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Sep 17, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fed signalisiert eine lange Zinspause

Intro

Das mit Anspannung erwartete geldpolitische Treffen der wichtigsten Notenbank der Welt endet ohne größere Aufreger. Die jüngsten Kommentare diverser US-amerikanischer Zentralbanker und der im Vorfeld angekündigte Wechsel zu einem symmetrischen Inflationsziel haben der Zinsentscheidung die wichtigsten Neuigkeiten vorweggenommen. Zusammengefasst bleibt der wirtschaftliche Ausblick der Währungshüter vor dem Hintergrund der noch wirkenden Folgeeffekte der Coronakrise angeschlagen. Die neuerliche Erholung unterschiedlicher Leitindikatoren wird von der Federal Reserve jedoch erkannt und positiv aufgenommen.

Den allgemeinen Zinsausblick konnte diese Tatsache jedoch nicht beeinflussen. Laut den gestern veröffentlichten Prognosen sehen die Währungshüter keine Notwendigkeit, in den nächsten drei Jahren an dem Leitzins zu schrauben. Von den 17 abgegebenen Stimmen sehen nur vier Teilnehmer bis Ende 2023 eine Zinserhöhung voraus. Weitere Prognosen für 2020 beinhalten eine Einschätzung der Fed bezüglich des Wirtschaftswachstums (-3,7 Prozent), der Arbeitslosenquote (7,6 Prozent) und der Inflation (1,2 Prozent).

Im Allgemeinen bleibt die Notenbank explizit von der Datenlage und der gesundheitlichen Situation abhängig und in der Lage, auf eine Verschlechterung der Wirtschaft mit weiteren Lockerungsmaßnahmen zu reagieren. Aufseiten der Anleihenkaufprogramme bleibt ebenfalls alles wie gehabt. Im Vorfeld der Zinsentscheidung hatte die Federal Reserve bestätigt, das derzeitige Volumen – monatlicher Kauf von Staatsanleihen und Hypothekenbesichertes Wertpapier im Wert von 80 und 40 Milliarden US-Dollar – beizubehalten.  

Weltweit bestätigte Coronafälle: 29.616.346

Weltweit bestätigte Todesfälle: 936.001

Weltweit bestätigte Genesungen: 20.114.603

EUR

Breit angelegte Abwertung

Die europäische Gemeinschaftswährung unterläuft nach der gestrigen Zinsentscheidung der Federal Reserve den seit März anhaltenden Aufwärtstrend und die wichtige Unterstützung bei $1,18. Nun rückt der 50 tägige gleitende Durchschnitt bei EUR/USD 1,1740 in den Vordergrund. Neben der Veröffentlichung der europäischen Inflation steht in Europa die Zinsentscheidung der britischen Notenbank an der Tagesordnung. Marktteilnehmer erwarten sich zwar keine Veränderung der Leitzinsen. Wie auch die US-Notenbank könnte die Bank of England eine längere Zinspause im Rahmen ihrer „Forward-Guidance“ signalisieren.

Risikoereignisse

  • EZ: Inflation (11:00)
  • GB: BoE Zinsentscheidung (13:00)

USD

Geldpolitik macht Platz für die Wahlen

Die Implikationen der gestrigen Zinsentscheidung für die Währungsmärkte halten sich in Grenzen, zumal die meisten Informationen im Vorfeld ohnehin erhältlich waren. Die reflationäre Politik der Fed bietet risikoreicheren Währungen prinzipiell eine gewisse Stütze, scheint zum größten Teil jedoch in den Wechselkursen eingepreist zu sein. Somit sollte die US-Geldpolitik zumindest in den nächsten Monaten ein wenig in den Hintergrund fallen und höchsten einen leicht positiven oder neutralen Einfluss auf die Märkte nehmen.

Mit dem Anmarsch der Präsidentschaftswahl im November wird die politische Ebene, insbesondere die offene Frage des vierten US-Hilfspakets, zunehmend die Rolle des wichtigsten Wechselkurstreibers einnehmen. Der erwartete Volatilitätsanstieg vor den Wahlen sollte im Auge behalten werden. Trotz der tendenziell negativen Wirkung der ultralockeren Geldpolitik auf den US-Dollar bleibt die Währung unmittelbar vor und nach US-Wahlen im Vorteil gegenüber risikobehafteten Valuten.

Risikoereignisse

  • US: Anträge auf Arbeitslosenunterstützung (14:30)

CZK

Neuinfektionen erreichen Rekordhoch

Währungen in Zentraleuropa reagieren nur marginal auf die gestrigen Marktgeschehnisse. EUR/CZK schafft es nicht, die seit Juni anhaltende Barriere bei 26,78 zu durchbrechen. In der Zwischenzeit verzeichnete Tschechien am Dienstag mit 1677 Neuinfektionen ein Rekordhoch. Angesichts der gesundheitlichen Lage scheinen die derzeitigen Wirtschaftsprognosen der tschechischen Zentralbank laut dem Vize-Präsidenten zu optimistisch zu sein. Somit könnte sich bei dem nächsten geldpolitischen Treffen eine Revision nach unten anbahnen. Der Leitzins sollte laut Tomas Nidetzky für mindestens ein Jahr in der Nähe von null Prozent gehalten werden.

Risikoereignisse

  • PL: Arbeitsmarktdaten (10:00)


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