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Wöchentliche Marktberichte

Okt 06, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wieso das Erkennen von Marktannahmen wichtig ist

INTRO

Märkte und Marktteilnehmer arbeiten mit Annahmen und Hypothesen. Diese entstehen im Laufe des Marktgeschehens oder wie in dem derzeitigen Fall durch eine Krise und werden auf Tages- und Wochenbasis an den tatsächlichen Stand der Realität angepasst. Gegen Ende des zweiten Quartals dominierte die Annahme, dass die Eurozone besser als der Rest der Welt aus der Krise gekommen sei. Vermehrt erhielten das deutsche Kurzarbeitersystem, die Eindämmung des europäischen Arbeitslosenanstiegs und die Reduktion der Infektionszahlen internationalen Beifall. Vor diesem Hintergrund ist auch die Aufwertung der Gemeinschaftswährung von Mai bis Juli gegenüber den meisten G10 Währungen zu verstehen. Mit der zweiten Welle in Europa und den erneuten teilweisen Sperrmaßnahmen in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Zentraleuropa kam diese Annahme jedoch zunehmend unter Druck. Erneut an den Märkten durch eine Stagnation des Aufwärtsmomentums der Gemeinschaftswährung Nahe dem 2-Jahres-Hoch bei $1,20 und der daraus folgenden Seitwärtsbewegung abgebildet. Dieses Beispiel zeigt die Relevanz vom Erkennen von Markthypothesen auf.

Nun hat sich in den vergangenen Wochen im Laufe  des US-Wahlkampfs eine neue Annahme gebildet. Ein Sieg des sonst „anti-marktwirtschaftlichen“ demokratischen Kandidaten Joe Biden scheint den Märkten besser zu gefallen, als eine Wiederwahl des amtierenden Präsidenten. Zum einen würde ein klarer Sieg des Demokraten die Wahrscheinlichkeit einer umstrittenen knappen Wahl verhindern. Zum anderen würde das angekündigte Stimuluspaket – das fünftgrößte seit mindestens 1940, bezogen auf den geschätzten Ertrag – dem Rest der Welt ein bullisches Signal zukommen lassen, welches eine Kapitalrotation in risikoreichere Währungen leichter gestalten würde. Eine historische Betrachtungsweise zeigt, dass ein Schuldenanstieg in der größten Volkswirtschaft der Welt für Entlastungen in anderen Teilen am Globus sorgt. Die erwartete Steuererhöhung könnte die Rotation aus US-Anlagewerten ebenfalls beeinflussen. Angesichts der diversen offenen Streitpunkte, Fragen und Unsicherheiten bleibt die Wahl somit das wichtigste politische Ereignis des Jahres.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Christine Lagarde spricht (10:35)
  • EZ: Christine Lagarde spricht (15:00)
  • US: Jerome Powell spricht (16:40)

EUR

Einzelhandelsumsätze steigen um 4,4%

Die Einzelhandelsumsätze festigen sich auch im August auf Monatsbasis um stolze 4,4 Prozent und halten die Wirtschaftserholung am Leben. Auf einer jährlichen Vergleichsebene können sich die Umsätze um 3,7 Prozent festigen, der größte Anstieg seit mindestens November 2017. EUR/USD notiert weiterhin im Bereich zwischen 1,16 und 1,1870, mit den weiteren Grenzen bei 1,15 und 1,20.

USD

Trump kehrt zurück I Kein Durchbruch beim Stimulus

Die Rückkehr des US-amerikanischen Präsidenten ins Weiße Haus, wenige Tage nach dem positiven Corona-Test, gibt den Märkten im vorbörslichen Handel einen leichten Schub. In der Zwischenzeit gab es bei den Gesprächen zwischen der Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi und dem US-Finanzminister Steven Mnuchin über das Pandemie-Hilfspaket erneut keinen Durchbruch. Es scheint somit zunehmend unwahrscheinlicher, dass eine Einigung vor der Präsidentschaftswahl am 03. November gefunden werden wird. Noch scheint die größte Volkswirtschaft die Erholung aufrecht zu halten. Der ISM Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor steigt im September auf einen Wert von 57,8, die vierte monatliche Expansion infolge.

CEE

Forint anfällig für Rücksetzer

Die gestrige Entwicklung der zentraleuropäischen Währungen bleibt größtenteils auf eine Seitwärtsbewegungen limitiert. In der vergangenen Woche hatte der ungarische Forint eine erste Erholungsphase gestartet und konnte sich gegenüber dem Euro auf ein 2-Wochen-Hoch festigen. Neben technischen Faktoren konnten einige Kommentare des ungarischen Notenbankpräsidenten der Währung helfen, nachdem der Währungshüter angedeutet hatte, die Inflation den einwöchigen Zinssatz bekämpfen zu können. Die steigenden Infektionszahlen in Zentraleuropa und die sonst unveränderte fundamentale Situation in Ungarn lassen jedoch auch weiterhin Schwächeanfälle des Forints zu.


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