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Wöchentliche Marktberichte

Okt 13, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Sanktionen und Sperrmaßnahmen

INTRO

Hoffnungen auf eine positive Berichtssaison (Q3) US-amerikanischer Unternehmen treiben die Märkte zum Wochenauftakt nach oben. Marktteilnehmer erwarten sich solide Bilanzzahlen, zumal das dritte Quartal von Lockerungen der globalen Sperrmaßnahmen begleitet wurde. In den vergangenen paar Wochen zeigt sich jedoch ein ganz anderes Bild.

An den Währungsmärkten war in der Zwischenzeit eine leichte Risikoscheue zu erkennen. Sichere Währungen wie der US-Dollar und der japanische Yen können sich festigen, während Währungen in Zentraleuropa erneut abwerten. Der chinesische Renminbi verzeichnet gegenüber dem Euro die größte tägliche Abwertung seit Juli, nachdem die Zentralbank die Regeln beim spekulativen Wetten gegen die eigene Währung entschärft hatte.

Risikoereignisse des Tages

  • DE: Inflation (08:00)
  • EZ: ZEW Konjunkturerwartungen (11:00)
  • DE: ZEW Konjunkturerwartungen (11:00)
  • US: Inflation (14:30)

EUR

Deutsch-französische Sanktionsbereitschaft

Wie bei dem im zweiten Quartal angekündigten europäischen Fiskalpaket ist es auch in Sachen Sanktionen die deutsch-französische Partnerschaft, welche das Thema vorantreibt. Am Montag hatten sich die Außenminister der beiden Länder für Sanktionen gegen Russland ausgesprochen, um Kremlin für die Giftattacke gegen den Putin-Kritiker Alexei Navalny verantwortlich zu machen. Laut Quellen wurde bei einem Treffen der europäischen Außenminister in Luxemburg ein erster Plan der möglichen Maßnahmen gegen Moskau vorgestellt. Ein Land weiter soll es dem weißrussischen Präsidenten an den Kragen gehen. Aufgrund der fehlenden Bereitschaft seitens Alexander Lukaschenkos neue Wahlen auszusprechen, könnte die europäische Union Sanktionsmaßnahmen gegen den osteuropäischen Staat ankündigen. Neben dem Einfrieren der Vermögenswerte könnten einigen Politikern in Minsk auch Reiseverbote auferlegt werden.

Neben der Sanktionsgeschichte bleibt der Brexit im Mittelpunkt der politischen Gespräche am Kontinent. Die erste auferlegte Frist steht am Donnerstag an. Laut dem britischen Premierminister müssen sich die beiden Parteien spätestens bis zum 15. Oktober auf einen Entwurf des potenziellen Handelsabkommens einigen.

GBP

Negativzinsen bleiben im Gespräch I Johnson-Ankündigung

Die britische Notenbank hält sich die Option der Negativzinspolitik weiterhin offen. Die Währungshüter versuchen zwar bei jeder ihnen zur Verfügung stehenden Gelegenheit zu signalisieren, dass es unmittelbar zu keinen Zinssenkungen kommen wird. Intern werden jedoch seit einigen Wochen die negativen Folgen einer Reduktion des Leitzinssatzes in den negativen Bereich überprüft. Gestern veröffentlichte Berichte zeigen sogar auf, dass sich die Bank of England nun auch Informationen von den heimischen Finanzinstitutionen bezüglich ihrer Möglichkeit, mit negativen Zinsen zu überlegen, einholt. Der Brexit bleibt ein offener Unsicherheitsfaktor und auch die gestern angekündigten Sperrmaßnahmen könnten der Notenbank zu schaffen machen.

Das britische Pfund kann sich gegenüber dem Euro zwar den dritten Tag infolge festigen. EUR/GBP notiert jedoch weiterhin über dem psychologischen Niveau 0,90.

Covid-19

Indien mit mehr als 60 Tausend Neuinfektionen

Die Zahl der weltweit mit dem Coronavirus infizierten Menschen hat 37 Millionen überschritten. In den Vereinigten Staaten stieg die Zahl der Infizierten in den letzten 24 Stunden um knapp 44.000 auf insgesamt 7,76 Millionen, während in Indien 66.000 Neuerkrankungen vermeldet wurden. Der europäische Kontinent ist auch weiterhin von der zweiten Infektionswelle betroffen. Insbesondere Spanien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland bekommen die steigenden Infektionszahlen zu spüren. Eine einheitliche Reaktion der Regierungen gibt es jedoch nicht. In Tschechien wurden Schulen, Restaurants und Bars fürs Erste gesperrt. Die wirtschaftlichen Folgen der ersten Welle der Sperrmaßnahmen scheinen einen zweiten vollständigen Lockdown in Europa jedoch unwahrscheinlich zu machen.


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