Wöchentliche Marktberichte

Sep 29, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wie Tag und Nacht – Börsen legen zu

INTRO

Der Unterschied zwischen dem Handelsabschluss der vergangenen Woche und dem gestrigen Wochenauftakt war deutlich zu spüren. Wie auch in der Vergangenheit waren es erneut Hoffnungen auf die Bestätigung des vierten US-Hilfspakets, welche die Märkte nach oben zogen. Die drei US-amerikanischen Aktienleitindizes festigen sich zum Vortag um jeweils mehr als einen Prozent, während der deutsche Dax und der europäische Stoxx600 3,20 Prozent und 2,30 Prozent höher notieren. In den Vereinigten Staaten konnten insbesondere Aktien aus dem Finanzsektor und der Tourismusbranche von dem gestrigen Sentiment profitieren.

Auch die Konjunkturdaten aus China scheinen an der Verbesserung der Anlegerstimmung beteiligt zu sein. Die Erträge von chinesischen Unternehmen im Industriesektor konnten sich den vierten Monat infolge festigen. Die Anzeichen einer Verlangsamung der Wirtschaftserholung sind zu erkennen. Solange wir uns im positiven Bereich befinden und die Notenbanken das Spiel der lockeren Geldpolitik nicht beenden, scheinen Investoren jedoch mit Börsenwerten glücklich zu sein.

Risikoereignisse des Tages

  • EU: Verbrauchervertrauen (11:00)
  • DE: Inflationsrate (14:00)
  • US: Verbrauchervertrauen (16:00)

USD

Meinungsdifferenzen kehren zurück

Christine Lagarde bestätigte dem europäischen Ausschuss für ökonomische und geldpolitische Angelegenheiten erneut, dass die Wirtschaftserholung ungleich, unsicher und von den Virusentwicklungen abhängig bleibt. Eine Tatsache, welcher sich die Märkte seit dem vergangenen geldpolitischen Treffen durchaus bewusst sind. Vor diesem Hintergrund war es nicht erstaunlich, dass der Euro im Laufe des Infektionsanstiegs in Europa wieder einige Gewinne abgeben musste. Ein leichter Hauch der Positivität aus den USA und China verhelfen der Gemeinschaftswährung jedoch zu einem positiven Wochenauftakt. EUR/USD notiert nun erneut knapp über 1,1650.

GBP

Nur noch zwei von drei Problemen?

Das britische Pfund konnte sich den vierten Tag infolge gegenüber dem Euro festigen. Die Möglichkeit einer Einführung negativer Zinsen hat die britische Währung in den Wochen zuvor unter Druck gesetzt. Laut dem stellvertretenden Gouverneur der britischen Notenbank scheint diese Option jedoch nicht unmittelbar bevorzustehen. In der Zwischenzeit gehen die EU-UK Handelsgespräche morgen in die nächste Runde. Beide Seiten stehen unter enormen Druck sich auf ein Abkommen nach dem offiziellen Ende der Übergangszeit zu einigen. Steigende Infektionszahlen in Großbritannien und die Brexit-Risikoprämie bleiben somit auch weiterhin negative Aspekte beim Handel mit dem britischen Pfund. Die Negativzinsdiskussion könnte fürs Erste in den Hintergrund rücken.

PLN

Schwäche setzt sich fort

Trotz der Glücksgefühle an den Börsen war der gestrige Handelstag alles andere als von einer erhöhten Risikobereitschaft charakterisiert. Die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie Gold, US-Staatsanleihen und dem Schweizer Franken war deutlich zu erkennen. Vor diesem Hintergrund galt somit auch die sonst positive Beziehung zwischen dem Aktienmarkt und risikoreicheren Währungen nicht. Sowohl die positiven Konjunkturdaten aus China, als auch die Schlagzeilen aus den USA haben es nicht geschafft, FX-Tradern den Pessimismus zu nehmen. Alle drei zentraleuropäischen Valuten setzten den Abwärtstrend fort. Der polnische Zloty findet ein mehr als fünfmonatiges Tief, während der ungarische Forint auf dem niedrigsten Niveau seit April notiert. In allen drei Ländern befindet sich die tägliche Infektionsrate in der Nähe des Allzeithochs.


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