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Okt 22, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Hoffnung auf Stimulus treibt die Märkte

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Was haben US-amerikanischen Aktienmärkte, Edelmetalle und der Euro gemeinsam? Alle drei Anlagen würden, wenn man den jüngsten Bewegungen an den Märkten Vertrauen schenken möchte, von einer Bestätigung des derzeit verhandelten US-Stimuluspakets profitieren. Diese Beziehung scheint sich auch in dieser Woche erneut abzuzeichnen. Positive Entwicklungen bei den Gesprächen zwischen den Demokraten und Republikanern könnten laut Nancy Pelosi (DEM) doch noch Früchte tragen und von einem Abkommen vor der Präsidentschaftswahl am 03. November begleitet werden.

In diesem Zusammenhang scheinen die Märkten jedoch die Opposition des Mehrheitsführers im Senat, Mitch McConnell, welcher sich gegen großzügige Stimulusmaßnahmen ausgesprochen hat, vollkommen zu ignorieren. Die Zuversicht übernimmt somit die Überhand und treibt die US-Aktienleitindizes und Gold (Absicherungsinstrument gegen Inflation) nach oben. Die Angst vor einer weiteren massiven Schuldenemission seitens des amerikanischen Finanzamts treibt Investoren marginal aus Staatsanleihen. Die Rendite (invers zum Preis) zehnjähriger US-amerikanischer Staatsanleihen steigt zum ersten Mal seit August fünf Tage infolge und findet ein 4-Monats-Hoch.

In der Zwischenzeit geht in Europa der Kampf mit dem Coronavirus weiter. Spanien reiht sich als erste europäische Nation in die länger werdende Liste der Länder, welche die Marke von einer Million Corona-Infektionen durchbrochen haben. Neben der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone führen die Vereinigten Staaten, Indien, Brasilien, Russland und Argentinien die Liste an. Mit 999,744 positiven Tests scheint Frankreich das gleiche Schicksal zu erwarten.

Währungsüberblick

EUR – Die europäische Gemeinschaftswährung scheint der erneute Infektionsanstieg kaum berührt zu haben. Nichtsdestotrotz werden die Wirtschaftsprognosen für den Kontinent sicherlich darunter leiden. Marktteilnehmer erwarten sich ein Aktivwerden der Notenbanken in Form von weiteren Liquiditätsspritzen. Ob diese schon am 29. Oktober kommen, oder doch erst im Dezember, bleibt jedoch offen.

USD – Der handelsgewichtete Dollar-Index notiert den vierten Tag infolge schwächer und befindet sich derzeit nur knapp über der seit 2011 anhaltenden Aufwärtstrendlinie. Sollte sich in den nächsten Wochen eine größere Nachfrage nach der Währung abzeichnen, könnte ein Durchbruch verhindert werden. Dies könnte in weiterer Folge als positives Signal interpretiert werden. Ein Unterlaufen der Trendlinie birgt jedoch Gefahren.

GBP – Das britische Pfund profitiere am gestrigen Tag von positiven Kommentaren des europäischen Beauftragten für die Austrittsgespräche mit Großbritannien. Die Zeit für ein Abkommen scheint den beiden Parteien davonzulaufen. Nichtsdestotrotz schließt Michel Barnier eine Einigung bis zur Frist nicht aus. Das Pfund ist, wie auch der russische Rubel, mit einer gewissen Risikoprämie behaftet. Trotzdem scheinen sich die Märkte noch auf kein No-Deal-Szenario vorzubereiten. Kurzfristige EUR/GBP Volatilitäten bewegen sich mit dem Trend und weisen keine allzu großen Ausreißer auf.

CHF – EUR/CHF scheint sich im Bereich um 1,07 eingependelt zu haben und reagiert kaum auf äußere Kräfte und neue Schlagzeilen. Somit rücken die Währungspaare USD/CHF und GBP/CHF in den Vordergrund. Eine marginale 0,5-prozentige Aufwertung seitens des Frankens würde USD/CHF auf ein neues 5-Jahres-Tief setzen. Im Rahmen dieser Gefahr ist auf das psychologische Niveau um 0,90 zu achten.

CNH – Der chinesische Yuan durchbricht die mehr als zweijährige Unterstützung bei USD/CNH 6,70 und wertet den vierten Tag infolge gegenüber dem US-Dollar auf. Die Stärke der Währung wird zwei Tage nach der Veröffentlichung der soliden BIP-Zahlen für das dritte Quartal fortgesetzt. EUR/CNH befindet sich in einem seit August aktiven Abwärtstrend, ist jedoch weiterhin mehr als vier Prozent von den Tiefen des Jahres entfernt.

CEE – Schwellenländer-Währungen konnten sich im Aggregat den vierten Tag infolge festigen. CEE-FX profitieren von dieser kurzfristigen Kapitalverlagerungen in risikoreichere Anlagen jedoch kaum, zumal die Region von einer anhaltend hohen Infektionsrate geplagt ist. Der ungarische Forint bleibt somit auch weiterhin eine der schwächsten Währungen Zentraleuropas, während der russische Rubel in der jüngst definierten Bewegungsspanne zwischen 90,00 und 93,00 verharrt.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • DE: Gfk Verbrauchervertrauen (08:00)
  • PL: Protokolle der Zinsentscheidung (13:00) !
  • US: Arbeitslosenunterstützungen (14:30)
  • EZ: Verbrauchervertrauen (16:00)


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