Wöchentliche Marktberichte

Sep 15, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ruhiger Auftakt in eine spannende Woche

Intro

Die neue Handelswoche beginnt mit Gewinnen. Zumindest für die US-amerikanischen Aktienleitindizes und Gold. Ein Grund für den positiven Wochenauftakt kann in den gestrigen Schlagzeilen bezüglich der Fortschritte in der Impfstoffentwicklung gefunden werden. Dass Investoren dabei gleichzeitig auch Gold nachfragen, liegt derzeit an der negativen Beziehung zwischen dem Edelmetall und dem US-Dollar. Marktteilnehmer warten nun gespannt auf die Zinsentscheidungen in den USA, Japan und Großbritannien. Davor melden sich heute die polnischen Währungshüter zu Wort und machen den geldpolitischen Anfang, in einer Woche, in welcher neun Zinsentscheidungen anstehen.

Auf der Wirtschaftsfront stehen die heutigen Veröffentlichungen der chinesischen Industrieproduktion und der Einzelhandelsumsätze im Vordergrund. Insbesondere, nachdem das Kreditwachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im August auf das höchste Niveau seit März gesprungen war. Den krönenden Abschluss der Woche stellt das bekannte „quadruple witching“ am Freitag dar. Das Ereignis kommt einmal im Quartal vor und bezeichnet den gleichzeitigen Ablauf von Aktienindextermingeschäften, Aktienindexoptionen, Aktienoptionen und Aktientermingeschäften. Das Ereignis ist insbesondere in Zeiten erhöhter Volatilität von größerer Bedeutung, da sich Händler kurz vor Ablauf auf die Möglichkeit großer Preisschwankungen vorbereiten müssen.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 29.059.868

Weltweit bestätigte Todesfälle: 925.084

Weltweit bestätigte Genesungen: 19.653.210

GBP

Stabilisierung nach Abverkauf

Das britische Pfund konnte von der gestrigen Schwäche der US-Währung profitieren, angeführt von einer marginalen Verbesserung des Risikosentiments. Die allgemein negative Tendenz gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung bleibt jedoch weiterhin intakt. Investoren  waten gespannt auf die dieswöchige Abstimmung über ein neues Gesetztes in Großbritannien, welches die Beziehung mit der Europäischen Union in Gefahr bringen könnte. Der Gesetzesvorschlag, welcher in Bezug auf die Grenze zwischen Nordirland und Irland gegen das im Januar unterzeichnete Austrittsabkommen zwischen dem Königreich und der EU gehen würde, spaltet die Meinungen innerhalb der konservativen Partei. Eine erfolgreiche Abstimmung würde die Anspannungen zwischen den beiden Parteien und die Brexit-Prämie erhöhen, was sich wiederum in einem schwächeren Pfund bemerkbar machen könnte.

Risikoereignisse

  • EZ: ZEW Konjunkturerwartungen (11:00)
  • DE: ZEW Konjunkturerwartungen (11:00)

USD

Stabilisierung nach Abverkauf

Die globale Leitwährung geht gestern in Antizipation auf die kommende US-Zinsentscheidung geschwächt aus dem Handel. Obwohl die Währungshüter keinen Spielraum für weitere Zinssenkungen haben, bleiben das Potenzial einer Ausweitung der „Forward-Guidance“ und die Möglichkeit, dass die Notenbank einen pessimistischen Ton anschlägt, dämpfende Faktoren für den Dollar. Im Großen und Ganzen halten sich die Bewegungen an den Währungsmärkten angesichts fehlender signifikanter Schlagzeilen in Grenzen. Spekulative Investoren wetten auch weiterhin auf einen sinkenden US-Dollar, doch das Volumen der Short-Positionen ist die zweite Woche infolge zurückgegangen.

Risikoereignisse

  • US: Industrieproduktion (15:15)

CEE

Putin kommt Lukaschenko entgegen

Währungen in Zentraleuropa gehen trotz der positiven Impfstoff-Schlagzeilen im Durchschnitt geschwächt aus dem Handel. Die tschechische Krone wertet gegenüber dem Euro knapp 0,40 Prozent ab und steht nun vor der ersten signifikanten Barriere bei EUR/CZK 27,00. In Ungarn beruhigte die Notenbank die Geldmärkte mit den in der vergangenen Woche gehaltenen Währungsswaps, mit welchen die Währungshüter implizit bestätigten, dass sie einen Wechselkurs über EUR/HUF 360,00 eher ungern sehen würden. Marktteilnehmer scheinen der Notenbank fürs Erste zu gehorchen und lassen das Währungspaar leicht abwerten. Bei dem gestrigen Treffen des russischen und weißrussischen Präsidenten bot Vladimir Putin Alexander Lukashenko vollkommene Unterstützung gegen die monatelangen oppositionellen Proteste. Der russische Rubel scheint negativ auf die Schlagzeilen reagiert zu haben, zumal das größte politische Risiko eine Intervention seitens Vladimir Putins in Weißrussland zu sein scheint. EUR/RUB bleibt somit auch weiterhin im Bereich zwischen 88,00 und 90,00 gefangen.

Risikoereignisse

  • PL: Zinsentscheidung (13:00)


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