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Sep 01, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Warren Buffet setzt auf Japan I Globale Konjunkturdaten

INTRO

Der gestrige Handelstag war durch uneinheitliche Bewegungen an den globalen Finanzmärkten geprägt. US-amerikanische Börsen, Gold  und die europäische Gemeinschaftswährung können von der erneuten Abwertung des US-Dollars profitieren, während Schwellenländerwährungen Verluste hinnehmen müssen. Das im April erweckte bullische Sentiment scheint somit auch weiterhin das globale Marktgeschehen zu dominieren und treibt den US-Aktienleitindex S&P500 den fünften Monate infolge nach oben (+40% zwischen April und August). Europäische und japanische Aktien erhalten insbesondere aufgrund ihrer günstigen Positionierung immer mehr Aufmerksamkeit von Investoren.

Trotz des jüngsten Unsicherheitsfaktors rund um den Rücktritt des japanischen Premierministers gab Warren Buffet am Sonntag bekannt, jeweils fünf Prozent der Anteile von fünf japanischen Handelsgesellschaften erworben zu haben. Mit der insgesamt 6,25 Milliarden Dollar schweren langfristigen Investition wettet Berkshire Hathaway aktiv auf die Zukunft des Landes, basierend auf der Annahme eines schwachen Dollars und einer steigenden globalen Inflation. Angesichts des prozyklischen Charakters des japanischen Aktienmarkts scheint ebenfalls die Annahme einer nachhaltigen Erholung der Weltkonjunktur hinter der Investitionsentscheidung zu stehen. Der jüngste Optimismus über die Wirtschaftserholung bleibt an Erfolgen bei der Impfstoffforschung für das Coronavirus abhängig.

Angesichts dieser den Märkten zugrundeliegenden Annahmen bleibt eine regelmäßige Beobachtung der Konjunkturdaten von Bedeutung, um Anzeichen einer Abkühlung der Wirtschaftserholung oder gegenteilig eines Inflationsanstiegs zu erkennen. Vor diesem Hintergrund erwarten sich Marktteilnehmer mit den Veröffentlichungen der Einkaufsmanagerindizes (verarbeitendes Gewerbe) in den Vereinigten Staaten, der Eurozone, Deutschland, Russland und Tschechien neue Erkenntnisse  über die Lage der jeweiligen Volkswirtschaften. In allen drei zentraleuropäischen Ländern stehen ebenfalls die Bruttoinlandsprodukte für das zweite Quartal an der Tagesordnung.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 25.318.901

Weltweit bestätigte Todesfälle: 847.797

Weltweit bestätigte Genesungen: 16.664.943

EUR

Italien bleibt in einer Rezession

Deutschland verzeichnet im August eine Stagnation der Teuerungsrate, nachdem die Inflation im Juli aufgrund der Mehrwertsteuersenkung zum ersten Mal seit 2016 wieder in den negativen Bereich gefallen war. Dies bestätigt erneut den kurzfristigdeflationären Charakter der Krise, bei welchem die Inflation aufgrund der schwachen Nachfrage nach unten gezogen wird. In der Zwischenzeit veröffentlichte das italienische Statistikamt die Wachstumszahlen für das zweite Quartal. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone ist in den Monaten bis Juni auf Quartalsbasis um 12,8 Prozent gesunken. Dies stellt die größte vierteljährliche Schrumpfung der italienischen Wirtschaft aller Zeiten und die Dritte infolge dar.

Die europäische Gemeinschaftswährung profitiert den dritten Tag infolge von der Schwäche des US-Dollars und der langsamen Kapitalverlagerung in prozyklische Währungen. Aufgrund der momentanen Positionierung bleibt EUR/USD anfällig für Rücksetzer, insbesondere sollte sich das Niveau um 1,20 als hartnäckige Barriere herausstellen. Ein Ausbruch jenseits des Widerstandes birgt jedoch Aufwärtsrisiken.

Risikoereignisse

  • DE: Arbeitslosenquote (09:55)
  • DE: Einkaufsmanagerindex (09:55)
  • EZ: Einkaufsmanagerindex (10:00)
  • EZ: Inflation (11:00)

USD

Fed lässt sich weiteren Spielraum nach unten

Die US-amerikanische Notenbank bleibt aggressiv und zeigt sich in den vergangenen Monaten so expansiv wie noch nie zuvor. Neben den im Laufe der Coronakrise gesunkenen Leitzinsen und den Liquiditätsspritzen, welche mittlerweile mehr als drei Billionen US-Dollar betragen, wurde in der vergangenen Woche das Inflationsziel marginal modifiziert. Nun lässt der Vize-Präsident der Federal Reserve bei der gestrigen Rede noch Spielraum für weitere expansive Maßnahmen.

Die Möglichkeit einer Fixierung der Staatsanleihenrenditen an einem gewissen Niveau stellt ein potenzielles Mittel dar, um einen möglichen Anstieg der Finanzierungskosten zu bekämpfen. Noch scheinen die Bedingungen für den Einsatz des Instruments nicht vorhanden zu sein, so der Zentralbanker. Im Rahmen der nächsten Zinsentscheidung in zwei Wochen werden die Ökonomen der Federal Reserve neue Prognosen bis in das Jahr 2023 veröffentlichen. Geldmärkte gehen von keinen Zinsveränderungen in den nächsten zweieinhalb Jahren aus.

Risikoereignisse

  • US: ISM Einkaufsmanagerindex (16:00)

CEE

Konjunkturdaten im Fokus

Die zentraleuropäischen Währungen konnten erheblich von der jüngsten Kapitalrotation in risikoreichere Vermögenswerte profitieren und befinden sich nun auf mehrmonatigen Höhen gegenüber dem US-Dollar. Obwohl die Währungen prinzipiell von einer lockeren Geldpolitik der US-amerikanischen Notenbank und einer Aufwertung des Paares EUR/USD profitieren, scheint der Zusammenhang insbesondere in Zeiten der signifikanten EUR-Stärke nicht linear zu sein. Der polnische Zloty, die tschechische Krone und der ungarische Forint mussten allesamt Verluste einstecken, notieren heute Morgen jedoch leicht gestärkt gegenüber dem Schlusskurs des Vortages. EUR/CZK hat sich im Bereich zwischen 26,00 und 26,300 eingependelt und wartet nun auf weitere Katalysatoren. EUR/PLN bewegt sich innerhalb der mehrmonatigen Unterstützung bei 4,37 und der Abwärtstrendlinie bei 4,44. Die heutige Veröffentlichung der globalen Einkaufsmanagerindizes könnte den Währungspaaren neue Impulse mit auf den Weg geben.

Risikoereignisse

  • RU: Einkaufsmanagerindex (08:00)
  • CZ: BIP Q2 (09:00)
  • HU: BIP Q2 (09:00)
  • PL: BIP Q2 (09:00)
  • CZ: Einkaufsmanagerindex (09:30)
  • PL: Inflation (10:00)


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