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Wöchentliche Marktberichte

Okt 09, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

War es das nun mit den Debatten?

Intro

Zwei Debatten wurden im Rahmen der Vorbereitung auf die US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen bereits gehalten. Eine zwischen Donald Trump (Rep.) und Joe Biden (Dem) und eine zwischen dem Vize-Präsidenten Mike Pence (Rep) und Kamala Harris (Dem.). Nun besteht die Möglichkeit, dass es zu keinem weiteren Meinungsaustausch kommt. Die Kommission für Präsidentschaftsdebatten will die nächste Debatte auf die digitale Bühne verlagern und die Kandidaten nicht persönlich gegeneinander debattieren lassen. Donald Trump hatte sich kurz nach der Nachricht zu Wort gemeldet, um anzudeuten, dass er bei dieser neuen Form nicht mit machen wird.  

Die Märkte scheint diese Tatsache jedoch wenig zu stören. Vielmehr reagieren die US-Börsen auf die jüngsten Fortschritte bei den zwischenparteilichen Gesprächen über die Bestätigung des Stimuluspakets, welches Haushalte, Unternehmen und Fluggesellschaften entlasten würde. Die meisten Börsen rund um den Globus gehen gestärkt aus dem Handel, auch wenn die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie US-amerikanischen und deutschen Staatsanleihen und dem US-Dollar doch noch zu spüren war.

Risikoereignisse des Tages

  • GB: Bruttoinlandsprodukt (08:00)
  • FR: Industrieproduktion (08:45)
  • IT: Industrieproduktion (10:00)

EUR

Wird die EZB nochmal aktiv?

Die Stärke des Euro scheint zumindest einen Teil der geldpolitischen Bemühung der europäischen Notenbank aufgehoben zu haben. Die Protokolle der letzten Zinsentscheidung der EZB deuten darauf hin, dass die Inflationserwartungen weiterhin auf niedrigen Niveaus verankert bleiben. Diese beiden Tatsachen könnten die Währungshüter zu weiteren Maßnahmen zwingen. Einige Marktteilnehmer erwarten sich eine Erhöhung des Staatsanleihenkaufprogramms im Dezember. Je pessimistischer der Unterton, welchen die Notenbank bei dem nächsten Treffen Ende Oktober anschlägt, umso wahrscheinlicher sind weitere Stimulusmaßnahmen bis Ende des Jahres. Obwohl die meisten Währungshüter deutliche Befürworter der lockeren Geldpolitik sind, scheint es Meinungsdifferenzen über die Höhe und Länge der Maßnahmen zu geben. Neben der Geldpolitik bleiben die Verhandlungen bezüglich des Brexits und die politischen Geschehnisse in den USA die größten Wechselkurstreiber für die Gemeinschaftswährung.

USD

Arbeitsmarkt bleibt angeschlagen

Die Anzahl der US-Amerikaner, welche in der vergangenen Woche die Arbeitslosenunterstützung beantragt haben, sinkt die zweite Woche infolge. Nichtsdestotrotz bleiben die Ansuchen auf Arbeitslosengelder mit knapp 840 Tausend knapp vier Mal größer als noch vor der Krise. Gesamtheitlich beziehen derzeit 11 Millionen Menschen irgendeine eine Art von staatlicher Unterstützung. Die Märkte warten somit auch weiter auf möglichen Stimulus vom Weißen Haus. Die Gebete wurden bislang jedoch nicht erhöht. Auch die US-Notenbank mischt sich ins Geschehen und untermauert die Notwendigkeit weiterer fiskalischer Maßnahmen.

CHF

SNB äußert sich zum Franken

Der Schweizer Franken ist die bevorzugte sichere Währung unter europäischen Investoren. Als Testament dieser Präferenz gilt die Bewegung des Franken seit Beginn des Jahres. Keine Währung innerhalb der bekannten G10 – die zehn am meisten gehandelten Valuten – konnte sich gegenüber dem US-Dollar in diesem Jahr besser schlagen. Und dies trotz der FX-Interventionen seitens der Schweizerischen Notenbank. Ganze 90 Milliarden Franken mussten die Währungshüter im ersten Halbjahr aufwenden, um der Währungsaufwertung entgegenzuwirken. Die gestrigen Kommentare des SNB-Präsidenten scheinen jedoch auf keine Reduktion der Beeinflussung deuten zu lassen. Anders sieht es dabei bei den internationalen Investoren auf, welche hoffen, dass die Schweiz von dem US-amerikanischen Finanzministerium auf die Manipulatorenliste gesetzt wird. Dies könnte die SNB kurzfristig vor weiteren Interventionen abschrecken und den Franken von den Ketten der Notenbank befreien.


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