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Wöchentliche Marktberichte

Okt 15, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

USA in, Europe out?

INTRO

USA in, Europe out. So lautete das Mantra internationaler Investoren in den vergangenen Tagen. Im Laufe des jüngsten Infektionsanstiegs am alten Kontinent und der erneuten Verschlechterung der wirtschaftlichen Datenlage scheinen Anleger wieder etwas pessimistischer gegenüber der Binnenwirtschaft zu sein.

Diese Tatsache wird die nächsten Wochen und die konjunkturellen Veröffentlichungen umso wichtiger in den Augen der Marktteilnehmer erscheinen lassen, da die Annahme geprüft werden muss, ob Europas Anlagewerte wirklich wieder in einen Abwärtstrend geraten. Erste Signale zeichnen sich ab. Die gestern veröffentlichten Industrieerträge für die Eurozone fallen den vierten Monat infolge. Die Wirtschaftskennzahl steigt im August um nur 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat und somit nicht so stark wie erwartet. In der Zwischenzeit sind die US-amerikanischen Produzentenpreise den vierten Monat infolge gestiegen.  

Allzu große Bewegungen an den Märkten konnten die Daten nicht auslösen, zumal alle Augen auf das US-Fiskalpaket gerichtet waren. Der Finanzminister der Vereinigten Staaten, Steven Mnuchin, bestätigte die pessimistischen Worte der Sprecherin des Repräsentantenhauses und deutete darauf hin, dass die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Parteien einer Einigung bezüglich eines Stimuluspakets im Wege stehen würden.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Arbeitslosenunterstützungen (14:30)
  • EZ: Christine Lagarde spricht (18:00)

EUR

Unverändert zum Vortag

Mit dem jüngsten Anstieg der Infektionszahlen und den erneuten Sperrmaßnahmen in Frankreich, Spanien und Großbritannien wird die kurz gelebte Favorisierung europäischer Anlagen zunehmend hinterfragt. In Verbindung mit der langsam in die Märkte fließenden Anspannung vor den US-Präsidentschaftswahlen und der jüngsten Festigung des US-Dollars stellt sich in der neuen Woche die Frage, ob die Kapitalrotation in risikoreiche Währungen fürs Erste gestoppt wird. Der Euro bleibt gegenüber dem US-Dollar zum Vortag unverändert bei 1,1750.

USD

Lichtschimmer hinter den dunklen Wolken?

Wirklich bemerkenswerte Fortschritte gab es bei den dieswöchigen Brexit-Verhandlungen keine. Aufgrund der breit angelegten negativen Haltung gegenüber dem Pfund seitens internationaler Investoren scheinen jedoch auch kleine Verbesserungen der Gemütslage auszureichen, um Hoffnungsschimmer auf einen Deal zu wecken. Gestern waren es die Worte des deutschen Finanzministers, welcher trotz der jüngsten Unsicherheiten ein Handelsabkommen mit Großbritannien erwartet, welche das Pfund unterstützen. Eine weitere positive Nachricht kam aus dem Lager des britischen Premierministers, welcher zuvor signalisiert hatte, die selbst auferlegte Frist, welche heute fällig wäre, wohl nicht in Anspruch zu nehmen. Somit bleiben den Parteien noch ein paar Wochen, um ein Abkommen auszuarbeiten.

Das britische Pfund nimmt die Nachrichten dankend an und wertet gegenüber dem US-Dollar und Euro leicht auf. Die Unterstützung bei EUR/GBP 0,90 scheint noch intakt zu sein.

Global

Divergenz im Bankensektor

Ohne Konsolidierungen dürfte die Bankbranche auf absehbare Zeit bestenfalls nur marginal von der Wirtschaftserholung profitieren. Dies wird es schwieriger machen, in zukünftigen Krisen Kapital bereitzustellen. Im schlimmsten Fall könnte es sein, dass sich in Zukunft große europäische Banken nacheinander von Unternehmen zurückziehen und diese Märkte an ausländische Rivalen abtreten. In den vergangenen Wochen sorgten neue Schlagzeilen um einen möglichen Bankenskandal für Aufsehen. Laut Recherchen eines internationalen Journalisten-Netzwerks wurden erhebliche Fehler im Kampf gegen die Geldwäsche von Institutionen wie der Deutschen Bank, HSBC Holdings, Standard Chartered und JPMorgan entdeckt. In der Zwischenzeit sorgten die Bilanzberichte von Goldman Sachs für Erstaunen. Die Investmentbank stiehlt der Konkurrenz die Show und verzeichnet im dritten Quartal eine Verdoppelung der Gewinne. Goldman Sachs überrascht somit die Prognosen der Analysten und verzeichnet das profitabelste Quartal seit 2010.


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