Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Sep 16, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Positive Konjunkturdaten und das Warten auf die Fed

INTRO

Nach einer langen Flaute sind die chinesischen Einzelhandelsumsätze zum ersten Mal in diesem Jahr gestiegen. Auch die Industrieproduktion schneidet im August mit einem Wachstum von 5,6 Prozent besser ab als erwartet (5,1 Prozent). Somit scheinen die Anspannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten und der angeschlagene Welthandel noch keine Limitationen für die Erholung der zweitgrößten Wirtschaft der Welt darzustellen. Die sonst vorsichtige Haltung internationaler Investoren vor einem Treffen der US-amerikanischen Währungshüter war gestern somit zumindest an den globalen Börsen nicht zu spüren. Die meisten europäischen und amerikanischen Aktienleitindizes gehen gestärkt aus dem Handel.

In der Zwischenzeit dominierten an den Währungsmärkten die üblichen Beziehungen und Korrelationen. Die europäische Gemeinschaftswährung lässt nach vier täglichen Aufwertungen infolge wieder leicht nach und zieht die Währungen Zentraleuropas mit nach unten. Angesichts der gestrigen Schwäche des EUR/USD ist es ebenfalls nicht erstaunlich, dass die Währungspaare EUR/CNH und EUR/RUB nachgeben mussten. Der russische Rubel bleibt, anders als der chinesische Renminbi, jedoch weiterhin in einem Abwärtstrend gefangen.

Die divergierende Bewegung der beiden Währungen lässt sich durch die „politische Risikoprämie“ erklären, welche dem Rubel auferlegt worden ist. Heimische Kapitalabflüsse, eine schleppende Erholung der Ölpreise und anhaltende Proteste in Weißrussland machen der Währung zu schaffen. An dem heutigen Handelstag werden regionale Ereignisse und Wirtschaftsveröffentlichungen jedoch von der Zinsentscheidung in den Vereinigten Staaten um 20:00 Uhr in den Schatten gestellt. Die erhoffte Bestätigung der lockeren Geldpolitik könnte Schwellenländerwährungen zugutekommen. Eine unerwartete Abweichung von dieser Annahme birgt jedoch die Gefahr einer Flucht in den US-Dollar und eines Abverkaufs risikoreicher Anlagen.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 29.323.247

Weltweit bestätigte Todesfälle: 929.444

Weltweit bestätigte Genesungen: 19.898.806

EUR

Konjunkturerwartungen auf 20-Jahres-Hoch

Auch in Deutschland geht die jüngste Verbesserung diverser Leitindikatoren in die nächste Runde. Die vom ZEW-Institut veröffentlichten zukünftigen Konjunkturerwartungen steigen im September um 5,9 Zähler auf (77,4) das höchste Niveau seit Mai 2000. Die Datenpunkte scheinen die Lagebeurteilung der Europäischen Notenbank zu bestätigen. Bei dem geldpolitischen Treffen in der vergangenen Woche verwiesen die Währungshüter auf die jüngste Festigung der Konjunktur, auch wenn die Vorkrisenniveaus noch lange nicht erreicht worden sind.

Risikoereignisse

  • EZ: Handelsbilanz (11:00)

USD

Neue Zinsprognosen der Fed

Die US-amerikanische Volkswirtschaft konnte sich einen positiven Auftakt in das dritte Quartal erkämpfen. Die unmittelbar nach der Krise erkennbare v-förmige Erholung scheint nun jedoch an Fahrt zu verlieren. Die gestern veröffentlichte US-Industrieproduktion steigt zwar auf Monatsbasis um 0,4 Prozent. Die Wachstumsrate im Juli (3,5%), als auch die Konsensus-Erwartungen der Ökonomen für August (1,0%) wurden nicht erfüllt. Vor diesem Hintergrund könnte die US-amerikanische Notenbank heute offiziell das neue „symmetrische“ Inflationsziel formalisieren und ihre lockere Geldpolitik untermauern. Marktteilnehmer warten ebenfalls gespannt auf die Veröffentlichung des bekannten „Dot-plots“, also der internen Zinsprognose der Währungshüter.

Risikoereignisse

  • US: Einzelhandelsumsätze (14:30)
  • US: Fed Zinsentscheidung (20:00)
  • US: Fed Prognosen (20:00)
  • US: Fed Pressekonferenz (20:30)

USD

Leitzinsen unverändert

Die polnische Notenbank nimmt keine größeren Veränderungen an der eigenen Geldpolitik vor und belässt den Leitzins am Rekordtief von 0,1 Prozent. Das während des Krisenhöhepunkts eingeführte Staatsanleihenkaufprogramm wird überraschenderweise ebenfalls nicht weiter konkretisiert und weist somit ein offenes Ende auf. Die jüngsten Verbesserungen der heimischen Volkswirtschaft wurde anerkannt, angeführt durch niedrigere Rohstoffpreise und eine starke fiskalpolitische Reaktion seitens der polnischen Regierung.

EUR/PLN befindet sich derzeit in dem Bewegungsbereich zwischen 4,37 und 4,50. Die lockere Geldpolitik der US-amerikanischen und europäischen Notenbanken scheint eine prinzipielle Stütze für risikoreiche Währungen darzustellen und könnte den Zloty vor größeren mittelfristigen Abwertungen verschonen. Angesichts der langsam abkühlenden polnischen Inflation und der Tatsache, dass die erste mögliche Zinsstraffung nach der Krise immer weiter in die Ferne rückt, scheint es dem Zloty jedoch ebenfalls an positiven Katalysatoren zu fehlen.

Risikoereignisse

  • PL: Kerninflation (14:00)


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.