Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Okt 21, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Asymmetrische Krisenbekämpfung

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Die Krisenbekämpfung Schwedens war einzigartig, kontrovers und genoss eine gewisse Zeit lang die alleinige Aufmerksamkeit in den Medien. Nun scheint den restlichen Regierungen des europäischen Kontinents kaum eine Alternative zu bleiben, als sich mit dem nordischen Ansatz anzufreunden und von landesweiten Sperrmaßnahmen abzusehen. Italien geht dabei den ersten Schritt und entscheidet sich am Sonntag gegen eine Schließung von Bars, Restaurants und kleineren Läden. In Frankreich hatten sich bereits vor Wochen diverse politische Entscheidungsträger gegen einen Lockdown ausgesprochen. Nun soll der Infektionsausbruch und die mittlerweile zum Thema gewordene Knappheit der Krankenbetten durch gezielte und regionale Maßnahmen bekämpft werden. Irlands Regierung geht jedoch einen anderen Weg und verkündet am Montag eine sechswöchige Schließung nicht-essenzieller Geschäfte.

Ein bekanntes Maß für die Messung der Schärfe der Sperrmaßnahmen – der Oxford Economics Stringency Index – macht deutlich, wie sehr sich die Maßnahmen zwischen der ersten und zweiten Infektionswelle unterscheiden. Ein Grund für die schwächere Reaktion der Regierungen kann auch in der Tatsache gefunden werden, dass sich die Todesfälle trotz des Infektionsanstiegs kaum erhöht haben. Wurden am Höhepunkt der ersten Welle in Europa noch knapp fünf Tausend Todesfälle verzeichnet, sind es in den vergangenen Tagen im Durchschnitt 500.

An den Finanzmärkten fiel die Reaktion auf den Anstieg der Fallzahlen asymmetrisch aus. Der deutsche (DAX) und europäische (Stoxx600) Aktienleitindex kommen seit Juni nicht mehr wirklich vom Platz, insbesondere aufgrund diverser ungelöster Fragen, welche erst in den nächsten Monaten (US-Wahl, Brexit) eine Antwort erhalten werden. Die europäische Gemeinschaftswährung notiert nur knapp 1,6 Prozent unter dem 2-Jahres-Hoch, wobei die Währungen Zentraleuropas am meisten unter der zweiten Infektionswelle gelitten haben.

Währungsüberblick

EUR – Die Gemeinschaftswährung nimmt die positive Dynamik des Vortages mit und wertet den dritten Tag infolge auf. Sollte das Niveau um 1,1710 nicht unterlaufen werden, könnte sich eine neue Aufwärtstrendlinie herauskristallisieren. Anspannungen vor den US-Wahlen und die Unsicherheit rund um das US-Fiskalpaket sind kurzfristig die größten Risiken für das Währungspaar EUR/USD.

USD – Die globale Leitwährung bleibt trotz der dritten täglichen Abwertung infolge in dem seit Juli definierten Bereich (2,5%) zwischen DXY 92,10 und 94,60. Weitere Impulse könnten mit der heutigen Veröffentlichung des regionalen Konjunkturüberblicks der Federal Reserve folgen.

GBP – Schlagzeilen rund um den Brexit, wie auch um die Gespräche bezüglich des US-Fiskalpakets, weisen einen zyklischen Charakter auf, welcher die Märkte in einem Auf-und-Ab einen Tag positiv, den anderen wiederum negativ beeinflusst. Wollten die britischen Parlamentsabgeordneten am Montag noch einen neuen Koordinationsversuch mit der EU starten, meldet sich nun der britische Unterhändler zu Wort und macht dem Pfund die kurzfristige Aufwärtstendenz zunichte. Laut David Frost scheint es keine Basis zu geben, um die Gespräche zwischen den beiden Parteien fortzuführen.

CHF – Seit dem Unterlaufen der Aufwärtstrendlinie bei 1,0760 weist EUR/CHF eine negative Tendenz auf. An der Unterseite rückt nun das Niveau um 1,0670 (200-tägiger gleitender Durchschnitt) in den Vordergrund.

CNH – Eine der größten Post-Corona-Rallys am Währungsmarkt nähert sich langsam aber sicher einem psychologischen Niveau an. Seit Juni konnte sich der chinesischen Yuan gegenüber dem US-Dollar um ganze 6,5 Prozent festigen. Sollte im weiteren Verlauf das Unterstützungsniveau bei USD/CNH 6,67 fallen, würde das Währungspaar auf ein mehr als zweijähriges Tief fallen. Die chinesische Notenbank lässt das sechste Mal infolge den Leitzins unverändert, reduziert jedoch die Restriktionen bei dem aktiven Wetten gegen den Yuan („Short-Positionierung“).

CEE – Der ungarische Forint hält in diesem Jahr den Titel der schwächsten zentraleuropäischen Währung. An dem negativen Trend könnte sich auch in den kommenden Wochen nicht ändern, zumal sich die Notenbank gestern wie erwartet gegen eine Zinserhöhung entschieden hatte. Der Forint folgt dem polnischen Zloty  nach unten. Einzig die tschechische Krone hält sich über Wasser.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • GB: Kerninflation (08:00)
  • EZ: Christine Lagarde spricht (09:30) !
  • PL: Einzelhandelsumsätze (10:00)
  • US: Fed Konjunkturbericht (20:00) !


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.