Wöchentliche Marktberichte

Aug 13, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Einzigartiger Charakter der Rally

INTRO

Die globale Volkswirtschaft befindet sich trotz der jüngsten Erholung auf wackeligen Beinen. Der zukunftsorientierte Charakter der Märkte macht die Analyse der derzeitigen Lage der Ökonomie jedoch zumindest für die Bewertung von Finanzanlagen unbrauchbar. Aktien- Anleihen und Währungsmärkte scheinen darauf deuten zu lassen, dass internationale Investoren trotz der zugrundeliegenden (mittelfristigen) Risiken optimistisch nach vorne blicken. Spekulationspositionen auf weitere Abwertungen des  US-Dollar sind auf mehrmonatigen Höhen und die Börsen befinden sich zumindest in einigen Ländern schon fast wieder auf Vorkrisenniveaus. Doch ganz so einheitlich scheint diese Erwartung einer Erholung nicht zu sein, zumal die Märkte neben dem Risikosentiment auch von Inflationserwartungen und Liquiditätsfragen getrieben werden. Der globale sichere Hafen, Gold, hat in der vergangenen Woche ein Allzeithoch markiert und Staatsanleihenrenditen konnten sich trotz der jüngsten Verbesserung der Datenlage nur marginal festigen. Auch die ausgebliebene „Rally“ risikoreicher Währungen gegenüber dem US-Dollar kann als Testament der uneinheitlichen anlagen-übergreifenden Bewegungen gesehen werden. All diese genannten Faktoren erschweren derzeit die Risikobeurteilung.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 20.445,252

Weltweit bestätigte Todesfälle: 745.229

Weltweit bestätigte Genesungen: 12.639.021

USD

Inflation steigt um 0,6%

Wie auch in Deutschland, schlägt die für Juli veröffentliche Inflationsentwicklung mit einem monatlichen Anstieg von 0,6 Prozent die Erwartungen. Kurzfristig war die Erholung der Preise, welche sich synchron mit der positiven Entwicklung der Ölpreise gefestigt hatten, im Voraus durch die 10-jährigen Inflationserwartungen zu erkennen. Investoren treibt es in inflationsgeschützte Staatsanleihen, was die Renditen dieser Anlagen nach unten drückt und anderen sicheren Häfen wie Gold Rückenwind gibt. Das Edelmetall weist derzeit eine negative Korrelation mit dem US-Dollar auf und kann sich gestern aufgrund der Aufwertung von EUR/USD festigen. Trotz des Unterlaufens der ersten Aufwärtstrendlinie kämpft sich die Gemeinschaftswährung erneut über das Niveau 1,18. Ein erneuter Fehlversuch, die Barriere bei 1,19 zu durchstoßen, könnte Rücksetzer zur Folge haben. Ein erfolgreicher Ausbruch jenseits des Niveaus birgt Potenzial für Bewegungen bis 1,20.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Anträge auf Arbeitslosenunterstützung (14:30)

GPB

Größte Kontraktion seit 1955

Nach der gestrigen Datenfülle scheint ein vollständiges Bild über das Ausmaß der Wirtschaftsverlangsamung Großbritanniens im zweiten Quartal vorzuliegen. In der Periode bis Juli ist die britische Beschäftigung um 220 Tausend geschrumpft. Dies stellt den größten Rückgang seit der Finanzkrise dar. Das Bruttoinlandsprodukt verzeichnete im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr eine Kontraktion im Wert von 21,7 Prozent, was Großbritannien als in Europa am stärksten von der Krise betroffene Land dastehen lässt. Das britische Pfund bewegt sich gegenüber dem Euro seit einigen Wochen in dem Bereich zwischen 0,8940 und 0,9140. Die mittelfristige Bewegungsspanne ist jedoch zwischen 0,87 und 0,94 definiert.

Risikoereignisse des Tages

  • GB: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

RUB

Kurzfristige Unsicherheiten

Der russische Rubel bleibt auch in dieser Woche von einer Kombination interner und externer Faktoren beeinflusst. Neben dem globalen Risikosentiment scheinen die jüngste Stagnation der Ölpreise und die relativ hohen privaten Kapitalabflüsse die Währung unter Druck zu setzen. Den beiden negativen Elementen stehen die positive Leistungsbilanz und ausländische Portfoliozuflüsse entgegen, welche den Rubel über Wasser halten. Im Niedrigzinsumfeld scheinen internationale Investoren vermehrt auf russische Anlagen zu setzen. Die russische Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 8,5 Prozent gesunken. Der Rücksetzer ist im internationalen Vergleich hoch, war jedoch geringer als Ökonomen im Vorhinein erwartet.

Das Niveau um EUR/RUB 90,00 hat sich als eine signifikante Barriere weiterer Aufwärtsbewegungen etabliert. Auch wenn eine nachhaltige Schwächung des Rubels jenseits des Widerstandes eher unwahrscheinlich scheint, ist dieses Szenario aufgrund der Gefahr einer erneuten USD-Stärkephase kurzfristig nicht auszuschließen.

Risikoereignisse des Tages

  • CZ: Inflation (09:00)


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.