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Okt 01, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

September: Anomalie oder Trendwechsel?

INTRO

Das dritte Quartal ist nun offiziell zu Ende und scheint auf den ersten Blick schlimmer ausgegangen zu sein, als Anfangs erwartet. Nach vier monatlichen Anstiegen des US-amerikanischen Aktienleitindizes S&P500 und vier monatlichen Abwertungen des US-Dollars haben sich die Bewegungen im September markant gegen diese Tendenz gestellt. Die Leitwährung verzeichnet den besten Monat seit Juli 2019, was gleichzeitig auch bedeutet hat, dass die europäische Gemeinschaftswährung die erste monatliche Abwertung seit April 2020 einstecken musste. Als eine nachhaltige Wende der risikoreichen Rally können die Bewegungen des vergangenen Monats jedoch nicht gesehen werden. Das dritte Quartal – insbesondere der September – gelten allgemein als die schwächste Periode für die globalen Börsen.

Die Anspannungen vor der US-Präsidentschaftswahl und die relativ schwache TV-Debatte am vorgestrigen Abend haben der Gemütslage natürlich ebenfalls nicht geholfen. Der Jahresausklang könnte somit größtenteils von dem Ergebnis der Wahl am 03. November entschieden werden. Ein Sieg von Joe Biden und den Demokraten im Senat könnten eine Fortsetzung der Rally risikoreicher Anlagen außerhalb der Vereinigten Staaten rechtfertigen.

Zurück vom längerfristigen auf den kurzen Analysehorizont ist zumindest in einigen Regionen wieder leichter Optimismus zu erkennen. Positive US-Arbeitsmarktdaten lassen die US-Börsen nach oben ziehen. Europäische Aktien können trotz der taubenhaften Worte der Präsidentin der europäischen Notenbank und der Möglichkeit einer Einführung eines flexiblen Inflationsziels nicht davon profitieren. Im heutigen Fokus stehen die weltweit veröffentlichten Stimmungsbarometer für das verarbeitende Gewerbe. Eine deutliche Abkühlung der Einkaufsmanagerindizes würde eine Verlangsamung der Wirtschaftserholung andeuten.

Risikoereignisse des Tages

  • CZ: Einkaufsmanagerindex (09:30)
  • CH: Einkaufsmanagerindex (09:30)
  • DE: Einkaufsmanagerindex (09:55)
  • EZ: Einkaufsmanagerindex (10:00)
  • EZ: Sondergipfel des europäischen Rats (10:00)
  • US: Inflation / PCE Preis (14:30)
  • US: Einkaufsmanagerindex (16:00)

USD

Folgt die EZB nun dem Beispiel der Fed?

Nach der ersten Anpassung des Inflationsziels in den Vereinigten Staaten könnte die europäische Notenbank nun dem Beispiel der Federal Reserve folgen und künftig das flexible Inflationsziel als das oberste Mandat ansehen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte sich gestern bezüglich eines möglichen Strategiewechsels geäußert und bestätigt, dass sich die Währungshüter darüber Gedanken machen. In der Zwischenzeit hat die Welthandelsorganisation der Europäischen Union erlaubt, Zölle auf US-Waren im Wert von knapp vier Milliarden US-Dollar einzuführen. Nun stehen die politischen Entscheidungsträger der EU vor der Entscheidung, ob und wann diese Zölle tatsächlich in Kraft treten sollen.

USD

Noch kein Stimulus – Dividenden weiterhin gesperrt

Die globale Leitwährung verzeichnet die vierte tägliche Abwertung infolge, nachdem am Montag ein zweimonatiges Hoch erreicht wurde. Finanzminister Steven Mnuchin und Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi haben es erneut nicht geschafft, sich bei den Gesprächen bezüglich des erwarteten Fiskalpakets zu einigen. Eine erfolgreiche Bestätigung des Stimuluspakets scheint vor der Wahl im November in die Ferne zu rücken. In der Zwischenzeit hat die US-Notenbank das Dividendenverbot bei Großbanken bis zum Ende des Jahres verlängert.

CZK

Sperrmaßnahmen ab Montag

Risikoreichere Anlagen profitieren von der gestrigen Schwäche des US-Dollars. Währungen in Zentraleuropa können sich erneut festigen, auch wenn die Infektionszahlen am Steigen und erneute Sperrmaßnahmen wieder mögliche Optionen für die Regierungen darstellen. EUR/PLN schwebt derzeit leicht über dem ersten Unterstützungsniveau bei 4,5130, während EUR/HUF und EUR/CZK über den Aufwärtstrendlinien 363,00 und 27,000 notieren. Tschechien verhängt vor dem Hintergrund rapide steigender Coronafälle den Ausnahmezustand für die kommenden 30 Tage. Die Grenzen sollen diesmal jedoch offen bleiben.


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