Wöchentliche Marktberichte

Aug 05, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen 

Intro

Noch gibt es keine positiven Neuigkeiten von den zwischenparteilichen Gesprächen in den USA . Derzeit scheinen sich die Demokraten und Republikaner nicht über die Bedingungen des vorgeschlagenen zweiten Hilfspakets einig zu werden. Marktteilnehmer und Investoren warten somit weiterhin gespannt auf neue Entwicklungen. Über längerfristige Vor- und Nachteile eines Stimulusschubs denkt derzeit keiner. Kurzfristig dominiert das Marktsentiment und dieses braucht in Zeiten der wirtschaftlichen Unsicherheit eine staatliche Unterstützung.

Vor diesem Hintergrund rücken die heutige Veröffentlichung des Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und der US-Arbeitsmarktbericht (Freitag) in den Vordergrund. Beide Indikatoren werden uns ein Bild von der Lage der größten Volkswirtschaft der Welt skizzieren. Auch wenn die Erholung in manchen Ländern langsam an Fahrt verliert, zeigt sie nichtsdestotrotz ein positives Vorzeichen auf. Die Werkaufträge konnten sich in den USA im Juni um 6,2 Prozent festigen, nach einem Anstieg von 7,7 Prozent im Mai.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 18.349.260

Weltweit bestätigte Todesfälle: 695.550

Weltweit bestätigte Genesungen: 10.951.112

EUR

Aufwertung noch ohne breitere Implikation?

Historisch betrachtet sind nachhaltige Aufwertungen einzelner Währungen meist mit Vor- und Nachteilen verbunden. Für exportorientierte Unternehmen und Exportnationen ist eine Aufwertung der heimischen Währung bei gleichbleibender Inflation oft mit einem gewissen Verlust der Konkurrenzfähigkeit behaftet. Dies könnte bei einem gleichzeitigen Anstieg der Importe, da Konsumenten billiger ausländische Waren erhalten, zu einer Verschlechterung der Leistungsbilanz führen. Andererseits ist am längerfristigen Zeithorizont eine klar positive Korrelation zwischen der Währung und dem Aktienmarkt eines Landes zu erkennen.

Eine aufwertende Währung bildet Vertrauen in die Volkswirtschaft ab und macht heimische Aktien attraktiver. Ein Blick auf die jüngsten Kapitalströme in europäische börsennotierte Fonds zeigt jedoch, dass die Aufwertung der Gemeinschaftswährung noch nicht von gleichzeitigen Kapitalströmen in den Kontinent begleitet worden ist. Somit sollte in den nächsten Wochen ein Auge auf die Kapitalflüsse geworfen werden, um zu erkennen, ob weiteres Potenzial nach oben für den Euro besteht. Obwohl die Stärke der Währung öffentlich noch nicht von der Europäischen Notenbank diskutiert wurde, scheinen die Währungshüter bereit, weitere Stimulusmaßnahmen in Erwägung zu ziehen. Das geht zumindest den Worten des Chefökonomen der EZB hervor, welcher sich gestern zu Wort meldete. Die Deutsche Bundesbank steht diesen Vorhaben zumindest nicht mehr im Wege.

Risikoereignisse des Tages

  • DE: Einkaufsmanagerindex (09:55)
  • EZ: Einzelhandelsumsätze (11:00)
  • ES: Verbrauchervertrauen (12:30)

USD

Streit um chinesische App

Der anfangs nur auf den Handel beschränkte Disput zwischen China und den USA weitet sich immer weiter aus und umfasst mittlerweile diverse Bereiche der Außenpolitik und Diplomatie. Von vermeintlichen Menschenrechtsverletzungen bis hin zu der Schließung von Konsulaten in beiden Ländern erstreckt sich die Meinungsverschiedenheit. Auch individuelle Unternehmen leiden unter den Maßnahmen. Neben Huawei, ZTE und Apple wurde nun der beliebte chinesische Videodienst TikTok ins Visier genommen. Die bei jugendlichen populäre App stellt laut Washington eine strategische Gefahr dar und müsste teilweise an ein amerikanisches Unternehmen verkauft werden. Chinesische Offizielle sträuben sich gegen die Maßnahme und werfen Washington Diebstahl vor.

In der Zwischenzeit kam es in der vergangenen Woche zu keiner zwischenparteilichen Einigung über das in den USA vorgeschlagene Hilfspaket. Die Einkommensunterstützungen, welche im Rahmen der ersten Stimulusmaßnahme verteilt wurden, sind am Freitag abgelaufen. Den Gesetzgebern läuft die Zeit davon, da Haushalte und die Märkte von Hoffnungen eines weiteren Stimuluschecks über Wasser gehalten werden.

Risikoereignisse des Tages

  • US: ADP Arbeitsmarktbericht (14:15)
  • US: Einkaufsmanagerindex - Dienstleistungssektor (16:00)

Gold

Gold erstmals über 2000 US-Dollar

An den globalen Aktienmärkten war keine einheitliche Bewegung zu erkennen. Gold steigt zum ersten Mal nach einer 37-prozentigen Aufwärtsbewegung (seit dem 20. März) auf über 2000 US-Dollar je Feinunze. Insbesondere die private Nachfrage nach dem Edelmetall in Deutschland treibt die jüngsten Bewegungen an. 

Die USD-Liquidität befindet sich auf einem mehrjährigen Hoch und treibt Investoren in Schwellenländer. Kurzfristig bleibt die Korrelation zwischen dem Dollar und Gold negativ. Gold profitiert somit sowohl von den sinkenden realen Zinssätzen, als auch von einem schwächeren Dollar. Noch zu Beginn des Jahres war die Beziehung der beiden Anlagen angesichts der hohen Zinsen in den USA positiv.

Risikoereignisse des Tages

  • CEE: Keine Wirtschaftsveröffentlichung


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