Wöchentliche Marktberichte

Aug 28, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Strategiewechsel der US-Notenbank

Intro

Investoren an den US-Aktienmärkten scheinen das erste Ergebnis der strategischen Beurteilung der US-amerikanischen Notenbank positiv aufgefasst zu haben. Der Aktienleitindex SP500 verzeichnet den sechsten täglichen Anstieg infolge und findet erneut ein Allzeithoch. Die Börsen in Deutschland, Österreich und der Schweiz notieren jedoch leicht geschwächt zum Vortag. Mit der gestrigen Veröffentlichung des US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukts ist es nun offiziell. Die größte Volkswirtschaft der Welt verzeichnete im zweiten Quartal die größte Kontraktion nach dem Zweiten Weltkrieg. Umgerechnet auf ein gesamtes Jahr fällt die Wirtschaftsaktivität in den drei Monaten bis Juni um knapp ein Drittel. Die Europäische Union verzeichnet eine Kontraktion von 39 Prozent, während die britische Wirtschaft auf Jahresbasis um 60 Prozent geschrumpft ist.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 24.234.340

Weltweit bestätigte Todesfälle: 827.110

Weltweit bestätigte Genesungen: 15.839.177

EUR

Hält sich über $1,18

Die gestrige Bestätigung des neuen asymmetrischen Inflationsziels der US-amerikanischen Notenbank geht ohne größere Überraschungen von der Bühne und war von den Märkten größtenteils in die Bewertungen eingepreist. Die europäische Gemeinschaftswährung und risikoreichere Währungen konnten sich zwar unmittelbar nach der Rede des US-Notenbankpräsidenten festigen, schaffen es jedoch nicht, an den Gewinnen bis zum Tagesabschluss festzuhalten. Sowohl die derzeitigen Erwartungen einer Fortsetzung der globalen Wirtschaftserholung, als auch die ultra-lockere Geldpolitik der US-Notenbank gelten als netto-negative Faktoren für den US-Dollar. Da sich an der Haltung der Federal Reserve so schnell nichts ändern wird, bleiben die Annahme der Wirtschaftserholung und die US-Präsidentschaftswahl die kurz- bis mittelfristig größten Faktoren für die Währungspaare EUR/USD und EUR/CHF.

Risikoereignisse

  • EZ: Verbrauchervertrauen (11:00)

USD

Asymmetrisches Inflationsziel

Die ultralockere Geldpolitik der US-amerikanischen Notenbank wird den Märkten noch eine Weile erhalten bleiben. Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten an den Arbeitsmärkten und der kurzfristig deflationären Natur der Wirtschaftskrise hat sich die Federal Reserve zu einem geldpolitischen Strategiewechsel entschieden. Das weltbekannte und bewährte zweiprozentige Inflationsziel bleibt in einer modifizierten Version bestehen. Anstatt einer Obergrenze werden die zwei Prozent nun jedoch als ein Durchschnittswert interpretiert, welcher kurzfristig übertroffen werden kann. Durch eine mittelfristig höhere Teuerungsrate kann der deflationäre Druck, welcher derzeit besteht, laut den Währungshütern langfristig kompensiert werden.

Risikoereignisse

  • US: Jackson Hole Symposium
  • US: Inflation (14:30)
  • US: Verbrauchervertrauen (16:00)

Welt

90% der Welt erlebte eine Kontraktion

Angesichts des globalen Charakters der jüngsten Wirtschaftskrise geht der internationale Währungsfond davon aus, dass in diesem Jahr mehr als 90 Prozent der Nationen weltweit in eine jährliche Kontraktion fallen könnten. Zum ersten Mal seit den 1960er Jahren könnte der Abschwung auch das Wachstum der Schwellenländer in den negativen Bereich ziehen. Dass die neuesten Wachstumszahlen ohne große Aufreger an den Märkten von der Bühne gehen liegt an der jüngsten Erholung der wirtschaftlichen Leitindikatoren. Da nun das Ausmaß der Wirtschaftsverlangsamung in der ersten Jahreshälfte bekannt ist, rückt nun der Ausblick für das Folgejahr in den Fokus der Gespräche und Einpreisungsmechanismen.


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