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Wöchentliche Marktberichte

Nov 02, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die wichtigste Woche des Jahres

DAILY

Im Rahmen der US-Präsidentschaftswahl werden die „Täglichen Marktnachrichten“ in dieser Woche als Sonderausgaben präsentiert, in welchen wir uns an den ersten beiden Tagen der Woche mit den Prognosen und Markterwartungen befassen und im Anschluss auf die ersten Reaktionen an den Märkten eingehen werden.

Die Stimmung vor der Wahl

Das Misstrauen der Märkte in politische Prognosen scheint nach dem Debakel bei der vergangenen Präsidentschaftswahl vor vier Jahren sicherlich auch heute noch zu bestehen. Trotz der knapp zehnprozentigen Führung des demokratischen Kandidaten, Joe Biden, gegenüber dem amtierenden Präsidenten, Donald Trump, bleibt der Unsicherheitsgrad hoch und mit ihm auch der Spielraum für erhebliche Schwankungen an den Börsen und Währungsmärkten. 

Vor diesem Hintergrund richten sich in dieser Woche alle Augen auf die Vereinigten Staaten und die am 03. November stattfindende Präsidentschaftswahl, welche sogar das geldpolitische Treffen der US-Notenbank am Donnerstag und die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts am Freitag gänzlich in den Schatten stellen wird. Marktteilnehmer machen sich auf eine ereignisreiche Woche gefasst und auch an den Optionsmärkten ist die Nervosität zu spüren. Obwohl die Volatilität an den Märkten aufgrund der von den globalen Zentralbanken bereitgestellten Liquidität keineswegs an frühere turbulente Zeiten erinnern lässt, bleibt die erwartete Schwankungsbreite, gemessen an den Impliziten Volatilitäten, bei den meisten Währungspaaren auf den höchsten Niveaus seit dem Abverkauf im März. Laut einer jüngst von der Schweizer Großbank UBS veröffentlichten Studie haben mehr als 63 Prozent der befragten Investoren und Vermögensverwalter ihr Portfolio aufgrund der US-Wahl anpassen müssen. Bei den Verlagerungen gab es jedoch deutliche Abweichungen, welche durch die unterschiedlichen Meinungen bezüglich der Wahl und den damit einhergehenden Implikationen erklärt werden können. 

Mehr als die Hälfte der befragten Investoren scheinen von einem Abverkauf an den Aktienmärkten auszugehen, sollte die Wahl von einer der beiden Seiten angefochten werden. Dieses Szenario würde an Bedeutung verlieren, sollte sich Joe Biden in den frühen Wahlstunden die wichtigen Bundesstaaten Texas und Florida holen. Sollte der Wahlabend jedoch nicht so einseitig verlaufen, könnte die Verkündung des Siegers auf sich warten lassen, zumal der US-Verfassungsgerichtshof entschieden hat, dass Wahlkarten in diversen Bundesstaaten auch nach dem Wahlabend noch als gültig erklärt werden können.

Prognosen und Markterwartungen

Politische Prognosen sind inhärent mit einer gewissen Fehlerhaftigkeit verbunden. An den Wettmärkten wird dem amtierenden Präsidenten eine marginal bessere Position zugesprochen, als bei den meisten Wahlumfragen. Bei allen Prognosequellen gilt jedoch: Joe Biden hat die Nase vorne.

Aus makrostrategischer Perspektive folgen die Märkte den Umfragen und arbeiten mit der Annahme, dass es im Rahmen des Siegeszugs der Demokraten zu einer Kapitalverlagerung in risikoreiche Währungen kommen könnte. Basierend auf der Korrelation zwischen den globalen Aktienmärkten und einzelnen Währungspaaren könnten insbesondere der australische und Neuseeland-Dollar von einem demokratischen Erfolg profitieren. In Zentral- und Osteuropa sind der polnische Zloty und russische Rubel den Wahlen am stärksten ausgesetzt. Sichere Währungen wie der US-Dollar und der japanische Yen wären schlechter gestellt. Eine Bestätigung der zweiten Amtszeit von Donald Trump würde diese Arbeitshypothese jedoch völlig auf den Kopf stellen und eine Neupositionierung zugunsten des US-Dollars mit sich ziehen. Das Ausmaß der potenziellen Kapitalverlagerungen hängt dabei natürlich auch von dem Ergebnis der parlamentarischen Wahlen ab. Ein gespaltenes Parlament würde die Wahrscheinlichkeit weiterer fiskalischer Stimulusmaßnahmen verringern und somit negativ auf risikoreiche Anlagen außerhalb der USA wirken.

Lockdowns überrollen Europa

Die Beurteilung der US-Wahlen und deren Implikationen auf die Währungsmärkte wird von der zweiten Infektionswelle und der Rückkehr der Lockdowns in Europa erschwert. Ein Blick auf die Korrelation zwischen den europäischen Infektionszahlen und den Währungspaaren zeigt: Die Währungen, welche von einem Biden-Sieg profitieren würden, sind die Gleichen, welche von der zweiten Infektionswelle am stärksten beeinflusst werden. Steigen die Fallzahlen in Europa, steigt der US-Dollar. Risikoreiche Währungen wie der australische Dollar, die norwegische Krone und die Gemeinschaftswährung leiden. Dieses Bild wurde in den vergangenen Tagen relativ deutlich skizziert und erklärt, wieso der US-Dollar gestärkt in die neue Woche geht. Österreich und Großbritannien schließen sich den deutschen und französischen Sperrmaßnahmen an und stellen somit den jüngsten Versuch dar, den Infektionsausbruch in Europa unter Kontrolle zu bringen. Die Schweiz entscheidet sich für schwächere Maßnahmen und bleibt einem Lockdown fern.

Globale Risikoereignisse der Woche

  • Montag: Globale Einkaufsmanagerindizes
  • Dienstag: US-Präsidentschaftswahl !
  • Mittwoch: Zinsentscheidung in Polen !
  • Donnerstag: Zinsentscheidung in den US, Großbritannien und Tschechien !
  • Freitag: US-Arbeitsmarktbericht


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