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Aug 19, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Aktienleitindex kämpft sich zum Allzeithoch

INTRO

Der US-amerikanische Aktienleitindex S&P 500 findet nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen doch noch ein neues Allzeithoch. Der Börsenindex hat es somit innerhalb von nur 150 Tagen geschafft, einen 45-prozentigen Verlust, welcher im Laufe der Kapitalabverkäufe zu Beginn der Coronakrise akkumuliert worden war, gänzlich zu beseitigen. Neben den rekordtiefen Zinsniveaus in den Vereinigten Staaten sorgen insbesondere techniklastige Aktien für Freudensprünge bei Investoren. Dies zeigt den wechselseitigen Charakter der jüngsten Börsenrally auf. Unternehmen, deren Geschäftsmodell relativ souverän mit den Herausforderungen der Pandemie und den Sperrmaßnahmen klarkommen, sehen sich an den Kapital- und Aktienmärkten als Gewinner. Von einer reibungslosen Mobilität des Konsumenten abhängige Firmen werden zurückgelassen und bleiben von staatlichen Hilfspaketen abhängig.

Das Momentum an den Märkten weist vorerst weiterhin eine positive Tendenz auf. Die überzogenen Positionierungen haben indifferent auf die jüngsten geopolitischen Anspannungen reagiert. Der US-amerikanische Handelskrieg mit China wirkt sich jedoch zunehmend auf den US-Dollar auf. Die Leitwährung ist am vergangenen Tag auf das niedrigste Niveau seit April 2018 gefallen, nachdem Washington die bestehenden Sanktionen gegen den chinesischen Großkonzern Huawei am Montag verschärfte. Auch die beliebten Apps Tiktok und WeChat geraten in das politische Gefecht der beiden Großmächte.

Investoren an den Aktienmärkten scheinen von den politischen Geschehnissen deutlich weniger besorgt zu sein, als Marktteilnehmer an den Währungsmärkten. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg ist die Korrelation zwischen der impliziten Aktienmarktvolatilität und der impliziten Währungsmarktvolatilität in den negativen Bereich gerutscht und befindet sich nun auf einem 11-jährigen Tief. Investoren an den Währungsmärkten müssen sich vor der Präsidentschaftswahl im November womöglich auf einen Anstieg der Anspannungen und der Volatilitäten gefasst machen.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 21.927.114

Weltweit bestätigte Todesfälle: 775.000

Weltweit bestätigte Genesungen: 13.917.917

EUR

$1,19 als Knackpunkt

Bei dem vierten Versuch innerhalb weniger Wochen schafft es die europäische Gemeinschaftswährung doch noch, die Barriere bei EUR/USD 1,19 zu durchstoßen. Ein wöchentlicher Abschluss über dem Niveau wäre bedeutend, um den Bereich als potenzielle Unterstützung für einen weiteren Vormarsch zu sichern. Sollte 1,19 fallen, könnten die Rücksetzer bei 1,1720 und 1,1500 den Euro vor weiteren Verlusten verschonen. An der negativen USD-Haltung scheint sich an den Märkten im Vergleich zu der vergangenen Woche nichts geändert zu haben. Spekulative Positionierungen an den US-Termingeschäftemärkten gegen den US-Dollar befinden sich kurz vor einem 8-Jahres-Hoch. In Verbindung mit erneut steigenden externen Risiken wird die Gefahr eines Abbaus dieser Positionen jedoch immer größer. 

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

USD

Neues Inflationsziel zu erwarten?

Das Thema der Inflation erhält seit der Coronakrise vermehrt Aufmerksamkeit von der breiteren Bevölkerung und lässt die Meinungen von Analysten und Ökonomen divergieren. Kurzfristig besteht wenig Ungewissheit über den deflationären Charakter der Krise. Sinkende Nachfragen im Industrie und Dienstleistungsbereich lassen die Preise fallen und folgen dem Bruttoinlandsprodukt in diversen Ländern sogar in den negativen Bereich.

Mittel- bis langfristig scheint die Prognoseunsicherheit jedoch drastisch zu steigen. Der globale Lockerungszyklus der Notenbanken hat die nominelle Geldmenge seit April fast exponentiell ansteigen lassen. Sollte diese Liquidität ihren Weg in die Realwirtschaft finden, könnte eine Periode steigender Teuerungsraten plausibel erscheinen. Zentralbanken in entwickelten Staaten haben nach einem Jahrzehnt der niedrigen Inflationsraten insbesondere aufgrund der wachsenden Schulden keinen Anreiz, die positive Preisentwicklung zu hemmen.

An den Geldmärkten scheinen Investoren auch deswegen davon auszugehen, dass die US-amerikanische Notenbank auf ein asymmetrisches Inflationsziel umsteigen wird. Die Währungshüter würden der Inflation zumindest kurzfristig erlauben, dass 2-Prozent-Ziel zu überschießen.  Marktteilnehmer erwarten sich von der heutigen Veröffentlichung der Protokolle der letzten US-Zinsentscheidung einige Hinweise bezüglich dieser Annahme.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

HUF

Forint wertet ab

Die Bruttoinlandsprodukte für das zweite Quartal, welche in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden, scheinen den Wirtschaftsabschwung der zentraleuropäischen Region bestätigt zu haben. Polen schneidet jedoch deutlich besser ab, als von Ökonomen im Vorhinein erwartet, während die ungarische Volkswirtschaft doch stärker unter den globalen Sperrmaßnahmen leiden musste. Investoren evaluierten die Datenveröffentlichung und entschieden sich für eine Neupositionierung entgegen des ungarischen Forint. EUR/HUF wertet auf ein einmonatiges Hoch auf. Nach zwei Zinssenkungen der ungarischen Notenbank befindet sich der Leitzins nun auf einem Allzeittief bei 0,6 Prozent. Weitere Lockerungen können nicht ausgeschlossen werden.

Risikoereignisse des Tages

  • CE: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen


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