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Okt 19, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Tauziehen zwischen den Bären und Bullen

DAILY

Globale Marktzusammenfassung

Das globale Tauziehen zwischen den Bären und Bullen dominiert seit einigen Monaten die Finanzmärkte. Der Liquiditätsimpuls der Notenbanken und die Geldmengenausweitung sind prinzipiell netto-positive Faktoren für sogenannte „Risk-assets“. Die steigenden Infektionszahlen rund um den Globus wirken dieser Kraft jedoch entgegen und zwingen Investoren zu stetigen Strategieanpassungen.

In der vergangenen Woche konnten sich die Pessimisten unter den Marktteilnehmern durchsetzen und trieben die globalen Börsen und risikoreicheren Währungen somit nach unten. Die US-amerikanischen und europäischen Aktienleitindizes gehen am Freitag allesamt geschwächt aus der Handelswoche, während die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen wieder Fahrt aufnehmen konnte. Alleine die chinesische Börse in Shanghai kann den jüngsten Turbulenzen standhalten, gestärkt durch Zeichen einer fortlaufenden Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

In Europa werden die Gespräche auch weiterhin von den steigenden Infektionszahlen dominiert. Als Leitthema gilt dabei die in einigen Ländern beobachtete Meinungsverschiedenheit zwischen der regionalen Politik und den Zentralregierungen in den Hauptstädten. Angefangen mit der Auseinandersetzung zwischen dem britischen Premierminister Boris Johnson und Politikern im Norden Englands, der Skepsis gegenüber den Sperrmaßnahmen Emmanuel Macrons bis hin zum Disput zwischen dem spanischen Premierminister und dem Bürgermeister Madrids. Immer mehr scheint die Frage in den Vordergrund zu rücken, ob sich die Nationen Europas einen zweiten Lockdown leisten könnten. Eine Tatsache bleibt: Europa weist zum ersten Mal seit März eine höhere Infektionsrate als die Vereinigten Staaten auf.

Aus makrostrategischer Perspektive dominiert jedoch auch weiterhin die Annahme, dass die reflationäre Politik der Notenbanken stärkeres Wachstum im nächsten Jahr bringen wird. Ein Anstieg der Inflation und eine Kapitalverlagerung in risikoreichere Anlagen und Währungen, unterstützt durch eine expansive Fiskalpolitik von Joe Biden, würde Investoren wieder die Möglichkeit geben, in der attraktiven Peripherie nach Renditen zu stöbern. Diese Annahme scheint jedoch nur dann plausibel zu erscheinen, wenn Joe Biden die US-Wahlen gewinnt, die Demokraten sich beide parlamentarischen Häuser holen, relativ früh im nächsten Jahr ein Impfstoff gefunden wird und die Inflationspolitik der Notenbanken auch tatsächlich einschlägt. Jegliche Abweichungen von dieser Annahme halten Überraschungen bereit.

Währungsüberblick

EUR – Die Gemeinschaftswährung schafft es trotz der Aufwertung am Freitag nicht, sich gegenüber dem US-Dollar auf Wochenbasis in den positiven Bereich zu retten. EUR/USD ist nun relativ zentral in dem kurzfristigen Bewegungsbereich zwischen 1,15 und 1,20 positioniert und erwartet neue Impulse für einen potenziellen Ausbruch.

USD – Die spekulativen Wetten gegen den US-Dollar haben sich in der letzten Woche marginal zurückgezogen, angesichts der neu aufgekommenen Unsicherheiten. Insbesondere vor den US-Wahlen könnte die Nachfrage nach der Leitwährung anhalten.

GBP – Das Pfund Sterling schiebt die jüngsten Worte des britischen Premierministers beiseite und legt gegenüber dem Euro sogar leicht zu. Solange sich EUR/GBP unter 0,91 befinden, scheint das Pfund im gefahrlosen Bereich und Bewegungen bis 0,89 wären im Rahmen des technischen Kanals möglich. GBP-Abwertungen jenseits der 0,91-Marke könnten jedoch zu erhöhten Abverkäufen führen.

CHF – Die Turbulenzen an den globalen Märkten haben dem Franken mitunter am meisten geholfen. EUR/CHF unterläuft den seit Mai anhaltenden Aufwärtstrend und wertet die dritte Woche infolge ab. Der Franken könnte somit das Niveau um 1,0650 ins Visier nehmen.

CNH – China führt die globale Wirtschaftserholung an und diese Tatsache lässt sich auch am Yuan erkennen. Die chinesische Währung konnte seit August gegenüber dem Euro mehr als vier Prozent an Wert gewinnen und beendet am Freitag somit die fünfte wöchentliche Aufwertung infolge. 

CEE – Zentraleuropa weist derzeit mitunter die höchsten Infektionsraten des Kontinents auf, was die jeweiligen Währungen für Rücksetzer anfällig macht. Der polnische Zloty rettet sich am Freitag, nach einer 1,5-prozentigen intra-day Bewegungen, doch noch in den positiven Bereich. Die tschechische Krone findet gegenüber dem Euro das tiefste Niveau seit Mitte Mai. EUR/RUB bleibt in dem Bereich zwischen 90,00 und 93,00 gefangen. Der Fokus liegt auf der russischen Zinsentscheidung am Freitag.

Globale Risikoereignisse des Tages

  • CN – Bruttoinlandsprodukt (04:00)
  • CN – Industrieproduktion (04:00)
  • CN – Notenbank Pressekonferenz (04:00)
  • US – Jerome Powell spricht (14:00)
  • EZ – Lagarde spricht (14:45)


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