Wöchentliche Marktberichte

Aug 27, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Powell im Rampenlicht

Intro

Kurz vor der mit Anspannung erwarteten Rede des US-amerikanischen Präsidenten am heutigen Nachmittag drehen die Börsen wieder nach oben. Positive Impulse aus den Vereinigten Staaten treiben den Index der technologielastigen Börse Nasdaq und den deutschen Leitaktienindex (DAX) ins Tagesplus. Der DAX profitiert ebenfalls von der Einigung auf eine Verlängerung des Kurarbeitergeldes seitens der Koalition und den positiven politischen Entwicklungen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone. Hierbei sollen laut dem französischen Premierminister neue Einzelheiten über das erwartete Hilfspaket am 03. September preisgegeben werden.

Das Mantra, dass Investoren mit einer defensiven Positionierung in ein großes Risikoereignis wie das heutige (Jackson Hole Symposium) eintreten, scheint sich an den Währungsmärkten jedoch bewährt zu haben. Angesichts des kurzfristigen Risikofaktors rotieren Marktteilnehmer leicht aus risikoreicheren Währungen in sichere Häfen wie den Schweizer Franken und den japanischen Yen. Der US-Dollar kann von der Risikoscheue zwar nicht profitieren – auch weil sich Investoren unsicher über die Wahrscheinlichkeit einer Renditefixierung der US-Notenbank sind –, zentraleuropäische Währungen müssen jedoch erneut Verluste einstecken.

Neben dem hochkarätigen Treffen US-amerikanischer Finanzexperten, einzelner Währungshüter und politischer Entscheidungsträger bleibt die wirtschaftliche Datenlage nicht zu vernachlässigen. In Europa veröffentlicht die Schweiz Wirtschaftswachstumszahlen für das zweite Quartal, während in Frankreich der Geschäftsklimaindex aussteht. Vor der Rede von Jerome Powell um 15:10 wird die Veröffentlichung des US-amerikanischen BIP-Wachstums um 14:30 erwartet.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 23.964.800

Weltweit bestätigte Todesfälle: 820.989

Weltweit bestätigte Genesungen: 15.618.965

EUR

Kampf gegen den Abwärtsdruck

Die europäische Gemeinschaftswährung hält sich auch weiterhin über dem psychologischen Niveau bei $1,18. Nach dem Erreichen eines 2-Jahres-Hochs in der vergangenen Woche konnte sich das Währungspaar EUR/USD in dem Bereich zwischen 1,1950 und 1,1750 stabilisieren. Der Euro scheint sich kurzfristig aufgrund fehlender radikaler Schlagzeilen souverän auf den erkämpften Höhen zu halten. Angesichts der steigenden Infektionsraten am alten Kontinent, der kurzfristigen Bilanzreduktion der US-amerikanischen Notenbank und der gestreckten spekulativen Wetten gegen den Dollar bleibt das Währungspaar jedoch trotzdem mit einer leichten Abwärtstendenz behaftet. Je länger sich der Euro im Bereich der momentanen Höhen hält, desto wahrscheinlicher wäre jedoch ein erneuter Vormarsch in Richtung $1,20. Fürs Erste sind alle Blicke auf den US-Notenbankpräsidenten Jerome Powell gerichtet, welche das Währungspaar kurzfristig dominieren könnte.

USD

Bestätigung der Niedrigzinspolitik?

Die Märkte und Investoren an den Geldmärkten scheinen von einem nachhaltig niedrigen Zinsniveau in den Vereinigten Staaten auszugehen. Eine offizielle Fixierung der Leitzinsen an der unteren Nullgrenze und die Einführung der Politik, die Inflation asymmetrisch und potenziell über die 2-Prozent-Marke steigen zu lassen, könnte schon im nächsten Monat kommen. Geldmärkte sehen die erste Zinsstraffung der US-Notenbank erst gegen Ende des Jahres 2023. Nichtsdestotrotz scheint es Meinungen unter Ökonomen und Analysten zu geben, welche aufgrund des möglichen Inflationsanstiegs, eine deutlich raschere Rückkehr zur restriktiven Geldpolitik sehen. Vor diesem Hintergrund werden die monatlichen Preisindikatoren wichtiger denn je.

Risikoereignisse

US: Jackson Hole Symposium (02:00)

US: Bruttoinlandsprodukt Q2 (14:30)

US: Rede von Jerome Powell (15:10)

CEE

Natürliche Korrektur

Nach vier souveränen monatlichen Aufwertungen scheint die überzogene Position der zentraleuropäischen Währungen nun in den Vordergrund zu rücken. Dies trotz der relativen Stabilität der europäischen Gemeinschaftswährung und steigender europäischer Aktienmärkte. Die jüngste negative Bewegung vom polnischen Zloty, ungarischen Forint und der tschechischen Krone kann aufgrund fehlender externen Signale noch nicht als mittelfristiger Trendwechsel interpretiert werden. Vielmehr scheinen die Abwertungen eine Folge der überzogenen Position der Währungspaare EUR/PLN, EUR/HUF und EUR/CZK zu sein.

Im weiteren Verlauf rücken die Barrieren EUR/HUF 356,00, EUR/CZK 26,475 und EUR/PLN 4,45 in den Fokus. Sollte sich die Gemeinschaftswährung den Bereich jenseits der Widerstände sichern, könnte die CEE-Abwärtsbewegung an Fahrt gewinnen. Mittelfristig bleiben die Währungspaare jedoch von Bewegungen des EUR/USD dominiert.


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