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Wöchentliche Marktberichte

Okt 28, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ruhe vor dem Sturm

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die schwache Dynamik an den Märkten, welche bereits am Montag von breit angelegten Verlusten begleitet wurde, zieht sich auch in den zweiten Tag der Woche. Der deutsche DAX und europäische Stoxx 600 gehen erneut negativ aus dem Handel, während der französische CAC40 und britische FTS100 knapp ein Prozent schwächer gegenüber dem Vortag notieren. Die gestrige Suche nach Katalysatoren, welche für die Verluste an den Börsen verantwortlich gemacht werden könnten, bleibt aufgrund fehlender politischer Ereignisse und konjunktureller Daten ohne Erfolg. Vielmehr waren es die allgemeine Richtungslosigkeit der Akteure an den Finanzmärkten, eine Woche vor der US-Präsidentschaftswahl, und die sinkenden Hoffnungen auf eine Bestätigung des Fiskalpakets in den Vereinigten Staaten, welche die Risikobereitschaft nach unten gezogen hatten. An den Währungsmärkten könnten sich die Bewegungen zumindest heute noch in Grenzen halten. In der Zwischenzeit verzeichnen Großbritannien, Frankreich und die Schweiz in dieser Woche Rekordinfektionen. Neuen Berichten zufolge könnte es in der nun zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone zu neuen Sperrmaßnahmen kommen, welche heute angekündigt werden sollen. Auch in der Schweiz spalten sich die Meinungen über eine mögliche Verschärfung der Restriktionen.

Währungsüberblick

EUR – Am Donnerstag könnten die Zinsentscheidungen der europäischen und japanischen Währungshüter für neue Impulse sorgen und Neupositionierungen mit sich bringen. Geldpolitische Veränderungen werden zwar nicht erwartet. Ein einfacher Tonwechsel der EZB könnte jedoch die Annahme an den Märkten bestätigen, dass die Notenbank eine Ausweitung des eigenen Anleihenkaufprogramms plant und dieses eventuell bereits im Dezember implementieren könnte. Die Gemeinschaftswährung scheint noch nicht auf diesen Faktor reagiert zu haben und hält sich knapp über 1,1750 gegenüber dem Dollar.

USD – Das Bestehen diverser Risikofaktoren scheint dem US-Dollar nicht wie üblich in die Karten zu spielen. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass die meisten Quellen der Unsicherheit an den Märkten aus den Vereinigten Staaten stammen. Bis vor wenigen Wochen wurden diese Risiken noch größtenteils von dem Optimismus über das potenzielle Zustandekommen eines US-Hilfspakets kompensiert. Eine Woche vor den US-Wahlen scheint die Hoffnung auf fiskalische Hilfe jedoch weitgehend verflogen zu sein.

GBP – Zehn Wochen verbleiben Großbritannien und der Europäischen Union, um die Meinungsdifferenzen beiseitezulegen und sich auf ein Handelsabkommen zu einigen. Auch in dieser Woche stehen die Gespräche zwischen den beiden Parteien wieder im Fokus, auch wenn das britische Pfund in den vergangenen Wochen keine allzu große Reaktion auf neue wirtschaftliche und politischen Entwicklungen gezeigt hatte. Ein gestern veröffentlichter Stimmungsbarometer für den britischen Einzelhandel fiel von einem 18-Monats-Hoch auf den niedrigsten Stand seit Juni. Das britische Pfund war von der wirtschaftlichen Abkühlungserscheinung wenig bis kaum berührt.

CHF – Der Franken bleibt laut dem Präsidenten der Schweizer Notenbank auch weiterhin überbewertet. Wie bei den meisten öffentlichen Auftritten von Thomas Jordan betont der Notenbanker die Bereitschaft, durch Währungsinterventionen und das Negativzinsumfeld gegen die Stärke der eigenen Währung zu arbeiten. Dass die taubenhafte Haltung des Präsidenten und der Notenbank keine wirkliche Überraschung für die Märkte darstellt, zeigt sich an den kaum vom Platz gekommenen CHF-Währungspaaren.

CNH – Trotz der gestrigen Nachrichtenruhe scheint es an der geldpolitischen Front in China eine Neuerung gegeben zu haben, welche kaum von den Märkten wahrgenommen wurde. Die chinesische Notenbank hat die heimischen Banken gebeten, den gegenzyklischen Faktor, welcher bei der Bestimmung des Wechselkurses (USD/CNY) verwendet wird, auszusetzen. Die Änderung könnte es den Yuan-Währungspaaren ermöglichen, sich flexibler zu bewegen. Obwohl der geldpolitische Zug nicht unbedingt die Bereitschaft einer Schwächung der eigenen Währung signalisiert, scheint der Notenbank die jüngste Aufwertung des Yuan fürs Erste wohl zu genügen.

CEE – Der russische Rubel und die türkische Lira waren am gestrigen Handelstag die einzigen Währungen, welche eine Abwertung von mehr als einem Prozent gegenüber dem Euro hinnehmen mussten. Die beiden Valuten weisen die höchste dreimonatige Implizite Volatilität in Europa auf und bleiben ihrer wechselfreudigen Natur auch an relativ ruhigen Tagen getreu. In der Zwischenzeit weist die tschechische Krone nach den letzten drei Abwertungen erneut eine negative Tendenz auf. Dies gilt solange, bis sich EUR/CZK über dem Niveau 27,20 befindet. Der polnische Zloty notiert (4,58) erneut gefährlich nahe am 11-Jahres-Tief (4,60) und bleibt für Rücksetzer anfällig.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • CA: BoC Zinsentscheidung (15:00)


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