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Wöchentliche Marktberichte

Aug 25, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Hoffnung auf Impfstoff treibt Börsen nach oben

Intro

Ein schwacher Start bei den Verhandlungen zwischen den Demokraten und Republikanern über das potenzielle Hilfspaket wird von neuen Hoffnungen auf ein Corona-Behandlungsmittel komplett in den Schatten gestellt. Europäische, US-amerikanische und chinesische Börsenindizes verzeichnen allesamt einen positiven Wochenauftakt, was den S&P 500 sogar auf ein neues Rekordhoch schnellen lässt. Der gestrige Handelstag war von einer breit angelegten Kapitalverlagerung von sicheren Anlagen wie Gold und Staatsanleihen in risikoreichere Vermögenswerte gekennzeichnet, von welcher einige Schwellenländer-Währungen profitieren konnten.

Die gestrigen schlagzeilen-basierte Bewegungen an den Finanzmärkten festigt die Annahme, dass die Bestätigung eines nachhaltig sicheren Impfstoffs der größte positive Katalysator an den Börsen sein würde. Trotz der zurückhaltenden Reaktion der Weltgesundheitsorganisation hat die US-Pharmaaufsicht den Einsatz von Blutplasma genesener Patienten bei der Bekämpfung des Coronavirus freigegeben. Internen Berichten zufolge will die Trump-Administration sogar einen weiteren Schritt gehen und den regulatorischen Bestätigungsprozess umgehen, um das Mittel schnell auf den Markt zu bringen.

An den Währungsmärkten verzeichnet die Gemeinschaftswährung einen gemischten Start in die Woche. Gegenüber dem US-Dollar, dem chinesischen Renminbi und dem russischen Rubel notiert der Euro schwächer. Das britische Pfund, die tschechische Krone und der ungarische Forint können nicht von der gestrigen Risikobereitschaft profitieren.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 23.513.905

Weltweit bestätigte Todesfälle: 809.999

Weltweit bestätigte Genesungen: 15.174.670

EUR

Wie wahrscheinlich ist eine Intervention?

Die Gemeinschaftswährung hat in den vergangenen Monaten verstärkt Aufmerksamkeit von internationalen Investoren erhalten. Primär wurde die Rally von drei Faktoren angeführt: Der geldpolitischen Expansion der US-Notenbank, der abflachenden Infektionskurve am europäischen Kontinent und der steigenden Wahrscheinlichkeit einer Niederlage Donald Trumps im November. In den letzten zwei Wochen scheint sich das Approval-Rating des amtierenden Präsidenten jedoch wieder leicht gefestigt zu haben (USD-positiv), wobei Europa von Anzeichen einer zweiten Infektionswelle heimgesucht wird.

In Kombination mit der „rhetorischen“ Interventionsgefahr seitens der europäischen Notenbank – im Jahr 2017 wurden nach der Wahl des französischen Präsidenten und der Aufwertung von EUR/USD über 1,20 machten sich erste Bemerkungen bezüglich der unerwünscht starken Währung breit – bleibt der Euro kurzfristig für Rücksetzer anfällig. Solange sich das Währungspaar über dem Niveau 1,15 hält, bleibt ein erneuter Test der magischen 1,20-Marke nicht auszuschließen.

Risikoereignisse des Tages

  • DE: Bruttoinlandsprodukt Q2 (08:00)
  • DE: Ifo Geschäftsklima (10:00)

USD

Währungsasymmetrien

Die globale Leitwährung geht marginal gestärkt in die neue Woche, nachdem der handelsgewichtete US-Dollar-Index am vergangenen Dienstag auf ein 2-Jahres-Tief gefallen war. Der jüngste Abverkauf des Dollars war jedoch alles andere als symmetrisch. Die bekannten G-10 Währungen (die am stärksten gehandelten Währungen an den internationalen Finanzmärkten) konnten überproportional von der Schwäche des Dollars profitieren. Währungen in Schwellenländern wurden angesichts der überdurchschnittlich hohen Abhängigkeit von der Tourismusbranche und schwächeren staatlichen Unterstützungsmaßnahmen zurückgelassen.

Indien, Brasilien, Mexiko und Russland kämpfen alle samt noch mit den Folgen der Coronakrise, wobei die einzelnen Währungen der Länder angesichts der gesunkenen Leitzinsen und gestiegenen Inflationsraten an Attraktivität verloren haben. Nichtsdestotrotz bleiben die indische Rupie, der südafrikanische Rand und  die türkische Lira laut der Entfernung zu ihrem langfristigen Durchschnitt unterbewertet. Von sofortigen Kaufempfehlungen muss bei den meisten Schwellenländer-Währungen jedoch abgesehen werden, zumal Südafrika und die Türkei von politischen Unsicherheitsfaktoren heimgesucht werden.  Weitere Anzeichen einer nachhaltigen Erholung der globalen Volkswirtschaft und die Bestätigung eines Coronavirus-Impfstoffs könnte mittelfristig den Weg für eine Kapitalverlagerung in Schwellenländer ebnen.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Verbrauchervertrauen (16:00)

PLN

Inflation auf 11-Jahres-Hoch

Die Devisenmärkte in Zentral- und Osteuropa haben sich in den letzten Wochen aufgrund verbesserter externer Faktoren und der Abschwächung des US-Dollars stabilisiert. Lockerungsmaßnahmen der polnischen Zentralbank haben die Zinsdifferenz für den Zloty jedoch untergraben und zu konvergierenden geldpolitischen Konditionen auf der ganzen Welt geführt. Da die polnische Fiskal- und Geldpolitik an ihre Grenzen gekommen ist, haben globale Risikoereignisse die Rolle der Währungstreiber in Zentraleuropa übernommen.

Aus polnischer Sicht ist der einzige zu berücksichtigende Faktor die Inflationsentwicklung. Die polnische Nettoinflation befindet sich mit 4,3% auf dem höchsten Niveau seit Dezember 2008. Selbst wenn die gegenwärtigen wirtschaftlichen Unsicherheiten niedrigen Zinssätze rechtfertigen würden, könnte sich die polnische Zentralbank bei weiteren Inflationsanstiegen zu Zinsstraffungen gezwungen sehen. Noch scheint dieses Szenario keine hohe Aufmerksamkeit zu erhalten.

Eine weitere Verschlechterung der politischen Situation in Belarus könnte Druck auf benachbarte Währungen ausüben, da das ausländische Interventionsrisiko zu steigen beginnt. In Polen nehmen die Covid-19-Fälle wieder zu, und die Befürchtungen erneuter Sperrmaßnahmen würden den Appetit der Anleger auf die Vermögenswerte des Landes und den polnischen Zloty dämpfen.

Risikoereignisse des Tages

  • PL: Arbeitslosenquote (10:00)


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