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Wöchentliche Marktberichte

Sep 04, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Roter Tag an den Börsen

INTRO

Die globalen Aktienmärkte verzeichnen den größten täglichen Rücksetzer seit Juni, angeführt durch den Abverkauf der Tech-Werte auf der Wall Street. Der technologielastige Nasdaq geht mit einem mehr als vierprozentigen Verlust aus dem Handel, während der deutsche Dax und der britische FTSE100 knapp zwei Prozent verlieren. Einen offensichtlichen Übeltäter gibt es für die gestrigen Stimmungsschwankungen nicht. Vielmehr sind es die hohen Aufschläge an den Märkten, welche vor dem Hintergrund einer abschwächenden Wirtschaftserholung immer stärker angezweifelt werden.

Der jüngste Aufstieg der globalen Börsen ist von diversen Divergenzen geprägt, welche die Märkte für Rücksetzer, auch bei einer Fortsetzung der Rally, anfällig machen. Insbesondere Tech-Werte und Aktien  von Unternehmen im Gesundheitssektor konnten von den Gegebenheiten der Coronakrise profitieren. Beide Sektoren machen nun knapp die Hälfte der Bewertung des amerikanischen S&P500 aus. Die jüngste Kauflaune der Investoren, gekoppelt mit der lockeren Geldpolitik, hat die Marktkapitalisierung des Aktienindizes auf das 1,4-fache des US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukts geführt.

Die europäische Gemeinschaftswährung geht nach einem ereignisreichen Tag kaum verändert aus dem Handel. EUR/USD hält sich trotz der dritten täglichen Abwertung über dem Niveau $1,18. Der größte Treiber des Währungspaares war die US-amerikanische Datenlage, welche dem Dollar zuerst Rückenwind bot, letztendlich jedoch gemischte Signale sendete und die Währung nach unten drückte. Das wichtigste Fazit des vergangenen Handelstages bleibt somit: Trotz der Bedeutung des bestehenden Momentums bleibt das Währungspaar EUR/USD auch weiterhin von der wirtschaftlichen Datenlage abhängig. Angesichts des Börsenabverkaufs und des größten täglichen Anstiegs der US-Aktienmarktvolatilität seit Juni hat sich der Euro bislang relativ gut gegen die Kapitalflüsse gewehrt. Nun rückt der US-Arbeitsmarktbericht in den Vordergrund, welcher das Marktsentiment zum Wochenausklang definieren könnte.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 26.062.946

Weltweit bestätigte Todesfälle: 863.741

Weltweit bestätigte Genesungen: 17.316.206

EUR

Die Politik hinter dem Euro

Es wäre falsch, die jüngste Aufwertung der Gemeinschaftswährung als einen blinden Vertrauensspruch in die Eurozone zu interpretieren. Die Stimuluspakete der europäischen Regierungen und der Notenbank haben internationale Investoren zu einem gewissen Punkt glücklich gestimmt und dem Euro erlaubt, von der Schwäche der US-Währung zu progieren. Der politische Charakter der Gemeinschaftswährung könnte jedoch erneut an die Oberfläche gelangen und eine hemmende Wirkung auf den Euro haben. Zwei Fragen sind in den vergangenen Wochen aufgrund der Einzigartigkeit der Krise untergegangen, scheinen jedoch wichtiger denn je zu sein:

  1. Sind die öffentlichen Schulden der Eurozone dauerhaft nachhaltig?
  2. Ist der Schritt aus der Negativzinspolitik machbar und welche Implikationen hätte das Einschlagen dieses Weges?

Am gestrigen Tag meldete sich der Präsident der belgischen Notenbank zu der ersten Frage zu Wort. Pierre Wunsch untermauerte die Schwierigkeiten, welche mit dem Lösen der Schuldenfrage auftauchen würden. Nichtsdestotrotz seien dies Probleme, welche laut dem Zentralbanker nicht in den nächsten 6 bis 24 Monaten gelöst werden müssten. Der deutsche Bundesbankpräsident schlug einen kurzfristigeren Kurs an und betonte die Notwendigkeit, sich nach der Krisenerholung wieder Gedanken über einen Austritt aus der lockeren Geldpolitik zu machen. Das geldpolitische Krisenbekämpfungspaket sei laut Weidmann zeitlich limitiert und an die Krise gekoppelt.

Risikoereignisse

  • DE: Werkaufträge (08:00)
  • EZ: Rede des EZB-Chefökonomen (17:00)

USD

Gemischte Datenlage

Die Wirtschaftstätigkeit im US-amerikanischen Dienstleistungssektor nahm im August in einem robusten Tempo weiter zu. Der Einkaufsmanagerindex für dem Dienstleistungssektor des Institute for Supply Management (ISM) erreichte einen Wert von 56,9. Dieser Wert lag jedoch unter dem Vormonat (58,1) und verfehlte die Markterwartung von 57. In der Zwischenzeit gingen die wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenunterstützung erneut zurück, ein mögliches Zeichen für einen sich langsam verbessernden Arbeitsmarkt. Die wöchentlichen Erstanträge auf Beihilfen gingen in der Woche zum 29. August um 130.000 auf saisonbereinigte 881.000 zurück.

Risikoereignisse

  • US: Arbeitsmarktbericht (14:30)

CEE

Abverkauf in der Region spürbar

Eine relativ enttäuschende Datenlage aus den Vereinigten Staaten und der Abverkauf an den Börsen setzt den zentraleuropäischen Währungen zu. Die tschechische Krone und der ungarische Forint verzeichnen die vierten täglichen Abwertungen infolge. EUR/PLN steht nun von der fünfmonatigen Abwärtstrendlinie bei 4,40. Die Wirtschaftsrückgänge im zweiten Quartal, gekoppelt mit den großen Budgetdefiziten, machen die Währungen, insbesondere den ungarischen Forint, für Rücksetzer anfällig. EUR/HUF befindet sich derzeit auf dem höchsten Niveau seit dem 07. April. Die ersten technischen Unterstützungen nach unten befinden sich nun bei einem Kurs von 357,00 und 354,00.

Risikoereignisse

  • CZ: Einzelhandelsumsätze (09:00)
  • HU: Industrieproduktion (09:00)
  • RU: Inflation (15:00)


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