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Wöchentliche Marktberichte

Jul 14, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Risikobereitschaft drückt den Euro nach oben

Intro

Die anlaufende Bilanzsaison, in welcher Großbanken und Unternehmen ihre Zahlen für das Quartal veröffentlichen, sorgt trotz hoher Unsicherheiten für Vorfreude. Der Optimismus zeigt sich in den globalen Börsenbewertungen. Der deutsche DAX beendet den Tag 1,32 Prozent im Plus. Der techniklastige US-amerikanische Nasdaq verzeichnet innerhalb der letzten sieben Tage sechs neue Allzeithöhen und geht auch gestern erneut stärker aus dem Handel. Die gestrige Risikobereitschaft treibt die Preise sicherer Staatsanleihen nach unten und gibt der europäischen Gemeinschaftswährung Rückendwind, welche sich gegenüber den meisten Währungen festigen kann. Der US-Dollar und der Schweizer Franken werten ab.

Wie auch in den vergangenen Wochen müssen hierbei die Risiken im Auge behalten werden. Die Divergenz zwischen den steigenden Bewertungen risikoreicher Anlagen und der nun fast stagnierenden Wirtschaftserholung muss nicht unbedingt zu sinkenden Kursen führen. Vielmehr scheinen Investoren den Schwächeanfall des ersten Halbjahres hinter sich gelassen zu haben. Der Fokus liegt auf der langen Sicht. Nichtsdestotrotz müssen die Börsenbewertungen und die Gesundheit der Wirtschaft langfristig konvergieren, um die Unsicherheiten zu reduzieren und ein neues Gleichgewicht zu etablieren.

Ganz im Gegenteil zu dem gestrigen Handelstag bieten die nächsten 24 Stunden eine breite Fülle an neuen Wirtschaftsveröffentlichungen. Die Augen sind dabei auf den europäischen Kontinent gerichtet. Zwei Tage vor der Zinsentscheidung der EZB erwarten sich Marktteilnehmer neue Erkenntnisse über den Stand der Binnenwirtschaft. Den Anfang machen die deutsche Inflation und das britische Bruttoinlandsprodukt (09:00), welche von den europäischen Konjunkturerwartungen (11:00) und der polnischen Zinsentscheidung (13:00) gefolgt werden. Am Nachmittag verschiebt sich mit der Veröffentlichung der US-Inflation (14:30) der Fokus erneut in auf die Vereinigten Staaten.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 12.984.811

Weltweit bestätigte Todesfälle: 570.259

Weltweit bestätigte Genesungen: 7.156.925

EUR

Politisch geladene Woche

Angesichts der fehlenden Datenlage wird die europäische Gemeinschaftswährung von der gestrigen Verbesserung des Risikosentiments nach oben getragen. Gegenüber dem US-Dollar verzeichnet der Euro die größte tägliche Aufwertung seit dem 22. Juni. Obwohl die wichtige Barriere bei 1,1330/50 gefallen ist, bleibt das Niveau um 1,1375 ein hartnäckiger Widerstand. An Risikoereignissen und potenziellen Katalysatoren fehlt es dem Währungspaar in dieser Woche nicht.

Neben der Datenlage wird sich EUR/USD ebenfalls von der Zinsentscheidung der europäischen Notenbank und dem Gipfel der Europäischen Union beeinflussen lassen. Ein nachhaltiger Ausbruch jenseits des wöchentlichen und monatlichen gleitenden Durchschnitts (1,1330/50) birgt Aufwärtspotenzial. Aufgrund der hohen spekulativen Positionierung bleibt das Währungspaar im Falle negativer Ereignisse anfällig für Rücksetzer. Beispiele externer Risikofaktoren wären ein Nichtzustandekommen des europäischen Hilfspakets und ein erneuter Anstieg der Covid-19 Todesraten in Europa.

Risikoereignisse des Tages

  • DE: Inflation (09:00)
  • EZ: ZEW Konjunkturerwartungen (11:00)

USD

US-China Anspannung ignoriert

Inmitten der jüngsten wirtschaftlichen Erholungsversuche und der Sorgen um eine zweite Infektionswelle scheinen Investoren den amerikanisch-chinesischen Handelskrieg in den Hintergrund gedrängt zu haben. Und auch wenn die neuen Entwicklungen in dem diplomatischen Disput derzeit kein Potenzial besitzen, die Märkte fundamental zu bewegen, sollten sie kurz vor der US-Präsidentschaftswahl im Auge behalten werden.

Das chinesische Außenministerium hatte am Montag Pläne angekündigt, Sanktionen gegen hochrangige Vertreter der Trump-Regierung zu verhängen. Die Maßnahme soll als Protest gegen die jüngsten Sanktionen des Weißen Hauses gegen Peking dienen. In der Zwischenzeit planen die Vereinigten Staaten nun offiziell, einzelne Ansprüche Chinas im südchinesischen Meer abzulehnen. Die beiden Ereignisse spiegeln den facettenreichen Konflikt zwischen den beiden Nationen wider, welcher sich nicht nur auf die Handelsebene beschränkt.

Die Märkte reagieren kaum auf die jüngsten Anspannungen zwischen China und den USA. Die Abwertung des USD/CNH unter die psychologische Unterstützung 7,00 gibt Marktteilnehmern die Hoffnung, dass Peking zumindest Währungspolitisch nicht auf eine Konfrontation aus ist. Der Shanghai Aktienindex ist seit Beginn des Jahres um knapp 13 Prozent gestiegen.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Inflation (14:30)

PLN

Präsident fixiert zweite Amtszeit

Das politische Momentum bleibt in Polen weiterhin in den Händen der regierenden PiS-Partei. In einer knappen Entscheidung fixiert der amtierende Präsident (Andrzej Duda) mit 51,1 Prozent der Stimmen die zweite Amtszeit. Mit der parlamentarischen Mehrheit verfügt die Prawo i Sprawiedliwość (Recht und Gerechtigkeit) nun über eine breite Kompetenz, um die politische Landschaft umzugestalten. EUR/PLN verzeichnet nach einer tagelangen bereichsgebundenen Bewegung den Ausbruch aus der seit Anfang Juni gebildeten Keilformation.

Der Ausbruch jenseits der Barriere 4,4750 könnte weiteres Aufwärtspotenzial bieten, insbesondere wenn sich das Währungspaar nachhaltig über dem nun als Unterstützung fungierenden Niveau halten kann. Auf den Sieg von Andrzej Duda ist der Schwächeanfall jedoch nicht zurückzuführen, da die meisten Währungen gegenüber dem Euro Verluste einstecken mussten. Die heutige Aufmerksamkeit gilt der polnischen Notenbank, auch wenn Ökonomen von keiner Veränderung des Zinsniveaus ausgehen.

Risikoereignisse des Tages

  • PL: Zinsentscheidung (13:00)


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