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Okt 20, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Chinas v-förmige Erholung

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Rekordbrechende Neuinfektionen am europäischen Kontinent und steigende Infektionsraten in den Vereinigten Staaten und Indien bringen die globalen Coronafälle auf über 40 Millionen. Die bevölkerungsdichten Hauptstädte Europas gehen langsam aber sicher erneut in den Lockdown. Im Gegensatz zu der ersten Periode der Sperrmaßnahmen im April und Mai wird es diesmal jedoch zu keinem vollkommenen Stillstand des wirtschaftlichen Lebens kommen. Vielmehr scheint die Idee des „Lockdown light“ im politischen Diskurs gängiger zu werden. Dies würde es den Regierungen erlauben einzelne stark betroffene Regionen abzuschotten, ohne die gesamte Volkswirtschaft des Landes zu gefährden. In Paris, London, Madrid und Wien gelten erneut Einschränkungen für Restaurants und Nachtclubs und auch die Anzahl von Veranstaltungen bleibt bestehen.

In der Zwischenzeit rückte die Erholung Chinas erneut in den Vordergrund. Asiens stärkste Wirtschaftsmacht könnte laut den jüngsten Prognosen internationaler Institutionen wie dem IMF und der Weltbank knapp 30 Prozent des gesamten Weltwirtschaftswachstums in den nächsten fünf Jahren ausmachen. Umso wichtiger scheint die Fortsetzung der Wirtschaftserholung Chinas für die globalen Märkte. Gestern veröffentlichte Daten fügen sich dabei in das in den vergangenen Wochen skizzierte Bild. China konnte sich gut von der Krise erholen, doch die Abkühlungserscheinungen werden deutlicher. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist im dritten Quartal um 4,9 Prozent gewachsen, stärker als noch im zweiten Quartal (3,2%), doch schwächer als von Ökonomen angenommen (5,2%). Im weiteren Verlauf  wird insbesondere darauf zu achten sein, ob die Stärke der Industrie auch auf den Dienstleistungssektor überläuft. In den ersten neun Monaten des Jahres ist die chinesische Wirtschaft um 0,9 Prozent gestiegen und hat somit die Rücksetzer im ersten Quartal vollkommen wettgemacht.

Am europäischen Kontinent sorgt die näher rückende Brexit-Frist neben den steigenden Infektionsraten für Kopfzerbrechen. Am Freitag bestätigte der britische Premierminister dem eigenen Volk noch, dass er für weitere Gespräche mit der Europäischen Union bereit sei. Trotzdem solle man sich für den Austritt ohne ein Handelsabkommen vorbereiten. Nun wollen sich einige Parlamentarier gegen den Willen von Boris Johnson für eine engere Zusammenarbeit mit der EU einsetzten. Das britische Pfund reagiert positiv auf die Nachrichten und wertet leicht auf.

Währungsüberblick

EUR – Die Gemeinschaftswährung kann am meisten von dem gestrigen Marktsentiment profitieren und wertet gegenüber den meisten G10 und Schwellenländerwährungen auf.

USD – Die Märkte setzten auf einen letzten Versuch der beiden politischen Parteien sich auf ein gemeinsames Stimuluspaket zu einigen. Dies schlägt sich an den Währungsmärkten mit einer Abwertung des US-Dollars nieder, welcher am gestrigen Handelstag mehr als die Hälfte der Gewinne der vergangenen Woche wieder abgeben musste. Skepsis über einen tatsächlichen Kompromiss zwischen den Demokraten und Republikanern bleibt jedoch vorhanden.

GBP – Investoren halten auch weiterhin nach neuen Brexit-Entwicklungen Ausschau. Fürs Erste wird dem britischen Pfund erlaubt, von den Nachrichten bezüglich eines möglichen US-Fiskalpakets zu profitieren. Sterling verzeichnet einen positiven Wochenauftakt.

CHF – Der Schweizer Franken scheint im Gegensatz zum US-Dollar und dem japanischen Yen kaum auf die positiven Nachrichten aus den Vereinigten Staaten zu reagieren. Die Währung bleibt somit die von globalen Ereignissen unabhängigste Safe-Haven-Währung. EUR/CHF notiert in Nähe der Unterstützung bei 1,07.

CNH – Der chinesische Yuan zieht sich nach vier täglichen Aufwertung gegenüber dem Euro vorerst leicht zurück. Die relativ starken Konjunkturdaten bleiben an den Märkten ohne größeren Einfluss. EUR/CNH folgt gestern wie üblich dem dominanten EUR/USD, was die Stärke der beiden Währungspaare erklären kann.

CEE – Die jüngste Abkühlung der Inflation in Ungarn wird der Notenbank wohl die Last von den Schultern genommen haben, mögliche Zinserhöhungen durchführen zu müssen. Somit wird der Leitzins voraussichtlich bei 0,6 Prozent verweilen. Überraschungen können jedoch nicht ausgeschlossen werden und somit ist ein Auge auf EUR/HUF zu werfen. Das Währungspaar notiert nur wenige Basispunkte unter der langfristigen Barriere (Allzeithoch) bei 366,00.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • CH – Handelsbilanz (08:00)
  • PL – Industrieproduktion (10:00)
  • HU – Zinsentscheidung (14:00)
  • RU – Arbeitslosenquote (18:00)


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