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Wöchentliche Marktberichte

Nov 04, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Alles andere als ein Spaziergang – Wahlergebnis bleibt offen

DAILY

I m Rahmen der US-Präsidentschaftswahl werden die „Täglichen Marktnachrichten“ in dieser Woche als Sonderausgaben präsentiert, in welchen wir uns an den ersten beiden Tagen der Woche mit den Prognosen und Markterwartungen befassen und im Anschluss auf die ersten Reaktionen an den Märkten eingehen werden.

Marktentwicklungen vor Wahlschluss

Mit dem Beginn der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in den Vereinigten Staaten kamen plötzlich erneut die Bullen aus ihren Höhlen, um sich für einen breiten Sieg der Demokraten zu positionieren. Mit der vor solch relevanten politischen Wahlen sonst unüblichen Abschwächung der Börsenvolatilitäten – VIX fällt um ganze vier Prozent – verlagerte sich die Aufmerksamkeit auf risikoreichere Anlagen. Die globalen Börsen und allen voran der deutsche Leitaktienindex gingen gestärkt in den Endspurt des Wahlprozesses und auch Schwellenländerwährungen konnten von den Markterwartungen eines demokratischen Siegeszugs profitieren. Global gesehen waren die zentraleuropäischen Valuten diesmal aufgrund der schwachen Entwicklung der letzten Wochen sogar ganz vorbei dabei. Trotz der positiven Gemütslage und der schwachen Börsenvolatilität notierte die Schwankungserwartung bei den meisten Währungspaaren an erhöhten Niveaus. Die implizite Volatilität des chinesischen Yuan ist im Rahmen der Absicherungsversuche diverser institutioneller Investoren auf ein 9-Jahres-Hoch gestiegen. Wie ein Blick auf den Wahlabend zeigt, scheint sich die Vorsicht einiger Marktteilnehmer bewährt zu haben.

Ein demokratischer Siegeszug war der gestrige Abend keiner. Relativ früh hatte sich herauskristallisiert, dass es ein enges Rennen werden wird. Bei den Demokraten schlich sich nach der Verkündung der ersten Wahlergebnisse die Nervosität in die eigenen Reihen, insbesondere da die von den meisten politischen Analysten und Marktteilnehmern erwartete demokratische Siegeszug nicht eingetroffen ist. Der amtierende Präsident geht in dem wichtigen Bundesstaat Florida in Führung und auch das umkämpfte Ohio deutet auf eine Favorisierung des Amtsinhabers. In diversen Bundesstaaten und „Swing States“ wie Arizona und  Pennsylvania könnte die Wahlkartenauszählung mehrere Tage in Anspruch nehmen. Bislang führt der demokratische Joe Biden mit 224 zu 213, doch die Wahl könnte in beide Richtungen schwingen. Das Wahlergebnis bleibt somit offen und lässt beide Kandidaten zittern, auch wenn die derzeitige Konstellation der Bundesstaaten Biden den Vorteil gibt.

Die Stimmung an den asiatischen Märkten und der vorbörsliche Handel in Europa ist ersichtlich angeschlagen. Die Märkte scheinen die Wahrscheinlichkeit einer angefochtenen Wahl erneut als mögliches Szenario in die Überlegungen einzubeziehen. Die europäische Gemeinschaftswährung, wie auch die meisten anderen Währungen, befindet sich derzeit im Spannungsfeld zwischen dem Optimismus internationaler Investoren auf einer Seite und den steigenden Infektionsraten am Kontinent auf der anderen Seite. Letzteres könnte den Euro unter Druck setzen. Nach sechs täglichen Abwertungen infolge fängt sich EUR/USD zumindest wieder und prallt von der dreimonatigen Unterstützungslinie bei 1,1620 ab. Doch die morgendlichen Bewegungen deuten auf Widerstand bei der Aufwärtsbewegung. Heute Morgen notieren die meisten risikoreichen Währungen nach soliden Entwicklungen vor den Wahlen niedriger. Nun bleibt der weitere Verlauf der Wahlen abzuwarten.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Einkaufsmanagerindex - Dienstleistungssektor (09:55)
  • US: ADP Arbeitsmarktbericht (14:15)
  • US: Einkaufsmanagerindex - Dienstleistungssektor (16:00)


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