchbruch beim Coronavirus-Impfstoff konnte den Märkten einen starken Wochenauftakt verschaffen. Einen Tag nach der Euphorie herrscht jedoch wieder leicht verhaltene Stimmung. Realwirtschaftliche Probleme rücken erneut ins Zentrum des Diskurses, während Marktteilnehmer zur Realisierung kommen, dass die Bestätigung und Distribution eines Impfstoffes noch auf sich warten lassen wird. Die europäischen Börsen können an die Gewinne vom Montag anknüpfen, wenn auch in geringeren Ausmaßen. In den Vereinigten Staaten notieren die drei großen Aktienleitindizes, angeführt durch Verluste der Technologiewerte, niedriger. Am Währungsmarkt kann keine allgemeine Tendenz festgestellt werden, zumal die Bewegungen uneinheitlich ausfielen. Der frühzeitige Jubel über die von Pfizer und Biontech veröffentlichten Teststudien war zwar berechtigt, da es die wirtschaftlichen Prognosen für das nächste Jahr maßgeblich verändert könnte. Eine Lösung für die unmittelbaren Probleme in Europa liefert dies jedoch nicht.

Eines dieser Problemfelder liegt in der zweiten Infektionswelle am alten Kontinent. In den meisten größeren europäischen Volkswirtschaften wurden bereits Vorkehrungen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens getroffen, um das Ausmaß des Infektionsanstiegs zu minimieren. Die zweite Lockdown-Phase wird auch in ihrer weniger restriktiven Form, welche derzeit in Europa praktiziert wird, nicht ohne Kosten auskommen. Das französische Finanzministerium geht davon aus, dass dieSperrmaßnahmen französische Firmen 15 Milliarden Euro pro Monat kosten könnten. Laut der italienischen Regierungen belaufen sich die Kosten in der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf knapp 10 Milliarden Euro. Ein Lockdown über die Wintermonate würde bereits die von Brüssel festgesetzte (in diesem Jahr aufgehobene) Fiskalregel von drei Prozent sprengen.

In der Zwischenzeit laufen die Pandemie-Arbeitsschutzprogramme in Großbritannien aus, eine Tatsache, welche viele Briten in die Arbeitslosigkeit drängt. Allein im dritten Quartal haben sich ein wenig mehr als 214 Tausend Menschen arbeitslos gemeldet. Echtzeitindikatoren wie die Mobilitätsdaten von Google deuten auf eine Verlangsamung der Wirtschaftserholung in Europa, eine Tatsache, welche von der europäischen Notenbank bei dem nächsten Treffen im Dezember sicherlich berücksichtigt werden wird.

Währungsüberblick

EUR – Die europäische Gemeinschaftswährung, wie auch die meisten anderen Währungen, befindet sich derzeit im Spannungsfeld zwischen dem Optimismus internationaler Investoren auf einer Seite und den steigenden Infektionsraten am Kontinent auf der anderen Seite. Letzteres könnte den Euro kurzfristig unter Druck setzen, auch wenn Marktteilnehmer ihren längerfristigen bullischen-bias für die Währung noch nicht aufgeben möchten.

USD – Der US-Dollar beendet den gestrigen Handelstag nur marginal im Minus. Angesichts einiger offener Fragen bezüglich des am Montag angekündigten Coronavirus-Impfstoffs hielten sich die Kapitalabflüsse aus der Leitwährung in Grenzen.

GBP – Marktteilnehmer scheinen langsam wieder die Möglichkeit der Aushandlung eines EU-UK Handelsabkommens einzupreisen. Vor dem Hintergrund der positiven Impfstoff-Nachrichten lassen die Arbeitsmarktdaten das Pfund kalt. Insbesondere nachdem sich britische Offizielle optimistisch über die Möglichkeit geäußert haben, ein Handelsabkommen vor der Frist zu bestätigen. EUR/GBP fällt zum ersten mal seit September unter die 0,90-Marke.

CHF – Alle drei Safe-haven Währungen scheinen noch von der Kapitalverlagerung in risikoreiche Anlagen betroffen zu sein, welche am Montag begonnen hatte. EUR/CHF kann sich den zweiten Tag infolge festigen und findet somit ein eineinhalbmonatiges Hoch.

CEE – Die gestrige Gewinnmitnahme zog die zentraleuropäischen Währungen in unterschiedlichem Ausmaß in Mitleidenschaft. Die tschechische Krone war von den gestrigen Geschehnissen wenig bis kaum berührt und verzeichnet die neunte tägliche Abwertung infolge. Der russische Rubel und der polnische Zloty geben einen Teil der am Montag erlangten Gewinne zurück.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Christine Lagarde spricht (14:00)


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