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Wöchentliche Marktberichte

Okt 23, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Angst vor Lockdown vs. Hoffnung auf Stimulus

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Internationale Investoren haben es eine gewisse Zeit lang geschafft, über die Verlangsamung der Wirtschaftserholung und die jüngste Abkühlung der Konjunkturdaten hinwegzusehen. Eine Woche vor den Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten und vor dem Hintergrund rasant steigender Infektionszahlen am europäischen Kontinent übernimmt nun die Skepsis an den Märkten erneut die Überhand. Die Vereinigten Staaten, Frankreich und Russland verzeichnen ein Rekordhoch an Neuinfektionen, während das Geschäftsklima (Ifo) in Deutschland zum ersten Mal nach fünf Monaten wieder leicht abschwächt.

An der Fiskalfront haben Marktteilnehmer schon beinahe den Glauben an die Bestätigung des vierten Stimuluspakets in den USA aufgegeben. Dies spiegelt sich auch in der Neupositionierung an den globalen Börsen wider. Die größten Aktienleitindizes der Welt legen einen schwachen Wochenauftakt hin und beenden den ersten Handelstag im Minus. Die tägliche und wöchentliche Bewertung der Coronakrise seitens der Marktteilnehmer scheint noch nicht darauf hinzudeuten, dass sich die Märkte auf einen zweiten vollständigen Lockdown in Europa positionieren. Nichtsdestotrotz werden die Rufe nach stärkeren und strikteren Maßnahmen lauter und mit ihnen die Angst vor erneuten verheerenden Wirtschaftsfolgen. Der Börsen-Volatilitätsindex (VIX) steigt um mehr als 20 Prozent an und verzeichnet somit den größten täglichen Anstieg seit Anfang September.

Währungsüberblick

EUR – Aufgrund der ungewissen Impulse, welche das Ergebnis der US-Wahl mit sich bringen könnte, gestaltet sich eine Beurteilung des jüngsten Infektionsanstiegs relativ schwierig. Dies zeigt sich insbesondere an dem meistgehandelten Währungspaar der Welt. EUR/USD hält sich trotz der schwachen Dynamik und der Annahme einer weiteren Expansionsmaßnahme der Europäischen Notenbank (im Dezember) weiterhin über der 1,18-Marke, größtenteils angeführt durch die Hoffnungen auf einen Sieg von Joe Biden und eine Kapitalverlagerung in risikoreichere Währungen. 

USD – Kurzfristig schien eine Bestätigung des Fiskalpakets in Washington den größten negativen Faktor für die US-Währung darzustellen. Den jüngsten Entwicklungen zufolge wird es vor der Wahl zu keiner Einigung der Demokraten und Republikaner kommen, was wiederum sichere Währungen stärken konnte.  

GBP – Die Brexit-Entwicklungen werden sicherlich nach der US-Wahl am 03. November erneut stärker in den Vordergrund rücken. Derzeit dominiert der Stillstand bei den Gesprächen über die Fischerrechte, welche den beiden Parteien bei einem potenziellen Handelsabkommen zustehen würden. Jüngst hat sich ein leichter Hauch von Optimismus in die Gespräche geschlichen, nachdem Frankreich die Bereitschaft andeutete, von der sonst straffen Haltung bezüglich des Fischerrechts, abzuweichen. Das Pfund kann sich marginal gegenüber dem Euro festigen, wertet jedoch gegenüber dem US-Dollar ab.

CHF – Der Franken geht beinahe unverändert gegenüber dem Euro aus dem Handel. Wie in den vergangenen Wochen ersichtlich wurde, scheint sich EUR/CHF derzeit zentral im Bewegungsbereich zwischen 1,05 und 1,09 positioniert zu haben. Aufseiten neuer Konjunkturdaten für die Schweiz stehen am Freitag die Einzelhandelsumsätze und der KOF Leitindikator an der Tagesordnung.

CNH – Der Yuan kam gestern kaum vom Platz, eine Tatsache, welche vor dem Hintergrund der risikoscheuen Haltung der Investoren als positiv gesehen werden kann. Die chinesische Währung konnte sich in den vergangenen Wochen gegenüber einem Korb mehrerer Währungen signifikant festigen, was darauf deuten lässt, dass die jüngste Aufwertung auf einer inhärenten Stärke des Yuan basiert, als nur auf der Schwäche des US-Dollars. Da der chinesische Yuan am stärksten von dem US-Wahlergebnis beeinflusst werden könnte, scheint eine bereichsgebundene Bewegung der Währung in dieser Woche beinahe vorprogrammiert.

CEE – Die Währungsbewegungen in Zentral- und Osteuropa hielten sich in Grenzen. Die Risk-off Kapitalflüsse, welche die Märkte am gestrigen Handelstag unter Kontrolle hatten, machten sich in der Region somit nicht allzu stark bemerkbar.

Globale Risikoereignisse des Tages

US: Verbrauchervertrauen (15:00)


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