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Wöchentliche Marktberichte

Okt 08, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Märkte erfreuen sich über Trumps Haltungswechsel

Intro

Der US-amerikanische Präsident erholt sich derzeit von dem Coronavirus und scheint laut seinen persönlichen Ärzten seit mehreren Tagen keine Symptome mehr aufgewiesen zu haben. Mit der Erholung von der Lungenkrankheit scheint sich die Meinung von Donald Trump bezüglich des US-Konjunkturpakets, welches derzeit zwischen dem Weißen Haus und den Demokraten ausgehandelt wird, gelockert zu haben. Am Dienstag teilte der Präsident seinen  Hauptverhandlern mit, die Gespräche sollen auf Eis gelegt und auf die Zeit nach der Präsidentschaftswahl verschoben werden.

Am Mittwoch meldete sich der Präsident dann erneut per Twitter zu Wort und forderte entgegen der am Dienstag  getätigten Aussagen eine unverzügliche Unterstützung von Klein- und Mittelunternehmen und Fluggesellschaften. Marktteilnehmer nehmen den scheinbaren Haltungswechsel des Präsidenten sofort mit offenen Armen an und treiben die meisten Aktienleitindizes nach oben. Die börsennotierten Indexfonds, welche die globalen, europäischen und US-amerikanischen Börsenbewegungen widerspiegeln steigen allesamt nach oben. Sichere Währungen wie der US-Dollar, Schweizer Franken und der japanische Yen werten gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung ab.

Risikoereignisse des Tages

  • DE: Handelsbilanz (08:00)
  • CZ: Einzelhandelsumsätze (09:00)
  • HU: Inflation (09:00)
  • CH: SNB Präsident spricht (11:30)
  • EZ: Protokolle der letzten Zinsentscheidung (12:15)

EUR

Deutsche Erholung lässt nach

An der geldpolitischen Front wurde neben der Rede der europäischen Notenbankpräsidentin auch die Veröffentlichung der Protokolle der letzten US-Zinsentscheidung verfolgt. Christine Lagarde versicherte den Märkten die geldpolitische Unterstützung so lange bereitzustellen, bis die Krise überstanden sei. Obwohl sich das Ende des zweiten und der Anfang des dritten Quartals mit einem starken Momentum ausgezeichnet haben, scheinen sich erste Anzeichen einer Verlangsamung der Erholung bemerkbar zu machen. Zum ersten Mal seit April verzeichnet die deutsche Industrieproduktion einen monatlichen Rücksetzer. Nach drei Anstiegen sinkt die Produktion im August um 0,2 Prozent, deutlich unter den Erwartungen von einem Anstieg von 1,5 Prozent.

RUB

Rekordnachfrage nach russischen Anleihen

Das Niedrigzinsumfeld treibt renditehungrigen Investoren in Schwellenländer. Ganz hoch auf der Liste der potenziellen Investitionsländer steht dabei Russland, zumindest wenn es sich um den Staatsanleihenmarkt handelt. Bei der jüngsten Auktion des Finanzministeriums reihten sich Investoren in Rekordzahlen an, um sich russische Staatsanleihen zu holen. Laut Refinitiv wurden OFZ Anleihen, welche im September 2030 fällig werden, im Wert von 315 Milliarden Rubel (umgerechnet 4 Milliarden Euro) an emittiert. Die größte Nachfrage scheint dabei vom heimischen Bankensektor gekommen zu sein.

Politische Unsicherheiten in Weißrussland und Kirgistan scheinen die Region mit Risiken zu behaften, welche insbesondere den jeweiligen Währungen zugesetzt haben. Nichtsdestotrotz blicken Investoren über die kurzfristigen Risikofaktoren hinweg und stürzen sich auf russische Staatsanleihen.

CZK

Mehr als 4.000 Neuinfektionen am Dienstag

Die zweite Infektionswelle ist seit wenigen Wochen auch wieder in Zentraleuropa zu erkennen. Obwohl der Region bei Weitem weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird als anderen Teilen des Kontinents, ist die tägliche Infektionsrate (bezogen auf Fälle pro 100 Tausend Einwohner) in Tschechien derzeit knapp über der Spaniens, dem bekannten Hotspots Europas. Allein am Dienstag wurden in Tschechien innerhalb der letzten 24 Stunden mehr als 4400 positiv getestete Fälle verzeichnet, ein neues Allzeithoch. Der Infektionsanstieg und die am Montag in Kraft getretenen teilweisen Restriktionen scheinen sich noch nicht in der Datenlage manifestiert zu haben.

Trotzdem gab es auch vor der Ankündigung der Sperrmaßnahmen schon erste Zeichen der Abkühlung. Seit Jahresbeginn ist die tschechische Industrieproduktion um 12 Prozent gesunken. Im August belief sich der Fall gegenüber dem Vormonat auf 0,9 Prozent. Einzelhandelsumsätze konnten sich im Juli – der letzte zur Verfügung stehende Datenpunkt – überraschend um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr festigen. Dies könnte die Umsätze für 2020 in den positiven Bereich retten. Eine Abkühlung im August und September scheint jedoch vorprogrammiert.


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