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Wöchentliche Marktberichte

Aug 12, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Hoffnung auf das vierte Stimuluspaket

INTRO

Die Versuche des US-amerikanischen Präsidenten, das vierte coronaspezifische Hilfspaket von dem Parlament bestätigen zu lassen, scheinen auch gestern die Märkte beeinflusst zu haben. Ein Blick auf die gestrigen Bewegungen der Börsen zeigt, dass sich die Märkte für eine Einigung der beiden Parteien positionieren. Die Meinungsdifferenzen zwischen China und den USA und die anhaltend hohen Infektionszahlen werden somit größtenteils ungeachtet gelassen.

Neben den Aktienmärkten kann am gestrigen Handelstag auch der Ölpreis marginal von dem Optimismus profitieren. In der Zwischenzeit konnten sich die deutschen Konjunkturerwartungen erneut gegenüber dem Vormonat festigen, was den vom Mannheimer ZEW Institut veröffentlichten Stimmungsindikator auf ein 16-Jahres-Hoch ansteigen lässt.

Nach enttäuschenden britischen Arbeitsmarktdaten bleibt der Fokus am heutigen Vormittag weiterhin bei Großbritannien. Neben dem Bruttoinlandsprodukt werden die Handelsbilanz, die Industrieproduktion und der Ertrag des verarbeitenden Gewerbes veröffentlicht (08:00). Um 11:00 Uhr folgen die europäische und polnische Industrieproduktion, welche von der US-amerikanischen Inflation (14:30) gefolgt werden.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 20.130.206

Weltweit bestätigte Todesfälle: 732.689

Weltweit bestätigte Genesungen: 12.380.410

EUR

Konjunkturerwartungen festigen sich erneut

Neben den Konsumausgaben scheint sich angesichts der jüngst veröffentlichten Datenlage auch das verarbeitende Gewerbe in Europas größter Volkswirtschaft langsam zu erholen. Neben den Verbesserungen der Werkaufträge und Industrieproduktion fügen sich die ZEW Konjunkturerwartungen für Deutschland in das neuerlich positive Bild. Das Stimmungsbarometer steigt gegenüber dem Vormonat um 12,2 Punkte auf 71,5 und somit auf das höchste Niveau seit Januar 2004. Im Gegensatz zu den zukünftigen Erwartungen scheint die Beurteilung der gegenwärtigen Wirtschaftslage weiterhin nur langsame Verbesserungen zu verzeichnen. Der mittel- bis langfristige Ausblick ist jedoch weiterhin mit Risiken behaftet. Neben der noch nicht überwundenen Gefahr einer zweiten europäischen Infektionswelle könnte auch die Auseinandersetzung zwischen Deutschlands zwei größten Handelspartnern (China und USA) für mögliche Probleme sorgen.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Industrieproduktion (11:00)

USD

Stimulusgespräche und Gold

An den Finanzmärkten profitieren wiederholt die Börsen von den Marktgeschehnissen, während die Gewinnmitnahme einiger Marktteilnehmer den Goldpreis in den letzten vier Tagen mehr als neun Prozent nach unten fallen ließ. Nach dem Erreichen des Allzeithochs bei 2075 US-Dollar je Feinunze verzeichnet das Edelmetall gestern den größten täglichen Rücksetzer in diesem Jahr. Die Bewegungen an den Währungsmärkten hielten sich in Grenzen und wurden mit keinen fundamentalen Neupositionierungen begleitet.

Im späten Handel an den US-Börsen hatte sich die Stimmung jedoch sichtlich gedreht, nachdem der Republikaner Mitch McConnell von einem Stillstand der Stimulus-Gespräche gesprochen hatte. In Asien fängt der Handel heute Morgen somit schwächer an, was den europäischen und späteren amerikanischen Handelstag belasten könnte.

In der Zwischenzeit scheinen die Wetten auf einen sinkenden US-Dollar an den Termingeschäftemärkten ein 2-Jahres-Hoch erreicht zu haben. Negative Schlagzeilen könnten Marktteilnehmer kurzfristig aus ihren Positionen drücken, was einen „Short-Squeeze“ und eine Dollar-Aufwertung zur Folge hätte. Mittelfristig scheint die Gefahr jedoch weiterhin hoch, dass die Vereinigten Staaten aufgrund des schwachen Krisenmanagements in Bezug auf die gesundheitliche Seite der Krise zumindest im nächsten Jahr nicht die Wirtschaftserholung anführen.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

CEE

Geringere externe Dependenz

Der zentraleuropäische Währungshandel hat sich in den vergangenen Wochen deutlich stabilisiert. Die erste Reaktion auf die durch das Coronavirus ausgelöste Schockwelle, als auch die Erwartungen einer stetigen Erholungen scheinen nun in den Wechselkursen eingepreist worden zu sein. Aufgrund der im Laufe der Krise konvergierten Zinssätze und des abgeflossenen Kapitals wird der Handel größtenteils von heimischem Volumen getrieben, was die Korrelation zwischen den zentraleuropäischen Währungspaaren und dem globalen Sentiment deutlich reduziert hat. Diese Tatsache wurde auch gestern erneut ersichtlich. Die Währungspaare konnten in den vergangenen Wochen trotz ihrer negativen Realrendite von dem Abverkauf des US-Dollars profitieren. Sollte der Appetit für die Leitwährung jedoch erneut entfacht werden, könnten der Zloty, Forint und die Krone kurzfristig ins Schussfeuer geraten. 

Risikoereignisse des Tages

  • PL: Industrieproduktion (11:00)


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