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Wöchentliche Marktberichte

Aug 11, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Donald Trump schaltet sich ein

INTRO

140 Tage nach dem historischen Absturz der globalen Börsen befindet sich der US-amerikanische Aktienleitindex S&P500 nur noch knapp 0,20 Prozent  unter dem Allzeithoch, welches kurz vor der Coronakrise erreicht worden war. Sinkende Unternehmensgewinne und steigende Fallzahlen in den Vereinigten Staaten scheinen keinen großen Einfluss auf die Börsenbewertungen genommen zu haben. Die von der expansiven Geld- und Fiskalpolitik entfachte Verbesserung der Wirtschaftsdaten hat gereicht, um die Investoren glücklich zu stimmen.

Und obwohl sich Marktteilnehmer für die kommenden Monate keine Veränderung der unterstützenden Geldpolitik erwarten, sind Unsicherheiten bei den weiteren fiskalischen Hilfsmaßnahmen verbunden. Noch vor wenigen Tagen wurden die Gespräche zwischen dem US-Präsidenten und den Demokraten im Parlament bezüglich neuer Hilfsmittel ohne Ergebnis beendet. Donald Trump scheint es zu bunt mit den Meinungsverschiedenheiten geworden zu sein, was den Präsidenten dazu veranlasst hat, per Erlass weitere Arbeitslosenunterstützungen anzuordnen. Die Märkte nehmen die Nachrichten mit offenen Armen auf, auch wenn dies nicht den abgelaufenen „Stimulus-check“ ersetzen kann. Für nachhaltige monetäre Geldausschüttungen müssen die Märkte trotzdem auf die Bestätigung des Parlaments warten.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 19.947.467

Weltweit bestätigte Todesfälle: 732.689

Weltweit bestätigte Genesungen: 12.150.698

EUR

Erste Aufwärtstrendlinie durchbrochen?

Mit einem relativ leeren globalen Wirtschaftskalender nimmt die Woche einen relativ ruhigen Anfang. Die europäische Gemeinschaftswährung konnte nicht von den positiven Bewegungen an den Börsen profitieren, zumal diese von der erwarteten Bestätigung neuer Fiskalpakete in den USA getrieben worden waren. EUR/USD durchbricht nach einem Doppel-Top bei 1,19 nun die erste Aufwärtstrendlinie. Das Währungspaar weist weiterhin eine positive Tendenz auf, solange es über dem Bereich 1,1375 notiert. Die erste unterseitige Unterstützung kann jedoch bei der zweiten Aufwärtstrendlinie bei 1,1490/1,1520 gefunden werden.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: ZEW Konjunkturerwartungen (11:00)
  • DE: ZEW Konjunkturerwartungen (11:00)

USD

Eine längerfristige Betrachtung

Die globale Leitwährung scheint derzeit von diversen Faktoren getrieben zu werden, welche kurzfristig alle eine negative Tendenz auf den US-Dollar ausgeübt haben. Dies hat die Leitwährung in einen überverkauften Bereich getrieben. Auf einer Seite scheinen die gesundheitlichen Unsicherheiten in den Vereinigten Staaten, das erwartete Wirtschaftswachstumsdifferenzial zugunsten der Eurozone und der gesunkene Zinsvorteil dem Dollar geschadet zu haben. Alle drei Bereiche sind jedoch anfällig für rasche Veränderungen und werden von den Märkten auf täglicher und wöchentlicher Basis evaluiert.

Das größte positive Potenzial könnte kurzfristig durch eine parlamentarische Bestätigung des US-Hilfspakets entfacht werden. Negative Überraschungen wie eine aktive Renditefixierung der US-Notenbank können jedoch nicht ausgeschlossen werden. Je nachdem welche Szenarien sich im Laufe der nächsten Monate abspielen, bleibt die Möglichkeit einer Bewegung zwischen EUR/USD 1,10 oder 1,25 höchstwahrscheinlich. Dies trotz der überdurchschnittlichen Unsicherheit, welche mit den US-Präsidentschaftswahlen im November verbunden sind. Bewegungen jenseits dieses Bewegungsbereichs müssten jedoch von längerfristigen Katalysatoren ausgelöst werden. Es scheint derzeit unwahrscheinlich, dass die drei hier genannten Faktoren einen drastischen Kurswechsel und einen Ausbruch aus der genannten Spanne rechtfertigen würden.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

CEE

Profitieren von Euro-Schwäche

Der gestrige Handelstag wurde durch eine allgemeine Euro-Schwäche charakterisiert. Marktteilnehmer haben die Ruhe an den Märkten genützt, um Profite mitzunehmen, welche voraussichtlich bei der jüngsten Rally der Gemeinschaftswährung entstanden sind. Zentraleuropäische Währungen konnten von der gestrigen Schwäche profitieren, bleiben seit einigen Wochen jedoch deutlich weniger von externen Bewegungen und Nachrichten beeinflusst. Eine geringere FX-Volatilität scheint ein auf den ersten Blick positives Umfeld für risikoreichere Anlagen darzustellen. Nichtsdestotrotz sind dadurch rasante Bewegungen limitiert, was bedeutet, dass der Weg zu den Vorkrisenwechselkursen einen deutlich längeren Pfad nehmen könnte. EUR/PLN scheint sich derzeit einen Bewegungsbereich zwischen 4,37 und 4,50 zu definieren, während EUR/CZK in den vergangenen Wochen zwischen den bekannten Niveaus 26,00 und 26,78 gependelt ist.

Inzwischen ist die positive Korrelation zwischen den drei Paaren EUR/USD, EUR/CNH und EUR/RUB ist in den vergangenen Wochen sogar leicht gestiegen. Die zweitägige Abwertung der Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar hat auch dem Renminbi und dem Rubel eine Verschnaufpause verschafft.

Risikoereignisse des Tages

  • HU: Inflation (09:00)
  • RU: Bruttoinlandsprodukt (11:00)


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