Wöchentliche Marktberichte

Aug 14, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

S&P500 kurz vor neuem Allzeithoch

INTRO

Ohne wirkliche Konjunkturdaten am Wirtschaftskalender zogen politische Faktoren am gestrigen Handelstag die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Dies heißt, zumindest in den vergangenen Wochen, nichts allzu Gutes für die Märkte. Insbesondere da es seit der europäischen Einigung über das gemeinsame Hilfspaket keine bahnbrechenden Fortschritte auf dieser Ebene gegeben hat. Die Börsen in den Vereinigten Staaten konnten sich angesichts der Hoffnung einer Bestätigung des vierten Hilfspakets jedoch täglich weiter nach oben kämpfen. Vor diesem Hintergrund ist es nicht erstaunlich, dass die jüngsten Rücksetzer bei den Verhandlungen zwischen den Republikanern und Demokraten auch die globalen Aktienmärkte tiefer notieren ließen. Einzig der US-amerikanische Leitaktienindex S&P500 kann dem sonst schwachen Sentiment trotzen und verzeichnet den achten Anstieg in neun Tagen. Grund hierfür könnte auch in der einzigen Datenveröffentlichung des Tages gefunden werden.

Laut dem US-Arbeitsministerium haben sich in der vergangenen Woche zum ersten Mal seit Anbeginn der Pandemie weniger als eine Million Menschen für die Arbeitslosenunterstützung angemeldet . Obwohl die Zahl neuer Anträge weiterhin hoch bleibt, scheint die Tendenz eine positive Entwicklung aufzuweisen. Europäische Börsen wurden von dem transatlantischen Handelsdisput nach unten gedrückt. Washington kündigte gestern an, die derzeit bestehenden Zölle auf europäische Waren aufrechtzuhalten. Unter der Regelung werden Flugzeuge von Airbus und insbesondere französische Exporte wie Wein und Käse mit 25 Prozent verzollt.

Die europäische Gemeinschaftswährung reagiert kurzfristig nicht auf den Disput und setzt die Aufwärtsbewegung gegenüber dem US-Dollar und dem chinesischen Renminbi fort. Der größte positive Katalysator für den US-Dollar wäre eine Bestätigung des Hilfspakets. Somit herrscht derzeit, anders als sonst, der Leitsatz: Nachrichten, welche positiv für die US-Wirtschaft sind, sind positiv für den US-Dollar. Vor diesem Hintergrund könnte sich der heutige datengefüllte Tag interessant gestalten. Neben einer Reihe chinesischer Wirtschafsdaten und den BIP-Zahlen für die Eurozone, Polen und Ungarn stehen in den USA die Industrieproduktion, die Einzelhandelsumsätze und das Verbrauchervertrauen auf der Tagesordnung.

 

Weltweit bestätigte Coronafälle: 20.672.105

Weltweit bestätigte Todesfälle: 750.490

Weltweit bestätigte Genesungen: 12.863.984

EUR

Achte wöchentliche Aufwertung infolge

Die europäische Gemeinschaftswährung kann sich den dritten Tag infolge festigen und markiert so den Bereich zwischen EUR/USD 1,17 und 1,19 als kurzfristige Bewegungsspanne. Aufgrund der offenen politischen Fragen in den USA – insbesondere bezogen auf die parlamentarischen Verhandlungen über das potenzielle Hilfspaket – und der heutigen Datenlage, bleiben die Vereinigten Staaten heute im Zentrum des Geschehens. Denn obwohl der gestrige Handel durch ein leichtes risk-off Sentiment gekennzeichnet war, werden es die Börsen in den USA und Deutschland wohl schaffen, sich über die Woche in dem positiven Bereich zu halten. Dies würde für EUR/USD die achte wöchentliche Aufwertung infolge bedeuten. In den vergangenen drei Wochen hat es das Währungspaar jedoch nach mehreren Versuchen nicht geschafft, das Niveau um 1,19 zu durchbrechen.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Bruttoinlandsprodukt Q2 (10:00)
  • US: Einzelhandelsumsätze (14:30)
  • US: Industrieproduktion (15:15)
  • US: Verbrauchervertrauen (16:00)

CNH

Auf einem ungleichen Erholungskurs

Die über die Nacht veröffentlichten Konjunkturdaten zeigen auch weiterhin auf eine anhaltende Erholung der chinesischen Wirtschaft. Nichtsdestotrotz dominiert aufgrund der anhaltenden Skepsis der Bevölkerung die Industrie den Erholungsprozess, da enge Orte wie Einkaufszentren gemieden werden und der Tourismussektor angeschlagen bleibt. Industrieerträge konnten sich im Juli somit um 4,8 Prozent festigen, während Einzelhandelsumsätze um 1,1 Prozent fallen. Reaktionen an den Aktien- und Währungsmärken gab es jedoch kaum.

PLN

Handelsbilanz auf Rekordhoch

Die jüngste Aufwertung der polnischen Währung scheint dem Exportsektor in der größten Volkswirtschaft der Region nicht geschadet zu haben. Angesichts der Erholung der externen Gegebenheiten und den gesunkenen Importen steigt die polnische Leistungsbilanz auf ein Rekordhoch von knapp über 2,3 Prozent. Die Festigung der Exporte könnte den Fall anderer Komponenten des Bruttoinlandsprodukts zumindest teilweise kompensieren. In diesem Zusammenhang steht heute die Veröffentlichung der Wachstumsraten (Q2) für Ungarn und Polen an der Tagesordnung. In Tschechien wurde mit der gestrigen Veröffentlichung der Verbraucherpreise die Vermutung bestätigt, dass in Zentraleuropa kurzfristig keine Deflationsgefahr besteht. Eine kurzfristige Stagnation und ein mittelfristiger Anstieg der Inflation könnte die Möglichkeit einer Zinsstraffung in Tschechien im nächsten Jahr eröffnen.

Risikoereignisse des Tages

  • HU: Bruttoinlandsprodukt Q2 (09:00)
  • PL: Bruttoinlandsprodukt Q2 (10:00)


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