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Wöchentliche Marktberichte

Aug 06, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die zweite Phase der Erholung – Suche nach Katalysatoren

Intro

Die Märkte scheinen den Investoren und Marktanalysen erneut  wie auch zu Beginn der Krise einen Schritt voraus zu sein. Im Laufe der Pandemie und des Stilltands des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens kam es zu einer signifikanten Revision der Geschäfts- und Konjunkturzahlen nach unten. Nichtsdestotrotz unterschätzten Ökonomen anfangs das tatsächliche Ausmaß der Krise. Dies gilt jedoch auch in der momentanen Erholungsphase, welche die Erwartungen der Analysten bislang übertreffen konnte. Die Risiken der hohen Schuldenaufnahme, möglichen Insolvenzfälle und einer Periode erneuter Sperrmaßnahmen werden bislang komplett von der Wirtschaftserholung in den Schatten gestellt. Dies treibt die Anlagenbewertungen in die Höhe.

Gestern waren es positiv aufgenommene Geschäftszahlen aus den Vereinigten Staaten, welche die großen Aktienleitindizes höher notieren ließen. Doch trotz des Optimismus können die zugrundeliegenden Risiken nicht ganz beiseitegeschoben werden. Vor diesem Hintergrund blicken Marktteilnehmer weiterhin gespannt auf die Auseinandersetzungen im US-Parlament, in welchem derzeit das neue Hilfspaket bestätigt werden sollte. Die zwei Parteien zeigten sich am Mittwoch optimistisch über die Fortschritte der Verhandlungen.

Ohne eine fiskalische Hilfe wird es immer schwieriger werden, das positive Momentum mit in das nächste Quartal zu nehmen. Auch die gestrigen Daten aus den Staaten deuten darauf hin, dass die Dynamik am Arbeitsmarkt an Fahrt verliert. Aufgrund der hohen Geldmenge im Finanzsystem liegt die Tendenz – der Weg des niedrigsten Widerstandes – weiterhin bei steigenden Kursen. Ohne wirkliche Katalysatoren wird dieser „Aufwärtsbias“ allein jedoch nicht ausreichen, um die Anlagen und Realwirtschaft anzutreiben.

Trotz der jüngsten Rally der globalen Aktienmärkte steht Gold als eines der besten Anlagewerte des Jahres dar. Es sieht sogar so aus, als würde das Edelmetall die siebte Woche infolge höher notieren, insbesondere da zu Beginn der Woche das Allzeithoch aus dem Jahr 2011 ohne Mühe überwunden worden war. Ein abwertender US-Dollar, Staatsanleihenrenditen auf Allzeittiefen und steigende Inflationserwartungen treiben die Nachfrage nach Gold in die Höhe.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 18.349.260

Weltweit bestätigte Todesfälle: 695.550

Weltweit bestätigte Genesungen: 10.951.112

EUR

Folgt den Aktienmärkten nach oben

Unternehmen und Geschäfte im Dienstleistungssektor scheinen im Juli doch stärker als erwartet gewachsen zu sein. Laut dem gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes folgt der Konsument nun langsam der industriellen Verbesserung. Das Stimmungsbarometer steigt auf den höchsten Wert (54,9) seit zwei Jahren, getrieben durch den ersten Anstieg der Neuaufträge seit fünf Monaten. Die europäische Gemeinschaftswährung folgt den Aktienmärkten nach oben und verzeichnet nach einem schwachen Wochenauftakt die zwei tägliche Aufwertung infolge. Der Aufwärtstrend bleibt intakt. EUR/USD ist zwei Mal in den vergangenen Tagen an der Barriere 1,19 gescheitert. Nun rückt das Niveau erneut in den Vordergrund.

Risikoereignisse des Tages

  • IT: Industrieproduktion (10:00)

USD

Arbeitsmarkt bleibt angeschlagen

Auf den ersten Blick positive Daten zeigen strukturelle Problemfelder in der US-amerikanischen Wirtschaftserholung auf. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe konnte sich souverän auf einen Wert von 58,1 festigen, die zweite monatliche Stärkung infolge. Der Sub-Index für die Gesundheit des Arbeitsmarkts fällt jedoch unerwartet wieder in den Kontraktionsbereich (42,1). Die Schrumpfung kam wenige Stunden nach der Veröffentlichung des privaten ADP Arbeitsmarktberichts, welcher einen Stellenanstieg von 167 Tausend im Juli bekannt gab. Deutlich geringer als der von Ökonomen im Vorhinein erwartete Aufbau von 1,5 Millionen.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Anmeldungen für die Arbeitslosenunterstützung (14:30)

CHF

Positive und negative Krisenmechanismen

Die diversifizierte Volkswirtschaft kommt der Schweiz insbesondere in der Krisenzeit zugute. Zwar musste die zentraleuropäische Ökonomie aufgrund der verheerenden Sperrmaßnahmen und der Nähe zur Eurozone deutliche Rücksetzer einbüßen. Laut dem KOF Wirtschaftsinstitut schneidet die Schweiz im internationalen und regionalen Vergleich jedoch positiv ab. Das Institut geht von einem Rückgang der Wirtschaftsaktivität in diesem Jahr von sechs Prozent aus. 

Insbesondere der bekannte Fokus der Exportbranche auf die Pharmazeutik, den Finanzdienstleistungssektor und Gold lässt das Land einen Teil der Verluste kompensieren. Dies zeigt sich verstärkt in dem Handel mit den Vereinigten Staaten. Nach China und Mexiko verzeichnete die Schweiz gegen Ende des vergangenen Jahres den weltweit drittgrößten Handelsüberschuss mit den USA. Insbesondere mit dem Goldhandel scheint es in Krisenzeiten gut zu laufen. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg ist der Schweizerische Goldexport in die Staaten um mehr als 650 Prozent (in CHF) gestiegen.

Das Land profitiert somit von den mechanischen Gleichgewichtsmechanismen, (stärkere Exporte der krisensicheren Sektoren), muss aufgrund des aufwertenden Franken jedoch auch Verluste einstecken. Für die heimische Notenbank bleibt die Währungsintervention, gekoppelt mit dem Negativzinsumfeld eine wirksame Maßnahme um der Stärke der Währung entgegen zu wirken.

Risikoereignisse des Tages

  • CH: Keine Wirtschaftsveröffentlichung


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