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Wöchentliche Marktberichte

Jul 30, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Notenbank untermauert lockere Geldpolitik

INTRO

Die Earnings-Season in den Vereinigten Staaten nimmt an Fahrt auf. Investoren scheinen die bislang veröffentlichten Geschäftsberichte einiger US-Unternehmen positiv aufgenommen zu haben. Im Laufe der ersten Monate der Coronakrise mussten Großkonzerne und Banken ihre Gewinnprognosen für dieses Jahr deutlich nach unten revidieren. Nun übertreffen die meisten dieser Unternehmen die von Analysten im Vorhinein gesetzten Erwartungen, was eine positive Stimmung an den Märkten schafft.

Insbesondere die gestrige Bestätigung der US-amerikanischen Notenbank, das Niedrigzinsumfeld noch eine lange Zeit bestehen zu lassen, lässt die Börsen höher notieren. Wie von einzelnen Währungshütern in den vergangenen Wochen öfters betont wurde, gab es seit dem Höhepunkt der Krise in den Monaten März und April eine deutliche Verbesserung der Wirtschaft. Die Risiken bleiben jedoch weiterhin nach unten geneigt. Dies rechtfertigt laut der Notenbank eine unterstützende Geldpolitik. Der Weg zurück zur Normalität ist voller Unsicherheiten und baut auf der Annahme einer erfolgreichen Entwicklung des Impfstoffs gegen das Coronavirus.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 16.797.288

Weltweit bestätigte Todesfälle: 661.724

Weltweit bestätigte Genesungen: 9.800.084

USD

Wirtschaftsdaten im Fokus

Obwohl globale Leitindikatoren auf eine Verbesserungen der Weltwirtschaft deuten, scheint die Erholung langsam an Fahrt zu verlieren. Genaue Schätzungen über das tatsächliche Ausmaß der Abkühlung und der derzeitigen Erholung einzelner Regionen fällt jedoch weiterhin schwer. Die jüngste Rally der europäischen Gemeinschaftswährung scheint somit noch nicht auf den tatsächlichen Wirtschaftsdivergenzen der Eurozone und der Vereinigten Staaten zu basieren. Vielmehr ist es eine Mischung zwischen dem Optimismus über das erfolgreich verhandelte europäische Hilfspaket, der Euphorie an den Aktienmärkten und der allgemeinen Schwäche des US-Dollars.

Risikoereignisse des Tages

  • DE: Arbeitslosenquote (09:55)
  • DE: Bruttoinlandsprodukt (10:00)
  • EZ: EZB Wirtschaftsbulletin (10:00)
  • EZ: Wirtschaftssentiment (11:00)
  • DE: Inflation (14:30)

USD

Schwächster Monat seit September 2010?

Die US-amerikanische Notenbank lässt den Leitzins unverändert bei 0 – 0,25 Prozent und untermauert ihre im Laufe der Coronakrise gefundene lockere Geldpolitik. Der US-Dollar setzt folglich die Talfahrt nach einer kurzen Pause am Dienstag weiter fort und fällt auf ein neues 24-Monats-Tief. Sollte die globale Leitwährung in den letzten zwei Tagen dieser Woche keine rasante Aufholjagd starten, könnte der Juli als schwächer Monat für den Dollar seit September 2010 in die Geschichte eingehen. Es wäre ebenfalls die sechste wöchentliche Abwertung infolge.

Im Zentrum des heutigen Tages steht die Veröffentlichung des US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukts und der Inflation. Einen Tag nach der Zinsentscheidung sollte sich das Potenzial für durch die Datenlage ausgelösten Kursschwünge in Grenzen halten.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Bruttoinlandsprodukt und Inflation (14:30)

USD

„Don’t fight the Fed“

Die bekannten Kausalitäten und Währungsbeziehungen scheinen weiterhin zu halten, trotz der momentanen Divergenzen an den Märkten. Vor diesem Hintergrund war es nicht erstaunlich, dass die zentraleuropäischen Währungen von der Abwertung des US-Dollars profitieren konnten. Neben einer expansiven globalen Geldpolitik scheint die geringere Nachfrage nach der Leitwährung für ersichtliche Entlastungen in Schwellenländern zu sorgen. Die gesunkenen Realzinsen scheinen den regionalen Währungen noch nicht zur Last gefallen zu sein. Ebenfalls scheinen die Anleihenkaufprogramme in Polen und Ungarn nur einen minimalen FX-Einfluss gehabt zu haben. Das Mantra der Aktienmärkte – Dont fight the Fed – hält somit auch für den Währungsmarkt. Solange sich die globalen Zentralbanken expansiv zeigen und die Volatilität unterdrücken, scheinen risikoreiche Anlagen trotz der Risiken Potenzial für erhebliche Aufwertungen inne zu halten. Mittelfristig könnten Investoren voraussichtlich wieder anfangen, zwischen einzelnen renditereichen Anlagen zu differenzieren.


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