Wöchentliche Marktberichte

Nov 06, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Märkte rücken es sich ins positive Licht

DAILY

I m Rahmen der US-Präsidentschaftswahl werden die „Täglichen Marktnachrichten“ in dieser Woche als Sonderausgaben präsentiert, in welchen wir uns an den ersten beiden Tagen der Woche mit den Prognosen und Markterwartungen befassen und im Anschluss auf die ersten Reaktionen an den Märkten eingehen werden.

Die Märkte scheinen zufrieden gestellt

Obwohl Joe Biden seine Führung im Rennen um die US-amerikanische Präsidentschaft am dritten Tag der Stimmauszählung festigen konnte, ist offiziell noch keine Entscheidung gefallen. Alle drei noch zur Verfügung stehenden Bundesstaaten, in denen der amtierende Präsident die Führung innehält, sind von einer Überholjagd vom demokratischen Kandidaten gefährdet. Arizona und Nevada, die beiden Staaten, in welchen Joe Biden vorne liegt, scheinen umgekehrt für Donald Trump jedoch kaum noch erreichbar zu sein. Laut den Wahlbehörden in Nevada könnte die Auszählung bis zum 12. November andauern, eine Tatsache, welche in Kombination mit den Klagen von Donald Trump in Michigan und Wisconsin zu politischen Komplikationen führen könnte. Eine inoffizielle Bestätigung des Wahlsiegers könnte jedoch bereits heute folgen. Joe Biden braucht nur noch einen Bundesstaat, um sich den Sieg zu sichern.

Die Märkte scheinen in der Zwischenzeit relativ unberührt von den gestrigen Ereignissen zu sein. Der feste Glaube an den Sieg des Demokraten und seinen Einzug ins Weiße Haus treibt die globalen Börsen nach oben. Die Ernüchterung über die ausgebliebene blaue Welle und den Sieg der Republikaner im Senat reden sich Investoren und Anleger schön. Mit dieser Konstellation erhalten sie  nämlich zwei positive Faktoren. Zum einen wird eine Abkühlung der globalen handels- und geopolitischen Anspannungen erwartet. Zum anderen verweisen technologielastige Investoren auf die geschrumpfte Wahrscheinlichkeit einer drastischen Steuererhöhung und einer Auflösung der Monopole in der US-Technologiebranche. Die Märkte versuchen sich derzeit  einen roten Faden zusammenzureimen, welcher weitere Aufwärtsbewegungen rechtfertigen würde. Die Narrative des „positiven Wahlausgangs“ scheint fürs Erste, drei Tage nach dem Beginn des ersten Urnengangs im Bundesstaat Vermont, zu dominieren.

Der US-amerikanische Aktienleitindex festigt sich den vierten Tag infolge und ist nun mehr als sechs Prozent über den Vorwahlniveaus. Der deutsche DAX schließt sich dem globalen Sentiment an und legt innerhalb der ersten Tage im November mehr als acht Prozent zu. Die klaren Gewinner scheinen an den Währungsmärkten der australische Dollar, der polnische Zloty und die tschechische Krone zu sein. Alle drei Valuten festigen sich den sechsten Tag infolge. Die beiden zentraleuropäischen Währungen stehen vor wichtigen Barrieren, welche in den kommenden Tagen genauer beobachtet werden müssen.

Die Welt dreht sich weiter, auch nach den US-Wahlen

Obwohl die ungewöhnlich angespannte Lage nach den Wahlen jegliche Aufmerksamkeitsverlagerung verhindert hat, blieb der gestrige Tag nicht ohne geldpolitische und ökonomische Entwicklungen. In insgesamt drei Ländern fanden sich die jeweiligen Währungshüter zusammen, um die eigene Geldpolitik neu zu beurteilen. Auch ohne Zinsveränderungen konnten sich Marktteilnehmer ein relativ gutes Bild über die Haltung der jeweiligen Notenbank machen.

  • Tschechien: Die Notenbank sieht laut den jüngsten Prognosen und einer einprozentigen Revision nach oben eine Wirtschaftsabkühlung von 7,2 Prozent für 2020 vor. Die durchschnittliche Inflationsrate im nächsten Jahr von 2,2 Prozent Jahr scheint der Notenbank die Möglichkeit für Zinserhöhungen zu geben. Die Währungshüter scheinen drei Straffungen im nächsten Jahr zu signalisieren, eine Tatsache, welche von diversen Analysten und Ökonomen als unrealistisch abgestempelt wurde. Nichtsdestotrotz könnte die Krone trotz der Unsicherheiten rund um das Coronavirus am europäischen Kontinent gestärkt in das neue Jahr gehen.
  • Großbritannien: Brexit-Unsicherheiten und eine schwerwiegende zweite Infektionswelle machen der britischen Ökonomie zu schaffen. Die Währungshüter sprechen sich jedoch klar gegen weitere Zinssenkungen in den negativen Bereich aus. Ein Ausweitung des Staatsanleihenkaufprogramms soll jedoch unterstützend wirken. Die Notenbank bestätigte den Märkten noch vor Handelsbeginn weitere 150 Milliarden britische Pfund. Diesen sollen im Rahmen der quantitativen Lockerung in Staatsanleihen fließen.
  • Vereinigte Staaten: Die wichtigste Notenbank der Welt bestätigt ihre lockere Haltung und führt keine signifikanten Änderungen an der eigenen Geldpolitik durch. Präsident Jerome Powell bestätigte die Bereitschaft und Fähigkeit, der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Die zweite Infektionswelle wird die Regierung jedoch unter Zugzwang setzen, fiskalische Impulse zu setzen. 

Globale Risikoereignisse des Tages

  • PL: Zinsentscheidung (13:00)
  • US: Arbeitsmarktbericht (14:30)


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