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Okt 30, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Daten überraschen I EZB hält sich zurück

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Solide Wachstumsdaten in den Staaten stärken die globalen Börsen und setzen der Talfahrt der letzten Tage ein erstes Ende. Der vorbörsliche Handel und die Bewegungen an den asiatischen Aktienmärkten deuten jedoch auf einen relativ schwachen Abschluss einer durchwachsenen Woche. Die zweite Welle breitet sich in Europa weiter aus und führte in Deutschland und Frankreich zuletzt zu neuen Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Die zweite Lockdown-Phase wird auch in ihrer weniger restriktiven Form, welche derzeit in Europa praktiziert wird, nicht ohne Kosten auskommen. Das französische Finanzministerium geht davon aus, dass die Sperrmaßnahmen von einem 15-prozentigen Fall der Wirtschaftsaktivität begleitet werden könnten. Home-office und Co. könnten französische Firmen 15 Milliarden Euro pro Monat kosten. Ein Defizit, welches voraussichtlich durch Subventionen und Staatshilfen gedeckt werden muss.

Auf die Staaten und Zentralbank können sich die europäischen Märkte jedoch nicht blind verlassen, zumindest noch nicht. Das gestrige Treffen der europäischen Notenbank endet ohne neue geldpolitische Maßnahmen. Christine Lagarde betont jedoch die jüngste Abkühlung diverser Echtzeitindikatoren und macht relativ deutlich, dass nichts an neuem Stimulus vorbeiführen wird. Eine Ausweitung des geldpolitischen Stimulus soll bei der nächsten Zinsentscheidung im Dezember folgen. Bis dahin bleibt Zeit, um die Entwicklung der Pandemie am europäischen Kontinent zu verfolgen und eventuell neu zu evaluieren.

In der Zwischenzeit konnte sich die US-Wirtschaft im dritten Quartal um stolze 7,4 Prozent (33,1 Prozent annualisiert) festigen. Obwohl Echtzeitindikatoren aufgrund des erneuten Inflationsanstiegs und der Wahlunsicherheiten bereits auf eine Abkühlung der Wirtschaftserholung deuten, hilft die Datenlage den globalen Börsen kurzfristig Boden zu finden. Unabhängig von der Aussagekraft der BIP-Daten für den zukünftigen Entwicklungspfad der Vereinigten Staaten bleibt der gestrige Datenpunkt der Beste in der Wirtschaftsgeschichte des Landes.

Währungsüberblick

EUR – Nach vier täglichen Abwertungen unterläuft das Währungspaar die seit Mai anhaltende Aufwärtstrendlinie und scheint nun das Niveau um 1,16 ins Visier genommen zu haben. Die gestrige Schwäche der Gemeinschaftswährung / Stärke des US-Dollars bot den meisten anderen Währungen den Freiraum sich gegenüber dem Euro zu festigen. Das leitende Motiv des gestrigen Handelstages lautete somit: USD-Paare rauf, EUR-Paare runter.

USD – Überragende konjunkturelle Wachstumszahlen und die angekündigten Sperrmaßnahmen in Frankreich und Deutschland heben die Nachfrage nach sicheren Anlagen und verhelfen dem handelsgewichteten US-Dollar-Index zu einem einmonatigen Hoch. US-Börsen konnten von einem Fall der Volatilitäten profitieren, wobei die Nachfrage nach einer Absicherung gegen eine Aufwertung des US-Dollars weiter zulegen konnte.

GBP – Das britische Pfund kann von den gestrigen Geschehnissen und der Schwäche des Euro nicht profitieren und bleibt zum Vortag unverändert.

CHF – Im Kampf der „sicheren Währungen“ scheint der Schweizer Franken auf das gesamte Jahr gesehen der einseitige Gewinner zu sein. Sowohl gegenüber dem US-Dollar, als auch dem japanischen Yen konnte sich der Franken im Laufe der vergangenen zehn Monate festigen. Seit dem Auftauchen der ersten Anzeichen einer zweiten Infektionswelle in Europa hinkt die schweizerische Währung jedoch hinterher. USD/CHF und JPY/CHF verzeichnen jeweils die vierte tägliche Aufwertung infolge und scheinen somit stärker von den Sorgen um den Euro zu profitieren. GBP/CHF übt sich der Konstanz und bleibt von den externen Geschehnissen unbeeindruckt.

CNH – Laut Reuters haben in China diverse staatliche Banken größere Mengen Yuan in US-Dollar gewechselt, um den Preis der chinesischen Währung an den Termingeschäften zu reduzieren. Dies dämpft fürs Erste die Erwartungen einer weiteren Rally der Währung und macht es für Investoren teurer sich Yuan auszuleihen. Das gestrige Leitmotiv der Euro-Schwäche ließ jedoch keine Abwertung der chinesischen Währung zu. EUR/CNH unterläuft die seit Mai anhaltende Aufwärtstrendlinie und wertet mehr als 0,7 Prozent ab.

CEE – Zentraleuropäische Währungen nehmen die positive Nachrichtenwelle aus den Staaten dankend an und gönnen sich eine erste Verschnaufpause von der jüngsten Talfahrt. Alle drei Währungen in der Region können sich gegenüber der Gemeinschaftswährung festigen.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Einzelhandelsumsätze (08:00)
  • CZ: Bruttoinlandsprodukt (09:00) !
  • DE: Bruttoinlandsprodukt (10:00) !
  • EZ: Bruttoinlandsprodukt (11:00) !
  • US: Inflation und Verbrauchervertrauen (13:30; 15:00)


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