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Wöchentliche Marktberichte

Aug 18, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schwache Zahlen aus Asien

INTRO

Die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Bestätigung des vierten US-Hilfspakets im August wird immer geringen. Der kurzfristig größte Hoffnungsschimmer für die Märkte verliert somit zunehmend an Bedeutung, was sich in einer leicht verstärkten Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen und Gold widerspiegelt. Dies hat jedoch nicht ausgereicht, um an den globalen Börsen für einen allzu negativen Wochenauftakt zu sorgen. Der US-amerikanische und europäische Aktienleidindex bleiben zum Vortag relativ unverändert. In Europa haben sich die Regierungen Spaniens und Italiens für eine Schließung von Nachtklubs entschieden, während Griechenland die Öffnungszeiten von Bars und Restaurants gekürzt hat. In Frankreich warnten Gesundheitsagenturen vor einer erneuten Infektionswelle.

In Asien veröffentlichte Wachstumszahlen für das zweite Quartal zeigen erneut den globalen Charakter des jüngsten Wirtschaftsabschwungs auf. Die japanische Volkswirtschaft verzeichnet die dritte vierteljährliche Kontraktion infolge und schrumpft in den drei Monaten bis Ende Juli um 7,8 Prozent. Thailand wurde insbesondere von dem nachfrageseitigen Schock und den fehlenden Tourismuseinnahmen getroffen und verzeichnet eine Kontraktion im Wert von 12,2 Prozent auf Jahresbasis. Dies stellt den größten Rückgang seit dem Jahr 1998 dar. In der Zwischenzeit stellte die chinesische Notenbank den heimischen Banken 700 Milliarden Yuan zur Verfügung. An allzu rasante Zinssenkungen trauen sich die Währungshüter noch nicht. Vielmehr wird versucht, über Liquiditätsspritzen die Kreditnachfrage am Laufen zu halten. In Indien sind die täglichen Neuinfektionen seit Wochen über 50 Tausend und auch in Südkorea kommt es langsam wieder zu einem ersichtlichen Infektionsanstieg.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 21.707.773

Weltweit bestätigte Todesfälle: 775.937

Weltweit bestätigte Genesungen: 13.690.055

EUR

Staatsausgabe als kurzfristiger Kompensator

Trotz des signifikanten Anstiegs der staatlichen und privaten Schuldenlast scheint die Nachfrage nach den Wertpapieren nicht an Fahrt zu verlieren. Deutschland und Frankreich trauen sich in dieser Woche mit neuen Schuldscheinemissionen erneut an die Märkte. Die Notwendigkeit einer verstärkten staatlichen Unterstützung scheint sicherlich zu bestehen, zumal sich zur Zeit mehr Menschen in der Kurzarbeit befinden, als noch zum Höhepunkt der globalen Finanzkrise zwischen 2008 und 2009. Laut Schätzungen des Mannheimer Ifo Instituts sind derzeit knapp 5,6 Millionen Menschen verkürzten Arbeitszeiten unterstellt.

Das jüngst positive Momentum des Industriesektors und die Erholung der Einzelhandelsumsätze könnten noch eine Weile von einer kontinuierlichen staatlichen Unterstützung begleitet werden, um die Gefahr eines erneuten Stillstandes der Wirtschaftsaktivität zu reduzieren. Dass diese Gefahr nicht zu unterschätzen ist zeigt sich anhand der neuen teilweisen Sperrmaßnahmen und reduzierten Öffnungszeiten von Geschäften und Restaurants am gesamten Kontinent. Trotz der Verbesserung der Echtzeitdaten hat es noch keine Branche zurück zu den Vorkrisenniveaus geschafft.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

USD

Spekulative Positionierung am Limit?

Die Beurteilung des amerikanisch-chinesischen Handelsabkommens erfolgte ohne Veränderungen der Vertragsbedingungen. Trotz der jüngsten verbalen Eskalationen in der Beziehung zwischen den Repräsentanten beider Länder scheint der Wunsch, das Abkommen am Leben zu halten, somit weiterhin zu bestehen. Der US-Dollar notierte leicht gegenüber dem Vortag geschwächt. Laut den in dieser Woche veröffentlichten Spekulativen Positionierungen an den US-Termingeschäftemärkten befinden sich die Wetten gegen den US-Dollar kurz vor einem 8-Jahres-Hoch. In Verbindung mit erneut steigenden externen Risiken wird die Gefahr eines Abbaus dieser Positionen immer größer. Unabhängig von der mittelfristigen Beurteilung des EUR/USD bergen hohe Positionierungsvolumen an den Märkten immer die Gefahr einer überproportionalen Reaktion des Währungspaares auf negative / positive Schlagzeilen. Sollte die Barriere bei 1,19 nicht überwunden werden, scheint sich kurzfristig wohl eine negative Tendenz für das Währungspaar zu entwickeln.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

PLN

Unruhen in Weißrussland belasten Rubel

Die politischen Unruhen in Weißrussland machen dem russischen Rubel zu schaffen und setzen die Währung trotz der Stabilisierung der Ölpreise unter Druck. Eine klare negative Tendenz kann dem Rubel zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht zugeschrieben werden. Insbesondere da EUR/RUB auf erhöhten Niveaus notiert und die Periode der Steuerzahlung in der nächsten Woche näher rückt, in welcher exportierende Unternehmen ihre ausländischen Währungsreserven für den heimischen Rubel verkaufen. Dies könnte sich als ein positiver Faktor herauskristallisieren.

In Zentraleuropa achten internationale Investoren auf die Entwicklung der Inflationsraten, welche in Polen und Tschechischen am Steigen sind. Zwar wird kurzfristig vor einer Abnahme des Wachstums ausgegangen. Die in Polen eingesetzte ultra-lockere Geldpolitik birgt jedoch mittelfristige Gefahren, sollte die Teuerungsrate keine Anzeichen einer Verlangsamung von sich geben.

Risikoereignisse des Tages

  • CE: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen


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