Wöchentliche Marktberichte

Okt 14, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Börsen ringen mit negativen Nachrichten

INTRO

Eine Welle negativer Schlagzeilen trübt am gestrigen Handelstag die Stimmung der Marktteilnehmer und treibt die internationalen Börsen in den roten Bereich. Risikoreiche Währungen wurden angesichts der schwachen Risikobereitschaft verkauft, während der US-Dollar und der japanische Yen von den Sorgen profitieren können.

Der Handelstag nahm mit dem Rücksetzer der deutschen Konjunkturerwartungen einen schwachen Auftakt. Laut dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ist die Stimmung unter deutschen Investoren im Oktober ersichtlich gesunken. Der Indikator kühlt von dem im Vormonat gefundenen 20-Jahres-Hoch ab und enttäuscht somit die Markterwartungen. Erneut ansteigende Infektionsraten, politische Anspannungen in den Vereinigten Staaten und kaum vorankommende Gespräche zwischen der EU und Großbritannien scheinen Investoren verunsichert zu haben. Laut dem europäischen Hauptverantwortlichen für die Handelsgespräche Michel Barnier scheinen sich die Parteien bei einigen Schlüsselpunkten uneinig zu sein.

An der Handelsfront gab es im langjährigen Streit zwischen der EU und den USA neue Entwicklungen. Laut der Welthandelsorganisation ist es der Europäischen Union erlaubt, US-Exporte im Wert von vier Milliarden US-Dollar mit Zöllen zu versehen. Eine sofortige Implementierung vor den US-Wahlen scheint angesichts der Anspannungen und Unsicherheiten bezüglich des Wahlergebnisses unwahrscheinlich.

Das Thema der politischen Unsicherheit zieht sich am gestrigen Tag über den Atlantik in die Vereinigten Staaten. Laut der Sprecherin des Repräsentantenhauses genügt der vorgeschlagene Stimulusplan von Donald Trump nicht, um das Land aus der Krise zu bringen. Die Demokraten scheinen somit nicht mit dem Hilfspaket einverstanden zu sein, eine Tatsache, welche die Wahrscheinlichkeiten eines erfolgreichen Bestätigung des Plans deutlich verringert.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Christine Lagarde spricht (10:00)
  • FR: IEA Ölausblick (10:00)
  • EZ: Industrieproduktion (11:00)
  • PL: Industrieproduktion (11:00)

EUR

Leicht abgeschwächt

Die Gemeinschaftswährung unterläuft die (kurzfristige) seit drei Wochen anhaltende Aufwärtstrendlinie und verzeichnet die zweite tägliche Abwertung infolge. Das Niveau um $1,1620 rückt ins Visier. Der Dollar kann sich auf breiter Basis festigen und beweist somit, dass die Nachfrage nach der Währung in Zeiten der Marktturbulenzen anhalten könnte.

GBP

Abwärtstrend intakt

Das britische Pfund reagiert wie die meisten Währungen negativ auf die gestrigen Ereignisse, hält sich angesichts der Risk-off Kapitalflüsse besser als erwartet. Die Reaktion auf die schwachen Handelsgespräche bleibt marginal.          Der Abwärtstrend der Währung gegenüber dem Euro bleibt aufrechterhalten. Der Schweizer Franken verzeichnet die vierte tägliche Abwertung infolge und notiert nun knapp über der dreimonatigen Unterstützungslinie bei EUR/CHF 1,0780.

CEE

Leiden unter dem Risk-off Sentiment

Der Renminbi folgt dem US-Dollar nach oben, zumindest gegenüber dem Euro. EUR/CNH scheint bei 7,90 eine solide Stütze gefunden zu haben, welche nun getestet werden könnte. Zentraleuropäische Währungen reagieren rasant auf die gestrige Änderung der Gemütslage und werten allesamt ab. Der ungarische Forint führt die Verluste mit einer Abwertung von mehr als einem Prozent an. Die tschechische Krone unterläuft die mehrmonatige Unterstützungslinie bei 27,23 und findet das niedrigste Niveau seit dem 20. Mai.


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