Wöchentliche Marktberichte

Aug 10, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Politik dominiert

INTRO

Kurz vor dem Wochenende hauchen positive US-amerikanische Konjunkturdaten den Märkten wieder Leben ein. Die meisten relevanten Aktienleitindizes gehen positiv aus der Woche. Gold muss einen Teil der wöchentliche Gewinne abgeben. Wie die US-Regierung am Freitag mitteilte wurden im Juli 1,763 Millionen Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen. Ökonomen hatten im Vorhinein nur mit einem Stellenanstieg von 1,6 Millionen gerechnet. Dies lässt die Arbeitslosenquote um 0,9 Prozent auf 10,2 Prozent sinken. Aufgrund der jüngsten Verbesserung der globalen Konjunktur und der Lockerungen der Sperrmaßnahmen konnten die regionalen Arbeitsmärkte an Boden gut machen.

Doch obwohl die erste Entlassungswelle den Umständen entsprechen positiv überstanden wurde, bleibt die Sorge um eine nachhaltig hohe Spar- und Arbeitslosenquote hoch. Die letzten beiden Monate waren aufgrund der historisch noch nie dagewesenen Schwäche der Wirtschaftsdaten zu Beginn der Krise von v-förmigen Erholungen charakterisiert. Der erste Aufschwung nach der Lockerung der Sperrmaßnahmen wurde von den Märkten zwar begrüßt, in viele Fällen jedoch als die logische Schlussfolgerung der staatlichen und geldpolitischen Stimulusmaßnahmen gesehen. Im dritten und vierten Quartal werden Datenverbesserungen sicherlich ein geringeres Ausmaß einnehmen, als noch im Juni und Juli.

In der Zwischenzeit scheint der nun in alle Bereiche eingedrungene diplomatische Disput zwischen China und den USA eine neue Stufe erreicht zu haben. Der US-amerikanische Präsident geht nun aktiv gegen den chinesischen App-Anbieter Tiktok vor und fordert den Verkauf des Geschäfts in den USA an ein heimisches Unternehmen. Bislang konnten die Nachrichten rund um den Disput keine allzu großen Reaktionen an den Märkten generieren. Vielmehr stehen die parlamentarischen Verhandlungen über das potenzielle US-Hilfspaket im Vordergrund. Schlagzeilen über neue fiskalische Maßnahmen dominieren das Marktgeschehen.

Die kommende Woche bietet eine Fülle von Wirtschaftswachstumsdaten (Q2) diverser Schwellenländer. Unter anderem werden die Bruttoinlandsprodukte in Russland, Polen und Ungarn veröffentlicht. In der Eurozone stehen deutsche Konjunkturerwartungen (Dienstag), die europäische Industrieproduktion (Mittwoch), die deutsche Inflation (Donnerstag) und das europäische BIP (Freitag) auf der Wochenordnung. Heute stehen keine signifikanten Wirtschaftsdaten bevor.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 19.711.213

Weltweit bestätigte Todesfälle: 728.176

Weltweit bestätigte Genesungen: 11.969.890

EUR

Erste Phase der Erholung überstanden

Eine nachhaltige v-förmige Erholung wird die europäische Binnenwirtschaft voraussichtlich nicht auf die Beine bringen. Nichtsdestotrotz scheinen die unmittelbaren Datenpunkte nach den Lockerungen der Sperrmaßnahmen vorsichtigen Optimismus geweckt zu haben. Die Risiken bleiben jedoch auch weiterhin nach unten geneigt.

Sowohl die deutschen Werkaufträge, als auch die Industrieproduktion beenden das zweite Quartal positiv und verzeichnen im Juni einen monatlichen Anstieg von  27,9 und 11,1 Prozent. Vor diesem Hintergrund scheint es nicht unwahrscheinlich, dass das tatsächliche Bruttoinlandsprodukt Deutschlands doch noch nach oben revidiert werden könnte. In Frankreich festigt sich die Industrieproduktion in den Monaten Mai und Juni ebenfalls um jeweils 20 und 12,6 Prozent

Besser als erwartete Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten verschaffen dem US-Dollar eine Verschnaufpause. EUR/USD verzeichnet den größten täglichen Rücksetzer seit April und befindet sich nun marginal über der seit dem 10. Juni anhaltenden Aufwärtstrendlinie bei 1,1720. An der Oberseite bleibt 1,19 die größte Barriere weiterer Bewegungen in Richtung der 12-Jahres-Abwärtstrendlinie bei 1,20.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

USD

Solide Arbeitsmarktdaten

Die wirtschaftliche Ausgangslage eines Landes nach der Coronakrise wird sicherlich das Potenzial aufweisen, die Richtungstendenz der heimischen Währung nachhaltig zu prägen. Noch scheint es zu früh, um die Gewinner und Verliere identifizieren zu können. Die Eurozone hat sich aufgrund der fiskalischen Hilfspakete der einzelnen Regierungen und der schnell abgeflachten Infektionskurve sicherlich einen Vorteil verschafft. Die positiven Signale vom US-amerikanischen Arbeitsmarktbericht zeigten uns vor dem Wochenende jedoch, wie rasant sich „Abweichungen von der Markterwartung“ in einem volatilen Wechselkurs manifestieren können. Die US-Wirtschaft schafft es im Juli mehr als 1,7 Millionen Stellen außerhalb der Landwirtschaft zu schaffen. Ökonomen hatten sich nur einen Stellenanstieg von knapp 1,6 Millionen erwartet. Trotz der positiven Bewegung am Freitag schafft es der US-Dollar nicht, die Woche positiv zu beenden. Nach der vierten wöchentlichen Abwertung infolge notiert der handelsgewichtete Dollar-Index knapp über der Aufwärtstrendlinie bei 91,00.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

CZK

Seitwärtsbewegung

Zentraleuropäische Währungen beenden die Woche mit einer größtenteils seitwärtsorientierten Bewegung. Sowohl die Anspannungen zwischen China und den USA, als auch der positive Arbeitsmarktbericht schaffen es nicht, die Währungen nachhaltige zu beeinflussen. EUR/HUF bleibt angesichts des abgenommenen Handelsvolumens in einer engen Bewegungsspanne zwischen 344,00 und 348,00. In Tschechien brachte die vergangenen Woche zwar keine Veränderungen der Zinsniveaus. Sollte sich die Inflation entsprechend den Prognosen der Zentralbank entwickeln, könnten die Währungshüter schon Mitte des nächsten Jahres wieder in eine restriktive Geldpolitik wechseln und die Zinsen anheben.

Risikoereignisse des Tages

  • CEE: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen


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