Wöchentliche Marktberichte

Aug 20, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Das Comeback deutscher Bundesanleihen

INTRO

In den vergangenen Wochen gab es Anzeichen einer strukturellen Veränderung bei der Nachfrage nach sicheren Anlagen. An den Börsen dominieren auch weiterhin US-amerikanische technologielastige Aktien. Bei dem Handel von privaten und staatlichen Schuldscheinen scheinen nach langer Zeit jedoch wieder die europäischen Anleihenmärkte eine gewisse Aufmerksamkeit zu erhalten. In welche Anlageklassen flüchten Investoren nun, welche den sonst so sicheren US-Dollar nicht mehr halten wollen? Die Antwort liegt bei deutschen Bundesanleihen. Laut Berechnungen von Bloomberg Economics ist die Nachfrage nach den Staatsanleihen Deutschlands in dieser Woche im Vergleich zu der angebotenen Menge auf das höchste Niveau seit 1997 gestiegen.

Die jüngste Aufwertung der Gemeinschaftswährung kann nicht als ein blinder Vertrauenszuspruch in die Eurozone gesehen werden. Nichtsdestotrotz sind Investoren fürs Erste mit der gemeinsamen Schuldenemission der Europäischen Union – welche im Rahmen des Pandemie-Hilfspakets stattfindet – glücklich gestimmt. Investoren erlauben dem Euro somit, von der Schwäche des US-Dollars zu profitieren. Das derzeitig starke Momentum der jüngsten Bewegungen könnte trotz der überzogenen Positionierung einiger Währungspaare für eine Fortsetzung des momentanen Trends sorgen.

An der Handelsfront sind die Gespräche zwischen dem Weißen Haus und Peking fürs Erste auf Eis gelegt. Der US-amerikanische Präsident hatte die für das vergangene Wochenende geplanten Verhandlungen abgesagt. Aufgrund der bislang nicht eingehaltenen Bedingungen des Teilabkommens, welches zu Beginn des Jahres unterzeichnet worden war, scheint sich eine gewisse Skepsis über die Bereitschaft der Einhaltung des Abkommens breit gemacht zu haben. Jegliche Anzeichen einer tatsächlichen Beendigung des Vertrags hätte negative Konsequenzen an den Märkten zur Folge, zumal das Handelsabkommen der einzige gemeinsame Nenner in einer sonst von Meinungsverschiedenheiten geplagten Beziehung darstellt.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 22.173.973

Weltweit bestätigte Todesfälle: 781.756

Weltweit bestätigte Genesungen: 14.138.936

USD

EZB-Protokolle im Fokus

Nach sechs täglichen Aufwertungen infolge gönnt sich die europäische Gemeinschaftswährung eine Verschnaufpause. Der gestrige Rücksetzer lässt EUR/USD jedoch erneut unter das Niveau 1,19 fallen und eröffnet Potenzial für die erste wöchentliche Abwertung des Währungspaares seit Juni. Der Pessimismus der US-amerikanischen Notenbank scheint sich in einem schwächeren Risikosentiment manifestiert zu haben. Am heutigen Tag rücken die Protokolle der vergangenen Zinsentscheidung der europäischen Notenbank in den Vordergrund. Marktteilnehmer erwarten sich Klarheit bei der zukünftigen Entwicklung des Anleihenkaufprogramms. Bei den G3-Notenbanken (USA, Eurozone, Japan) wird auch für den weiteren Verlauf des Jahres von einer Expansion der Bilanz ausgegangen, um die heimischen Wirtschaften auf den Beinen zu halten.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Protokolle der letzten Zinsentscheidung (13:30)

USD

Risiken nach unten geneigt

Risikofaktoren wie der US-China Handelskrieg und die Unsicherheit rund um die Entwicklung der Coronakrise scheinen der US-amerikanischen Notenbank sorgen zu bereiten. Dies geht den gestern veröffentlichten Protokollen der letzten geldpolitischen Sitzung hervor. Neuigkeiten bezüglich einer Veränderung der „Forward Guidance“ oder Anzeichen der an den Märkten diskutierten Renditefixierung gab es jedoch nicht. Gold und der US-Dollar konnten sich festigen, während US-amerikanische Aktien einen Rücksetzer erleiden.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Anträge auf Arbeitslosenunterstützung (14:30)

GBP

Divergenz zwischen den GBP-Paaren

Der historische Absturz der britischen Währung, welcher sich im Laufe der Kapitalabverkäufe an den Märkten im März entfalten konnte, wurde von einer rasanten Erholung gefolgt. Gegenüber dem US-Dollar registrierte das Pfund seit dem Tief am 20. März eine 16-prozentige Aufwertung.

Ganz anders sieht es bei dem Währungspaar EUR/GBP aus. Angesichts der Tatsache, dass das Pfund primär von der Schwäche der US-Währung getrieben worden war, bleibt wenig Spielraum für Aufwertung gegenüber dem Euro. Insbesondere aufgrund der dem Pfund zugrundeliegenden Problemen bezüglich der negativen Leistungsbilanz und der politischen Brexit-Saga. Obwohl sich die britische Notenbank gegen die Einführung der Negativzinspolitik ausgesprochen hat, scheinen die Märkte nicht ganz von diesem Kommittent überzeugt zu sein.

Risikoereignisse des Tages

  • GB: UK-EU Handelsgespräche


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.