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Wöchentliche Marktberichte

Nov 03, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wahltag

DAILY

Im Rahmen der US-Präsidentschaftswahl werden die „Täglichen Marktnachrichten“ in dieser Woche als Sonderausgaben präsentiert, in welchen wir uns an den ersten beiden Tagen der Woche mit den Prognosen und Markterwartungen befassen und im Anschluss auf die ersten Reaktionen an den Märkten eingehen werden.

Marktzusammenfassung

Trotz der starken Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten und der Eurozone beendeten die Aktienleitindizes der beiden Regionen am Freitag die schwächste Woche seit dem Abverkauf im März. Einen Tag vor den US-amerikanischen Wahlen können sich die globalen Börsen, Gold und der US-Dollar nochmal festigen. Schwellenländerwährungen gehen geschwächt in die Woche, wobei die zentraleuropäischen Valuten die Erholung, welche letzten Donnerstag begonnen hatte, auch gestern fortsetzen. Der Ölpreis fiel kurzzeitig auf ein 5-Monats-Tief, während EUR/USD den sechsten Tag infolge abwertet.

Überblick der US-Wahlen

Am heutigen Tag werden in der größten Volkswirtschaft der Welt der Präsident und ein großer Teil der Parlamentarier der beiden legislativen Kammern gewählt. Im Senat (Oberhaus) stehen 35 der 100 Senatoren zur Wahl, während im Haus der Repräsentanten (Unterhaus) alle 435 Sitze neu besetzt werden. Somit ergeben sich diverse Konstellationen, welche die Märkte unterschiedlich beeinflussen würden. Der jüngste und wichtigste Treiber der globalen und insbesondere US-amerikanischen Anlagenpreise war die Hoffnung auf weitere fiskalische Maßnahmen in Form eines Stimuluspakets. Zu diesem ist es vor den Wahlen aufgrund unzähliger Meinungsdifferenzen der beiden Parteien nicht gekommen.

Sollte sich eine Partei die Mehrheit in beiden Kammern und den Präsidenten sichern, wird der Bestätigung der staatlichen Hilfsmittel wohl wenig im Weg stehen, was an sich bereits einen Risikofaktor eliminieren würde. Die Positionierung vor der Wahl deutet darauf hin, dass sich die Märkte am meisten über eine demokratische Welle (Demokraten holen sich die Mehrheit bei allen drei Wahlen) erfreuen würden. In diesem Fall könnte Spielraum für Aufwertungen risikoreicher Währungen geschaffen werden. Eine Wiederwahl des amtierenden Präsidenten, Donald Trump, und die republikanische Mehrheit in zumindest einer der beiden Kammern könnte insbesondere sichere Währungen wie den US-Dollar und den japanischen Yen festigen.

Auch wenn der heutige Wahltag einen symbolischen Stellenwert innehält – da die ersten Hochrechnungen verkündet werden und heute Nacht eine Entscheidung fallen könnte – wurden bereits mehr als 90 Millionen Stimmen abgegeben. Wenn man sich an die Wahlbeteiligung von vor vier Jahren richtet, haben knapp 65 Prozent der Wähler längst abgestimmt. Die unüblich hohe Zahl der Wahlzettel könnte insbesondere bei einem engen Ergebnis eine entscheidende Rolle im Wahlprozess einnehmen und die Verkündung des neuen Präsidenten mehrere Tage in die Länge zögern.

Erster Kollateralschaden: Der russische Rubel

Die tendenzielle makroökonomische Unterbewertung des russischen Rubels scheint die Währung nicht vor kurz- und mittelfristigen Schwächeanfällen zu schützen. Das globale Sentiment hat die Märkte fest im Griff und gibt der angeschlagenen Risikobereitschaft freien Lauf, was sich unmittelbar in einer Abwertung risikobehafteter Währungen niederschlägt. Dieses Schicksal teilt der Rubel mit diversen anderen Schwellenländerwährung, bleibt in dieser Kategorie jedoch mit unter den schwächsten Performern des gesamten Jahres. Neben den steigenden Covid-19 Fallzahlen und erneut sinkenden Ölpreisen gehen Marktteilnehmer davon aus, dass ein Sieg des demokratischen Kandidaten bei den heutigen Präsidentschaftswahlen negativ für die Beziehungen zwischen den beiden Großmächten und somit auch für den Rubel wäre.

Vor diesem Hintergrund sind die Währungspaare RUB-Währungspaare am Wahlabend und in den kommenden Tagen genauestens im Auge zu behalten. Insbesondere da eine beachtliche Anzahl von Ökonomen und Analysten die Annahme vertritt, dass der Rubel aufgrund der allgemeinen Unsicherheit vor der Wahl unter Druck kommt, und nicht aufgrund spezifisch russischer Probleme. Sollte sich diese Annahme als richtig herausstellen, könnte die Währung auf mittlere Frist, unabhängig von dem Wahlergebnis, von einer Reduktion der Anspannungen profitieren.

EUR/RUB notiert nach dem kurzzeitigen Ausbruch über 93,50 auf dem höchsten Niveau seit Dezember 2014 (Höhepunkt der russischen Finanzkrise). In der Zwischenzeit zeigen sich Investoren und Händler in Zentraleuropa optimistischer und treiben die regionalen Währungen den dritten Tag infolge nach oben.  Die gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes deuten auch im Oktober auf eine Verbesserung des verarbeitenden Gewerbes. Die Stimmungsbarometer für Polen, Tschechien und Ungarn bleiben im Expansionsbereich doch die Sperrmaßnahmen in der Eurozone und der zentraleuropäischen Region könnten den Ausblick für das vierte Quartal trüben.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • CH: Inflation (08:30)
  • EZ: Videokonferenz der Eurogruppe (09:00)
  • US: Werkaufträge (16:00)
  • US: Präsidentschaftswahl !


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