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Jul 09, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Dichotomie zwischen den Aktienmärkten und Gold

INTRO

Die derzeitigen Bewegungen an den globalen Aktienmärkten scheinen klar den Optimismus der Investoren widerzuspiegeln. Die Rally risikoreicher Anlagen kann größtenteils als Konsequenz der Lockerungen staatlicher Sperrmaßnahmen und der geldpolitischen Expansion gesehen werden und beruht auf der Annahme einer wirtschaftlichen Erholung in den kommenden Quartalen. Kurzfristig wird diese Annahme gänzlich erfüllt. Neben der jüngsten Expansion der Börsen in entwickelten und in entwickelnden Ländern wird diese Erholung am stärksten an den globalen Rohstoffmärkten deutlich.

Die Preise von Öl, Aluminium, Kupfer und Stahl konnten sich alle seit den Tiefen im März und April erheblich festigen. Die globale Nachfrage nimmt mit den Öffnungen der Fabriken wieder Fahrt auf. Nichtsdestotrotz kämpfen risikoreiche Anlagen, welche von einem Beibehalten des positiven Sentiments abhängen, zuletzt immer mehr mit dem Setzen von neuen Höhen. Die US-amerikanische Notenbank hat nach der massiven Expansion im April, Mai und Juni erneut eine marginale Bilanzreduktion vorgenommen. Nach dem Erreichen des Allzeithochs bei knapp 7,16 Billionen US-Dollar verzeichnete die Bilanz in den vergangenen Wochen eine Schrumpfung um 150 Milliarden US-Dollar. Die von der Liquidität abhängigen Märkte scheinen es zu spüren.

Vor diesem Hintergrund scheinen sich somit zwei große Abwärtsrisiken herauskristallisiert zu haben . Zum einen hätte ein Inkrafttreten erneuter Grenzsperrungen auf globaler Ebene verheerende Folgen für einzelne illiquide Unternehmen und Staaten. Zum anderen  könnte eine unerwartete Reduktion der Zentralbank-Liquidität die Stimmung an den Finanzmärkten dämpfen. Die Dichotomie zwischen dem kurzfristigen Optimismus und den mittelfristigen Sorgen ist nicht zu verkennen und erklärt den gleichzeitigen Anstieg der Aktienmärkte und sicheren Anlagen wie Gold.

Ein großer Teil der Edelmetall-Rally kann zwar auf die Erwartungen eines Inflationsanstiegs zurückgeführt werden. Wäre dies der einzige Preistreiber, müssten Aktien, welche in Perioden der hohen Inflation schwächere Renditen abwerfen, ebenfalls betroffen sein. Dies ist derzeit noch nicht zu erkennen. Vielmehr treibt die enge negative Korrelation zwischen Gold und den US-Staatsanleihenrenditen die Bewegungen des Edelmetalls.  Im ersten Halbjahr sind 40 Milliarden US-Dollar in gold-basierte börsennotierte Indexfonds geflossen.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 11.900.855

Weltweit bestätigte Todesfälle: 545.728

Weltweit bestätigte Genesungen: 6.491.377

EUR

Pausiert die EZB?

Den unmittelbaren Schock, welcher durch die Coronakrise ausgelöst wurde, haben die Mitglieder der Eurozone fürs Erste überstanden. Nun geht es laut der deutschen Bundeskanzlerin um die Stärkung der gemeinsamen Beziehungen und die Zusammenarbeit in der Bewältigung verbleibender Problemfelder. Angela Merkel appellierte in Brüssel an alle Seiten und forderte die Bereitschaft, Kompromisse einzugehen. Deutschland und Frankreich haben mit dem Vorschlag der Ausweitung des Hilfspakets im Wert von 500 Milliarden Euro den ersten Schritt gemacht. Bei einem Treffen der spanischen und italienischen Regierungschefs in Madrid suggerierte Guiseppe Conte die Möglichkeit eines Zusammenbruchs des Binnenmarkts, sollte der Weg der gemeinsamen Krisenbekämpfung nicht eingeschlagen werden.

In der Zwischenzeit schlägt der EZB-Vizepräsident einen positiven Ton an. Laut Luis De Guindos scheint die Datenlage einen vorsichtigen Optimismus zu rechtfertigen. Marktteilnehmer scheinen dies als Zeichen gedeutet zu haben, dass sich die Europäische Notenbank fürs Erste mit neuen Stimulusmaßnahmen zurückhalten wird.

EUR/USD wertet beachtlich über die 1,13 auf und steht nun vor der Barriere bei 1,1330. Ein nachhaltiges Überwältigen des Niveaus könnte 1,1375 und 1,1420 ins Visier bringen.

USD

Globaler Anstieg der Coronafälle

Hongkong und Tokio verzeichnen die größten täglichen Neuinfektionen seit Anbeginn der Coronakrise, während ein erneuter Ausbruch in Mexiko die Zahl der positiv getesteten Personen auf 275.000 ansteigen lässt. In Europa scheinen sich die Anzeichen einer zweiten Infektionswelle in Grenzen zu halten. Auch im Falle erneut steigender Todesfälle könnte sich eine Rückkehr in die Isolation schwierig gestalten und geringe Akzeptanz bei der Bevölkerung finden. Dies zeigt sich in Serbien, nachdem der jüngste Infektionsausbruch zu einer Quarantäne-Verordnung und konsequenten Protesten gegen die Maßnahme geführt hatte.

Der handelsgewichtete US-Dollar-Index wertet auf ein vierwöchiges Tief ab und durchbricht die Unterstützung bei 96,40.

PLN

Bereichsgebundene Bewegungen

Trotz der interessanten Neuentwicklungen an der globalen Finanzbühne halten sich die Währungsbewegungen in Zentral- und Osteuropa in Grenzen. EUR/PLN könnte mit einem Ausbruch jenseits der 4,48 neues Aufwärtspotenzial schaffen, während EUR/CZK die jüngst gefundene Stabilität untermauert. Noch können die CEE-Währungen nicht von der EUR/USD Stärke profitieren.


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