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Wöchentliche Marktberichte

Okt 12, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fokus der Woche: Politische Tagungen

INTRO

Das Hin und Her bei den Gesprächen über das potenzielle US-Fiskalpaket zwischen den Republikanern und Demokraten dominiert derzeit die Gemütslage an den Märkten. Somit war es wenig erstaunlich, dass der US-amerikanische Aktienleitindex S&P500 am Freitag die beste Woche in drei Monaten hinter sich brachte, nachdem sich neue positive Impulse aus Washington breit gemacht hatten. Laut dem Berater des Weißen Hauses Larry Kudlow soll Washington bereit sein, den Demokraten einen Konjunkturplan von rund 1,8 Billionen US-Dollar anzubieten. Dies gab den internationalen Börsen am Freitag deutlichen Rückenwind, auch wenn nur wenige davon ausgehen, dass es noch vor der Präsidentschaftswahl am 03. November zu einer Einigung kommen wird.

Wie in den vergangenen Tagen werden auch in der anstehenden Woche die Entwicklungen in den Vereinigten Staaten die größten Katalysatoren für die Finanzmärkte bleiben. Neben den fiskalischen Gesprächen und den täglichen Schlagzeilen rund um den Präsidentschaftswahlkampf findet das jährliche Treffen der Weltbankgruppe und des Internationalen Währungsfonds statt. Situationsbedingt werden die Begegnungen und Sitzungen größtenteils auf die virtuelle Ebene verlagert. Marktteilnehmer erwarten sich nichtsdestotrotz politische und ökonomische Einschätzungen zum Stand der Weltwirtschaft und der Coronakrise. Auf der Mikroebene blicken Investoren gespannt auf die vierteljährliche Berichtssaison US-amerikanischer Unternehmen, um sich ein Bild über die Gesundheit des privaten Sektors zu machen. Am europäischen Kontinent gehen die informellen Brexit-Gespräche zwischen Großbritannien und der Europäischen Union in die nächste Runde. Ob es zu einem Durchbruch bis zum mit Anspannung erwarteten dreigliedrigen Sozialgipfel des europäischen Rats am Mittwoch kommen wird, ist jedoch fraglich.

Risikoereignisse des Tages

  • CZ: Inflation (09:00)
  • CN: Ausländische Direktinvestitionen (09:00)
  • EZ: Christine Lagarde spricht (13:00)

EUR

Erneut über $1,18

Die europäische Gemeinschaftswährung profitiert von der Schwäche des US-Dollars und wertet am Freitag erneut auf. EUR/USD befindet sich nun zum ersten Mal seit dem 21. September über dem Niveau 1,18 und somit auch über dem 50-tägigen gleitenden Durchschnitt. Neben neuen Datenveröffentlichungen werden Marktteilnehmer gespannt den Brexit-Entwicklungen folgen, zumal die selbst auferlegte Frist von Boris Johnson, ein Abkommen bis zum 15. Oktober auszuhandeln, immer näher rückt. Die Europäische Union hatte sich bereits diesbezüglich geäußert und angedeutet, dass die Frist nicht legal binden ist und somit ignoriert werden könne.

USD

Optimismus zieht den Dollar nach unten

Der US-Dollar ist aufgrund positiver Entwicklungen bei den Gesprächen bezüglich des US-Fiskalpakets und der erhöhten Wahrscheinlichkeit eines Sieges des Demokraten Joe Biden ins Straucheln gekommen. Der handelsgewichtete Dollar-Index verzeichnet am Freitag die größte tägliche Abwertung seit dem 28. August und notiert nun knapp einen Prozent über der seit 2011 anhaltenden Aufwärtstrendlinie.

CZK

Zweiter Lockdown nicht leistbar

Zentraleuropa hat sich in den vergangenen Wochen als eine der Regionen mit der am schnellsten wachsenden Infektionsrate am alten Kontinent herauskristallisiert. In Polen und Tschechien wurden in der vergangenen Woche so viele positive Testungen durchgeführt, wie zu keinem anderen Zeitpunkt der Coronakrise. Die zentraleuropäischen Währungen können trotzdem von dem jüngsten Optimismus der internationalen Marktteilnehmer profitieren und beenden die Woche im Grünen. Die tschechische Krone verzeichnet die erste wöchentliche Aufwertung seit Mitte August. Weitere Verschärfungen der Sperrmaßnahmen stehen in Tschechien bereits an, welche eine deutliche Reduktion von sportlichen und kulturellen Aktivitäten zur Folge haben könnten. Laut dem Präsidenten Milos Zeman könne sich die tschechische Ökonomie einen zweiten vollständigen Lockdown jedoch nicht leisten.


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