Wöchentliche Marktberichte

Aug 21, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Erneute Sperrmaßnahmen keine Option? 

INTRO

Die staatlichen Grenz- und Sperrmaßnahmen, welche im Rahmen der gesundheitlichen Krisenbekämpfung eingesetzt worden waren, brachten kontroverse ethische Fragen ans Tageslicht, welche ihre Runden weiterhin in der Politik machen. Ist eine zwangsweise Schließung von Geschäften und die Verkürzung von Öffnungszeiten gerechtfertigt, wenn diese die Mobilität und somit auch die täglichen Infektionszahlen reduziert? Die Wirtschaftswachstumszahlen des zweiten Quartals haben zumindest deutlich gemacht, welche verehrenden Auswirkungen die Quarantäne-Maßnahmen auf die Weltwirtschaft gehabt haben. Vor diesem Hintergrund scheinen sich immer mehr Regierungen gegen die Einführung erneuter Sperrmaßnahmen auszusprechen, trotz steigender Infektionszahlen am Kontinent. Diese Strategie ist jedoch auch mit ihren Nachteilen verbunden.

Spanien hat sich in den vergangenen Wochen wiederholt als das europäische Infektionszentrum etabliert, während Frankreich mit mehr als 3700 neuen Infektionen am Mittwoch den größten Anstieg der letzten drei Monate verzeichnen musste. Präsident Emmanuel Macron will einen erneuten Stillstand der Wirtschaftsaktivität jedoch verhindern. Die isolierte Überlegung, welche die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen separat betrachtet, scheint in diesem Falle wenig Sinn zu ergeben. Ohne eine nachhaltige Lösung für das Coronavirus und die Entwicklung eines effektiven Impfstoffs, könnte das zugrundeliegende Risiko der zweiten, dritten und vierten Infektionswelle für Anspannungen an den Märkten sorgen.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 22.511.187

Weltweit bestätigte Todesfälle: 789.623

Weltweit bestätigte Genesungen: 14.380.603

EUR

EZB betont Unsicherheiten

Die gestrige Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten Zinssitzung der EZB gab Marktteilnehmern einen Einblick in die Gedankengänge der Notenbanker. Eine einheitliche Meinung herrscht unter den  einzelnen Währungshüter jedoch nicht, insbesondere bei der Frage, ob eine Ausweitung der Staatsanleihenkäufe notwendig erscheint. Das Kapitel der zukünftigen Bilanzvergrößerung bleibt somit offen und könnte erst bei den kommenden Zinsentscheidungen geschlossen werden. Im Gesamten kann das letzte geldpolitische Treffen der europäischen Notenbank durch das Wort „Unsicherheit“ beschrieben werden, welches während der Tagung der Währungshüter ganze 20 Mal gefallen ist. Die kurzfristig v-förmige Erholung der Binnenwirtschaft steht nun vor mittelfristigen Herausforderungen, welche wenig Spielraum für Fehler bieten. Ein über den Sommer stärkerer Euro könnte sich in marginal schwächeren Inflationsentwicklungen und Exporten bemerkbar machen und somit weitere Stimulusmaßnahmen der EZB provozieren.

Risikoereignisse des Tages

  • DE: Einkaufsmanagerindex (09:00)
  • EZ: Einkaufsmanagerindex (10:00)

USD

TRY

Politisch getriebene Zentralbank?

Das mit Anspannung erwartete geldpolitische Treffen in der Türkei endete ohne eine Veränderung der Leitzinsen, welche bei 8,25 Prozent verharren. Entgegen des an den Märkten herrschenden Drucks auf die Lira und die türkische Inflation versucht die Notenbank eine geldpolitische Straffung nur durch indirekte Maßnahmen zu erzielen. Eine tatsächliche Zinserhöhung scheint angesichts der politischen Limitationen und der von Marktteilnehmern angezweifelten Unabhängigkeit der Notenbank keine Option zu sein. Kurzfristig könnten die indirekten Straffungen der Lira eine Verschnaufpause gönnen. Ob die Inflation – erwarteter Anstieg auf 8,9 Prozent bis Jahresende – dadurch bekämpft werden kann bleibt jedoch offen. EUR/TRY konnte zwölf wöchentliche Aufwertungen infolge verzeichnet und fand am Dienstag infolgedessen ein Allzeithoch. Der Rücksetzer am Mittwoch macht das Paar jedoch für die erste wöchentliche Schwächung seit Anfang Mai anfällig.

Risikoereignisse des Tages

  • TY: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.