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Wöchentliche Marktberichte

Aug 03, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Quartalsbeginn als Neustart?

Intro

Mit der Veröffentlichung der Wirtschaftswachstumszahlen in der vergangenen Woche schließen Investoren und Marktteilnehmer nun endgültig mit dem zweiten Quartal diesen Jahres ab. In den Monaten bis Juni verzeichnete die Eurozone mit einem Rückgang von 12,1 Prozent die größte vierteljährliche Kontraktion aller Zeiten. Die am stärksten betroffenen Regionen Spanien (18,5%), Italien (12,4%) und Frankreich (13,8%) erholen sich nun langsam von dem kompletten Stillstand der Wirtschaften in den Monaten April und Mai.

Hochfrequenzdaten zeigen auf eine rasante Erholung der Konjunktur, was einen positiven Start in das dritte Quartal bedeuten könnte. Die Gefahr einer weiteren Infektionswelle und erneute Sperrmaßnahmen belastet jedoch weite Teile des Kontinents. Dies gilt auch für die größte Volkswirtschaft der Welt. Die Vereinigten Staaten mussten im zweiten Quartal den größten Rückgang der Wirtschaftsaktivität seit dem Zweiten Weltkrieg verzeichnen.

In dieser Woche könnte die Geldpolitik wieder in das Zentrum des Geschehens rücken. Neben der britischen Zinsentscheidung erwarten sich Marktteilnehmer ebenfalls neue Erkenntnisse von den geldpolitischen Treffen in Tschechien, Indien, Brasilien und Australien. Datenseitig könnten Veröffentlichungen in den Vereinigten Staaten die Bewegungen an den Märkten dominieren. Den Anfang macht der Einkaufsmanagerindex (Eurozone, Deutschland, USA) am Montag. Den wöchentlichen Ausklang liefert die Veröffentlichung des US-amerikanischen Arbeitsmarktberichts am Freitag.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 17.852.451

Weltweit bestätigte Todesfälle: 679.742

Weltweit bestätigte Genesungen: 10.598.297

EUR

Welche Implikation hat die Aufwertung?

Die jüngste Stärke der europäischen Gemeinschaftswährung könnte grundsätzlich einen Nachteil für exportorientierte Unternehmen darstellen (negativ). Gleichzeitig deutet die Aufwertung des Euro auf ein kurzfristig größeres Vertrauen der Märkte in die Eurozone (positiv). Welcher der beiden Faktoren in der langen Frist überwiegen wird, bleibt eine offene Frage, zumal sich die Gemeinschaftswährung weiterhin strukturellen Problemen stellen muss. Noch scheint es zu früh zu sein, um unternehmerische Strategieänderungen aufgrund des derzeitigen Wechselkurses zu fällen.

Bei einer nachhaltigen Aufwertung des handelsgewichteten Euro könnten sich die Effekte jedoch auch am Aktienmarkt bemerkbar machen. Im Jahr 2017 wurde eine signifikante Aufwertung des EUR/USD durch eine Schwächung europäischer Aktien begleitet, insbesondere aufgrund der im dollar-denominierten Zahlungsströme der Firmen. Diese negative Korrelation der beiden Anlageklassen ist jedoch alles andere als ein eisernes Gesetz der Märkte, zumal aufgrund der angeschlagenen Sicherheit in die Eurozone eine Aufwertung des Euro zu einem Anstieg europäischer Aktienmärkte führen könnte.

EUR/USD scheint derzeit langsam in einen kurzfristig „überkauften“ Bereich zu gleiten, was Rücksetzer auf die Trendlinien zur Folge haben könnte. Die ersten Referenzpunkte nach unten liegen in diesem Zusammenhang bei den Niveaus 1,1650 (1. Trendlinie), 1,1500 (2. Trendlinie) und 1,1370 (wöchentlicher und monatlicher gleitender Durchschnitt) angesiedelt.

Risikoereignisse des Tages

  • DE: Einkaufsmanagerindex (09:55)

RUB

Ein Ende der Schwäche

Der russische Rubel wurde in den vergangenen Wochen von einer Mischung diverser negativer Faktoren getrieben, eine Tatsache, welche sich im Wechselkurs widerspiegelt. Gegenüber dem Euro musste der Rubel im Juli eine Abwertung im Wert von knapp 9,5 Prozent hinnehmen. Neben den hohen Infektionszahlen in Russland und dem zuletzt stagnierenden Ölpreis scheint die hohe Gewinn-Ausschüttung russischer Firmen ebenfalls einen Beitrag bei der Abwertung der Währung gehabt zu haben. Von Unternehmen bezahle Investoren haben ihre Gewinne in großen Mengen gegen Auslandswährungen eingetauscht. In Kombination mit der expansiven Bereitschaft der Notenbank ergab sich ein für den Rubel schwaches Umfeld.

EUR/RUB verzeichnete am Freitag die achte tägliche Aufwertung infolge und findet das höchste Niveau seit März. Mit dem Ende der russischen „Earnings Season“ und der überzogenen Bewegung des Währungspaares könnte das Währungspaar erneut auf die Aufwärtstrendlinie im Bereich 84,00 fallen. Dieses Szenario gilt jedoch nur als plausibel, sollte die Barriere bei 88,20 halten (Allzeithoch-Schlusskurs).

Risikoereignisse des Tages

  • RU: Einkaufsmanagerindex (08:00)
  • PL: Einkaufsmanagerindex (08:00)
  • HU: Einkaufsmanagerindex (08:00)
  • CZ: Einkaufsmanagerindex (08:30)

CNH

Aufholbedarf beim Konsumenten

Die chinesische Wirtschaft konnte sich nach einem kompletten Stillstand im März wieder auf die Beine kämpfen. Wie ein Blick auf die jüngste Datenlage zeigt, war die Erholung im Juni klar zu erkennen. Die Industrieproduktion verzeichnete einen zweistelligen Anstieg zum Vorjahr. Auch die chinesischen Exporten konnten sich im Juni unerwartet festigen, wenn auch um nur 0,5 Prozent. Die Gesetzgeber scheinen mit den Ergebnissen vorerst zufrieden zu sein. Angesichts der Gefahren an den Finanzmärkten und den rasant steigenden privaten Schulden scheint die Bereitschaft für weitere Stimulusmaßnahmen deutlich gedämpft worden zu sein.

Ökonomen warnen, dass sich ein frühzeitiger Rückzug der staatlichen Hilfen als kontraproduktiv herausstellen könnte. Der am Freitag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex konnte sich im verarbeitenden Gewerbe zwar festigen. Der Stimmungsbarometer für den Dienstleistungssektor muss jedoch marginale Verluste einstecken. Dies bestätigt das allgemeine Bild der chinesischen Erholung. Nämlich dass die chinesische Industrie weiterhin einen Vorsprung hat und die Gefahr besteht, dass diese von einer schwachen heimischen und globalen Nachfrage erneut nach unten gezogen wird.

EUR/CNH: Nach einer 10-wöchigen Aufwärtsbewegung verzeichnet das Währungspaar am Freitag den größten täglichen Rücksetzer seit dem 05. Juni. Das Niveau um 8,30 könnte sich als eine erste Barriere herauskristallisieren.


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