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Wöchentliche Marktberichte

Okt 16, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Märkte fürchten sich vor Sperrmaßnahmen

INTRO

Die Angst vor erneuten Sperrmaßnahmen am europäischen Kontinent treibt die wichtigsten Börsenindikatoren wieder in Richtung Süden. Europa kämpft seit einigen Wochen mit einer rasant wachsenden Infektionsrate. Der einwöchige Durchschnitt der Neuinfektionen befindet sich in Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien auf einem Allzeithoch. Deutschland verzeichnet mit knapp 6.600 positiven Testungen den größten eintägigen Anstieg neuer Infektionen seit Beginn der Coronakrise. Bezieht man sich auf die letzten beiden Wochen und bereinigt die Zahlen um die Bevölkerungsgröße zeigt sich, dass Tschechischen nun Spanien als das am stärksten von der zweiten Welle betroffene Land überholt hat.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Inflation (11:00)
  • US: Einzelhandelsumsätze (14:30)
  • US: Industrieproduktion (15:15)
  • US: Verbrauchervertrauen (16:00)

EUR

Zweite Welle

Der Kampf der europäischen Regierungen gegen den Infektionsausbruch geht in die kritische zweite Runde. Ein zweiter Lockdown stellt laut der deutschen Kanzlerin Angela Merkel aus rein ökonomischer Sicht keine wirkliche Option dar. In der Zwischenzeit werden in den beiden größten Metropolen des Kontinents zunehmend infektionssenkende Vorkehrungen getroffen. Bürger von London werden Besuche jenseits des eigenen Haushaltes untersagt bleiben, während die französische Regierung  neue Ausgangssperren in Paris und acht weiteren Großstädten beschlossen hatte.  Mit mehr als 27.000 Neuinfektionen kommen die Intensivstationen erneut unter Druck. Einen Tag zuvor hatte die Regierung den nationalen Notstand ausgerufen.

USD

Kein Stimulus

Anstatt eines starken vierten Quartals und eines erwünschten positiven Jahresausklangs scheinen Rezessionsängste zunehmend die Überhand zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund werden die täglichen Infektionszahlen und Nachrichten bezüglich weiterer Sperrmaßnahmen fürs Erste wieder die treibenden Mächte an den Märkten darstellen. Hilfe erhalten Investoren auch nicht von den festgefahrenen Verhandlungen über eine Ausweitung der US-Fiskalausgaben. Zunehmend scheint sich die Annahme herauskristallisiert zu haben, dass es zu keinem neuen Stimulus vor den US-Wahlen am 03. November kommen wird.

RUB

Licht am Ende des Tunnels?

Der russische Rubel findet sich auf der diesjährigen Liste der schwächsten Währungen ganz oben wieder.  Neben den globalen Risiken, welche die meisten Schwellenländerwährungen in diesem Jahr belastet haben, kamen für den Rubel heimische Sorgen hinzu.

Schwache Ölpreise, politische Unsicherheiten in den Nachbarländern und Anspannungen zwischen Moskau und Brüssel/Washington haben Investoren dazu veranlasst, den Rubel mit einer Risikoprämie zu behaften. Dies zeigt sich in der diesjährigen Steilheit der Renditekurve russischer Staatsanleihen. Kurzfristig bleibt die Währung aufgrund der zweiten Infektionswelle und der für den Rubel negativen Siegeswahrscheinlichkeit des Demokraten Joe Biden unter Druck.

Mittel- bis Langfristig scheinen diverse Investoren und Analysten auf die positiven Möglichkeiten des Rubels aufmerksam zu machen. Zum einen weist die Währung im Vergleich zu den Vorjahren eine deutlich geringere Korrelation mit dem Ölpreis auf. Und auch die makroökonomischen Bedingungen scheinen in Russland deutlich über dem Durchschnitt anderer Schwellenländer zu sein. In Verbindung mit den relativ „günstigen“ Staatsanleihen mit  längerer Fälligkeit scheint der Rubel gute Chancen auf einen neuen Aufwärtstrend aufzuweisen.


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