Wöchentliche Marktberichte

Jul 31, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Endlich Klarheit in Sachen Wirtschaftsabschwung

INTRO


Investoren sahen sich von Konjunkturdaten aus der Eurozone und den Vereinigten Staaten negativ überrascht und treiben die Aktienmarktbewertungen rund um die Welt nach unten. In den meisten entwickelten Ländern scheint die gute Laune seit dem geldpolitischen Treffen der US-amerikanischen Notenbank am Mittwoch nun wieder untergetaucht zu sein.

Grund dafür waren schwächer als erwartete Bruttoinlandsprodukte, welche den tatsächlichen wirtschaftlichen Schaden der Coronakrise aus dem zweiten Quartal abbildeten. Deutschland ist in den drei Monaten bis einschließlich Juni um 10,1 Prozent gesunken. Die größte Volkswirtschaft der Eurozone ist zwar besser aus der Krise gekommen, als so manch anderer Mitgliedstaat. Nichtsdestotrotz hatten Marktteilnehmer mit einer geringeren Kontraktion gerechnet. Nach langen Spekulationen gibt es nun zumindest Klarheit über das tatsächliche Ausmaß der größten Wirtschaftskrise unserer Zeit.

In der Zwischenzeit konnte sich Gold am Mittwoch kurzzeitig auf ein neues Allzeithoch kämpfen , nachdem die in 2011 erreichte Spitze endlich gefallen war. Ein Anstieg der Nachfrage nach sicheren Anlagen, die erneute Schwäche der US-Währung und fallende Realrenditen geben dem Edelmetall Rückenwind.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 17.109.335

Weltweit bestätigte Todesfälle: 668.801

Weltweit bestätigte Genesungen: 9.800.084


EUR

Die europäische Gemeinschaftswährung setzt die jüngst begonnene Aufwärtsbewegung ohne Rücksicht auf die gestrigen Konjunkturdaten weiter fort. Aufgrund der Veröffentlichung des deutschen Bruttoinlandsprodukts wurde dem Sentimentindex der europäischen Kommission wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Der Stimmungsbarometer  weist weiterhin auf eine deutliche Erholung der Binnenwirtschaft. Die Zurückhaltung ist jedoch insbesondere bei den Konsumenten herauszulesen. Der Sub-Indikator für das Verbrauchergemüt sinkt gegenüber dem Vormonat. 

Angesichts der bullischen Dynamik des Euro und des voraussichtlich positiven Wochenausklangs ist eine weitere Aufwärtsbewegung nicht auszuschließen. Die Position scheint jedoch langsam einen kurzfristig „überkauften“ Charakter zu erhalten, was zu Rücksetzern auf die Trendlinien zur Folge haben könnte. Die ersten Referenzpunkte nach unten sind in diesem Zusammenhang bei den Niveaus 1,1650 (1. Trendlinie), 1,1500 (2. Trendlinie) und 1,1370 (wöchentlicher und monatlicher gleitender Durchschnitt) angesiedelt. Im Rahmen der weiteren Beurteilung wird die wöchentliche Veröffentlichung der spekulativen Positionierungen an den Terminmärkten am Wochenende von Bedeutung sein.

Risikoereignisse des Tages

  • DE: Einzelhandelsumsätze (08:00)
  • ES: BIP (09:00)
  • IT: BIP (10:00)
  • EZ: BIP (11:00)

USD

BIP und der Präsident

Die Vereinigten Staaten verzeichneten im zweiten Quartal den größten Wirtschaftsabschwung seit dem zweiten Weltkrieg mit einem annualisierten BIP von minus  32,9 Prozent (umgerechnet stellt dies eine vierteljährliche Kontraktion von knapp 10 Prozent dar). Wenige Augenblicke nach der Veröffentlichung meldet sich der US-Präsident bezüglich eines anderen Themas zu Wort. Donald Trump scheint eine mögliche Verzögerung der Präsidentschaftswahl für eine plausible Maßnahme vor dem Hintergrund steigende Neuinfektionen zu sehen. Ob das Parlament dem Wunsch des Präsidenten nachkommt scheint bislang eher unwahrscheinlich.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Inflation (14:30)
  • US: Michigan Sentiment (16:00)

PLN

Wie stark war der Abschwung?

Regionale Investoren warteten gespannt auf das Risikoereignis des Tages, die Veröffentlichung des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Und obwohl sowohl das deutsche, als auch das US-amerikanische Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal negativ enttäuscht hatten, scheint der unmittelbare Einfluss auf die zentraleuropäischen Währungen limitiert gewesen zu sein. In den heutigen Fokus rückt nun das tschechische BIP und die polnische Teuerungsrate. Beide Indikatoren könnten neue Erkenntnisse über die regionale Wirtschaftsentwicklung mit sich bringen. Insbesondere da Tschechien das am stärksten von der Krise betroffene Land bleibt und die polnische Inflation weiterhin am Steigen ist.

Risikoereignisse des Tages

  • PL: Inflation (10:00)
  • CZ: BIP (14:30)


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