Wöchentliche Marktberichte

Okt 07, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Trump zieht einen Schlussstrich

INTRO

Die US-amerikanische Notenbank hat getan, was sie konnte. Der Leitzins wurde im Laufe der Coronakrise auf null gesenkt und auch die eigene Bilanz ist im Rahmen der Staats- und Unternehmensanleihenkäufe aufgequollen. Dieser Tatsache ist sich auch der Präsident der Federal Reserve bewusst. Erneut appelliert Jerome Powell an die beiden Seiten in Washington sich zu einem Kompromiss bei den Stimulus-Gesprächen durchzuringen.

Die Gefahr, der Wirtschaft die staatliche Unterstützung zu früh zu entziehen, könnte nachhaltig negative Konsequenzen mit sich bringen. Kurz nach der Rede des Währungshüters scheint der US-amerikanische Präsident Donald Trump seinen Verhandlungsführern mitgeteilt zu haben, die Verhandlungen zu beenden. Fürs Erste scheinen die Meinungsdifferenzen und gewünschten Stimuluswünsche zu groß zu sein, um auf einen gemeinsamen Nenner zu gelangen. Die Bestätigung eines neuen Hilfspakets soll auf nach der US-Wahl am 03. November verschoben werden.

Die drei Aktienleitindizes in den Staaten gehen allesamt geschwächt aus dem Handel. Am alten Kontinent schlägt sich der deutsche Dax besser, während sich der schweizerische SMI und der britische FT100 ebenfalls gegenüber dem Vortag schwächen. An den Währungsmärkten kam es zu keinen größeren Bewegungen. Wirkliche Ausreißer gab es nur bei den bekannten liquiditätsschwachen Währungen wie der norwegischen Krone (-1,36%), dem mexikanischen Pesos (-1,14%) und dem australischen Dollar (-0,68%).

Risikoereignisse des Tages

  • PL: Zinsentscheidung (13:00)
  • EZ: Christine Lagarde spricht (14:10)
  • US: Protokolle der letzten Zinsentscheidung (20:00)

EUR

Ohne größere Bewegungen

Obwohl die wirtschaftliche Datenlage genau von Investoren und Marktteilnehmern beobachtet wird, scheinen Schlagzeilen bezüglich der US-Wahl und dem Stimuluspaket deutlich höheren Stellenwert zu erhalten. Gestern fehlte es beim EUR/USD jedoch trotz der Rücksetzer bei den Gesprächen zwischen den Demokraten und Republikanern an Impulsen. Das Währungspaar hält sich über 1,17 und bewegt sich somit in der breiteren Spanne zwischen 1,15 und 1,20.

USD

Dollar-Dynamik dominiert die Märkte

Die meisten Währungspaare sind derzeit von den Bewegungen des US-Dollars bestimmt. Der kurzfristig größte Streitpunkt unter Analysten scheint dabei die Frage zu sein, wie die Währung bei einem Sieg vom Demokraten Joe Biden reagieren würde. Das von Biden angekündigte Stimulus-Paket, die Erhöhung der Kapitalertragssteuer und die Auflösung des Monopols im Technologiebereich könnten allesamt eine negative Wirkung auf den US-Dollar entfalten.

Auch die erwartete Reduktion der internationalen Anspannungen wäre eine für risikoreiche Währungen positive Nebenerscheinung. Auf der anderen Seite scheint eine historische Betrachtungsweise zu zeigen, dass der US-Dollar in den meisten Fällen unmittelbar nach US-Wahlen gegenüber den meisten Währungen aufwertet. Auch bevorzugt die Leitwährung einen Wechsel an der Spitze mehr, als eine Wiederwahl des amtierenden Präsidenten. Einige Biden-Anhänger haben ebenfalls die Annahme geäußert, dass der US-Dollar längerfristig von den geplanten Infrastrukturplänen profitieren könnte.

CEE

Zinsentscheidung in Polen

Zentraleuropäische Währungen scheinen den gestrigen Tag ohne größerer Aufreger überstanden zu haben. Marktteilnehmer erwarten sich keine geldpolitischen Richtungswechsel bei der heutigen Zinsentscheidung der polnischen Notenbank. Der im Rahmen der Coronakrise auf ein Allzeittief gesenkte Leitzins wird somit voraussichtlich auch weiterhin bestehen bleiben. Es wird interessant zu sehen, ob die Notenbank ein offizielles Ende des Staatsanleihenkaufprogramms kommunizieren wird. Noch ist der Ankauf weder mit einer Dauer, noch mit einem gewissen Volumen begrenzt.


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