Wöchentliche Marktberichte

Jul 27, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Quartalszahlen und die Fed im Fokus

INTRO

Die vergangene Woche war mehrheitlich durch einen leichten Abverkauf der globalen Aktienleitindizes gekennzeichnet, wobei sich die Bewegungen an den Börsen eher in Grenzen gehalten haben. Die großen Schwankungen blieben in den letzten Tagen nicht aus, waren jedoch stärker an den Rohstoff und Währungsmärkten zu erkennen. Sowohl die Preise zyklischer Rohstoffe wie Zink, Aluminium und Stahl, als auch der Goldpreis konnten sich in der vergangenen Woche festigen. Mit einem Preis von 1900 US-Dollar je Feinunze konnte Gold am Freitag nach der vierten wöchentlichen Aufwertung infolge sogar ein neues 9-Jahres-Hoch erreichen. Am Währungsmarkt führte der Abverkauf des US-Dollars zu deutlichen Kapitalverlagerungen in Schwellenländer, von dem insbesondere die Währungen Zentraleuropas profitieren konnten. Die Faktoren, welche die Aktienmärkte in den letzten Tagen belastet haben, scheinen sich noch nicht an den globalen Devisenmärkten bemerkbar gemacht zu haben.

Zuletzt kam es zwischen China und den USA erneut zu einer Verschärfung der Anspannungen . Die jüngste Schließung von Konsulaten in den beiden Ländern und die Ängste eines Zusammenbruchs des Handelsabkommens scheinen jedoch zu keinem Abverkauf an den Börsen geführt zu haben. Neben politischen Streitigkeiten sorgen sich Investoren ebenfalls um den anhaltenden Anstieg der täglichen Neuinfektionen in den USA und den bestehenden Problemen am Arbeitsmarkt. Börsianer erwarten sich am Mittwoch eine Bestätigung der lockeren Geldpolitik seitens der US-amerikanischen Notenbank und nehmen diese Unterstützung mit offenen Armen an.

Neben der Lagebeurteilung der Federal Reserve erwarten sich Marktteilnehmer neue Erkenntnisse von den dieswöchigen Konjunkturdaten und der „Earnings Season“, in welcher Unternehmen ihre Bilanzen offen legen. An der Wochenordnung stehen Veröffentlichungen von den Großkonzernen Alphabet, Apple, Amazon und Facebook sowie der Commerzbank, der Deutschen Bank, Barclays und Paypal. Aufseiten neuer Wirtschaftsdaten machen die Konjunkturerwartungen des deutschen Ifo Instituts am Montag den Anfang, gefolgt von den Bruttoinlandsprodukten (Q2) Deutschlands am Donnerstag und der Eurozone am Freitag.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 16.133.849

Weltweit bestätigte Todesfälle: 646.837

Weltweit bestätigte Genesungen: 9.301.155

USD

Wird der Juli der Monat des Euro?

Konjunkturelle Verbesserungen und die Einigung in der Europäischen Union auf ein 7-Jahres-Budget, inklusive dem 750 Milliarden Euro schweren Krisenpaket, treiben den Euro nach oben. Auch der zum US-Dollar bestehende Zinsnachteil konnte in den vergangenen Monaten deutlich reduziert werden, was die Attraktivität der globalen Leitwährung stark gedämpft hat. Im Rahmen des derzeitigen Aufwärtstrends des Währungspaares EUR/USD sind Rücksetzer bis 1,1370 möglich, ohne den zugrunde liegenden Trend zu brechen. Ein Unterlaufen dieses Niveaus könnte Potenzial für Bewegungen bis 1,1170 schaffen. Chart-technisch scheint an der Oberseite vor 1,12 keine wirkliche Barriere zu bestehen. Potenzielle Rücksetzer könnten somit eher durch eine allgemeine Korrektur (Profit-taking) des Währungspaares oder durch fundamentale Veränderungen der globalen Gemütslage ausgelöst werden. Sollte diese Woche den Trend der letzten paar Tage fortsetzen, könnte EUR/USD den besten Monat seit März 2016 hinter sich bringen.

Risikoereignisse des Tages

  • DE: Ifo Geschäftsklima (10:00)

USD

Fed könnte lockere Geldpolitik untermauern

Seit der vergangenen US-Zinsentscheidung hat sich in der Welt und den Vereinigten Staaten einiges an der wirtschaftlichen und politischen Front getan. Die staatlichen Hilfspakete haben einen großen Teil der Einkommensverluste kompensiert und die Wirtschaft befindet sich auch weiterhin in der Erholungsphase. Seit dem letzten Treffen der US-amerikanischen Währungshüter im Juni sind die täglichen Neuinfektionen in den Staaten jedoch erneut deutlich gestiegen und auch die Geschwindigkeit der Wirtschaftserholung scheint an Fahrt zu verlieren.

Vor diesem Hintergrund erwarten sich Marktteilnehmer und Ökonomen am Mittwoch wohl eine breite Bestätigung der momentanen lockeren Geldpolitik. Vom Geldmarkt abgeleitete Leitzinserwartungen deuten sogar darauf, dass Marktteilnehmer in den nächsten zwei bis drei Jahren von keiner Erhöhungen der Zinsen ausgehen, trotz neuerlich steigender Inflationserwartungen auf dem 5-jährigen Zeithorizont.

Der US-Dollar ist nach der fünften wöchentlichen Abwertung infolge auf ein 22-Monats-Tief gefallen. Spekulanten an den Termingeschäftemärkten haben seit einigen Wochen eine „netto-short“ USD-Positionierung eingenommen und sind in dem Zeitraum in risikoreichere Währungen gewechselt.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Langlebige Güter (14:30)

PLN

Schwellenländer passend positioniert?

Die vergangene Woche hat sich für Währungen in Schwellenländer als eine der besten seit dem Beginn der Coronakrise ausgezeichnet. Die von der US-amerikanischen Notenbank zur Verfügung gestellte Dollar-Liquidität, die sinkenden globalen Inflationsraten und verbesserte externe Konditionen haben den Währungen deutlichen Rückenwind geboten.

Insbesondere die Anlagen in Zentraleuropa konnten von der jüngsten Einigung über das europäische Krisenhilfspaket profitieren. Der polnische Zloty und der ungarische Forint verzeichnen am Freitag die sechste tägliche Aufwertung infolge. Beide Währungen konnten gegenüber dem Euro die Abwärtstrendlinie durchbrechen und weisen kurzfristig Potenzial für Bewegungen nach oben auf.

Das größte Abwärtsrisiko liegt hierbei in einer Fortsetzung der US-China Handelsstreitigkeiten und dem Einsetzen eines risikoaversen Verhaltens. Der russische Rubel konnte von der globalen Gemütslage nicht profitieren, zumal der Ölpreis seit gut einem Monat stagniert und die russische Notenbank weiterhin expansiv agiert. Am Freitag entschieden sich die Währungshüter für eine 25-Basispunkte-Reduktion des Leitzinssatzes auf nun 4,25 Prozent, wobei weitere Lockerungen in diesem Jahr nicht ausgeschlossen werden können.

Risikoereignisse des Tages

  • CEE: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen


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