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Wöchentliche Marktberichte

Jul 13, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Eine entscheidende Woche steht bevor

Intro

Die Bewegungen an den Finanzmärkten lassen weiterhin eine Richtungslosigkeit und ein fehlendes Vertrauen der Investoren in die eigene Positionierung vermuten. Somit schaffen es Schlagzeilen immer wieder, tägliche Schwankungen an den Börsen zu verursachen. Die erste Phase, also die kurfristig v-förmige Erholung der Leitindikatoren und Aktienmärkte, scheint nun zu Ende zu sein. In der zweiten Stufe wird es darum gehen, das kurzfristig positive Momentum der Weltwirtschaft in eine nachhaltige Erholung zu verwandeln.

Wöchentliche Indikatoren wie die Platzreservierungen bei Restaurants oder die Kapazitätsauslastungen bei internationalen Flügen zeigen auf ein Abschwächen der anfänglichen Erholung . Vor diesem Hintergrund wird die anstehende Woche von Bedeutung sein. Neben den Veröffentlichungen der US-amerikanischen Industrieproduktion und den Einzelhandelsumsätzen, dem chinesischen Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal und dem europäischen Konjunktursentiment steht politisch viel auf dem Spiel. Ebenfalls beginnt in den USA erneut die „Earnings Season“, in welcher Banken und Unternehmen die Zahlen für das letzte Quartal offen legen. Laut dem Wall Street Journal ist die Diskrepanz zwischen den einzelnen Gewinnprognosen am höchsten Niveau seit mindestens 2007.

Zum einen finden sich die Währungshüter in der Eurozone, Japan, Kanada und Polen ein und entscheiden über das derzeitige Zinsniveau. Die Treffen sollten aufgrund der fehlenden Erwartung der Zinsveränderung trotz der Möglichkeit einzelner Überraschungen eher geringe Schwankungen an den Märkten mit sich bringen. Am Freitag treffen sich die Entscheidungsträger der europäischen Union, um über das vorgeschlagene 750 Milliarden Euro schwere Hilfspaket zu debattieren.

Für ölabhängige Währungen könnte die Woche ebenfalls neue Entwicklungen bringen . Laut dem Wall Street Journal  - unter Berufung auf interne Quellen – könnte die von Saudi-Arabien angeführte OPEC eine Lockerung der Produktionskürzungen planen. Anstatt den 9,7 Millionen könnte die freiwillige Reduktion der Förderungsmenge nur noch 7,7 Millionen Barrel pro Tag betragen. Obwohl ein am Freitag von der Internationalen Energieagentur veröffentlichter Bericht davon ausgegangen ist, dass der Rohstoffmarkt wohl das Schlimmste hinter sich gelassen hat, bleibt der weitere Weg ein holpriger. 

Weltweit bestätigte Coronafälle: 12.776.232

Weltweit bestätigte Todesfälle: 566.036

Weltweit bestätigte Genesungen: 7.031.617

EUR

Zwei mögliche Katalysatoren

Die europäische Gemeinschaftswährung beginnt das zweite Halbjahr mit einem positiven Auftakt und verzeichnet die dritte wöchentliche Aufwertung infolge. Nichtsdestotrotz bleibt die Währung gegenüber dem US-Dollar unterhalb der Barriere 1,3030/50 positioniert. Das Niveau konnte in den letzten zwei Monaten zwar fünf Mal kurzfristig durchbrochen werden. Nachhaltig schaffte es EUR/USD jedoch nicht, den Ausbruch jenseits des wöchentlichen/monatlichen gleitenden Durchschnitts zu bestätigen.

Als zwei potenzielle positive Faktoren könnten sich die europäische Zinsentscheidung am Donnerstag und der EU-Gipfel am Freitag  etablieren. Eine Bestätigung einer nachhaltigen geldpolitischen Pause und des Hilfspakets könnten als Aufwärtskatalysatoren dienen. Bulgarien und Kroatien befinden sich seit letzter Woche in der zweiten Phase des europäischen Währungsmechanismus und sind nun einen Schritt näher zur vollständigen Euro-Adaption.

Risikoereignisse des Tages

  • EZ: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

USD

Daten- und sentimentgetriebe

Die jüngste Rally der chinesischen Börsen und des Renminbi bot risikoreicheren Anlagen und Währungen weltweit Rückendwind. Das Unterlaufen der psychologischen Unterstützung bei USD/CNH 7,00 gilt als symbolisches Zeichen dieser optimistischen Welle. Derzeit profitieren die Währungen in Schwellenländer von der Lockerung des US-Dollars und den Hoffnungen einer Erholung der Weltwirtschaft. In dieser Woche könnte diese Annahme bestätigt werden, oder unter der Beweislast neuer Wirtschaftsdaten fallen.

Die globale Leitwährung geht leicht geschwächt in die Woche, könnte jedoch von besser als erwarteten Daten profitieren. Als ein weiterer temporärer bullischer Faktor könnte sich die bevorstehende Frist zur Bezahlung der Steuerlast (2019) am Mittwoch herausstellen. Meist sinkt die Liquidität an den Märkten vor der Frist, was zu höheren Staatsanleihenrenditen am kurzen Ende führen kann, ein nettopositiv für den Dollar.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen

PLN

Noch keine Entscheidung bei den Wahlen

Bei der gestern stattgefundenen Präsidentschaftswahl in Polen, von politischen Analysten als die wichtigste seit dem Ende der kommunistischen Führung 1989 gesehen, bleibt es spannend. Nach den ersten Auszählungen liegt der amtierende Staatschef Andrzej Duda mit nur 51 Prozent vorne. Die knapp zweiprozentige Fehlerquote lässt jedoch Spielraum für mögliche Änderungen des Ergebnisses. Ein endgültiges Wahlergebnis steht voraussichtlich frühestens heute Abend bevor. Ein Sieg des liberalen Bürgermeisters Warschaus, Rafal Trzaskowski, könnte erhebliche Änderungen des politischen Kurses mit sich bringen. Zwar bleiben dem Präsidenten limitierte Aufgabenbereiche überlassen. Nichtsdestotrotz könnte Trzaskowski der derzeit amtierenden PiS Partei als zweite Kraft entgegenwirken und eine zu starke Konfrontation mit Brüssel limitieren. Der polnische Zloty reagiert kaum auf die politischen Ereignisse.

Risikoereignisse des Tages

  • CEE: Keine Wirtschaftsveröffentlichungen


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