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Wöchentliche Marktberichte

Jul 01, 2020 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fiskalische Dominanz und die Rolle der Notenbanken

Intro

Die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer, welche in den vergangenen Wochen und Monaten auf die Geldpolitik fixiert war, scheint sich nun erneut auf die Realwirtschaft zu verlagern. Aussagen von Zentralbankern nehmen in den letzten Tagen eine geringere Rolle als Treiber von Wechselkursbewegungen ein. Wahrscheinlich auch, weil die lockere Geldpolitik in einen historisch geringen globalen Leitzins gemündet ist, welcher keinen Spielraum für großartige Zinssenkungen lässt. Die gestrige Stellungnahme des Präsidenten der US-amerikanischen Notenbank untermauert diese Annahme. Laut Jerome Powell hat die Abflachung der Infektionskurve die höchste Priorität eingenommen. Dies verringert die Unsicherheit rund um die sogenannte Forward-Guidance der Notenbanken.

Niedrige Zinsen könnten den Märkten somit noch eine Weile lang als Stütze dienen, zumal neben den Staatsschulden auch die Schuldenemission von Unternehmen am Steigen sind. Laut einem Bericht von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) könnte diese Notwendigkeit der niedrigen Zinsen dazu führen, dass die Zentralbanken von den Regierungen dominiert werden. Laut der BIS könnte der globale Schuldenstand von 82,8 Prozent im Jahr 2019 auf knapp über 100 Prozent in diesem Jahr ansteigen.

Die geldpolitische Lockerung und die jüngste, fast schon v-förmige Erholung der Wirtschaftsdaten hat diese Unsicherheiten annähernd kompensiert. Der US-amerikanische Aktienleitindex schließt das beste Quartal der letzten 20 Jahre ab. Der deutsche DAX notiert 48 Prozent höher als noch zum Tiefpunkt der Coronakrise im März. Am gestrigen Handelstag überrascht das US-Verbrauchervertrauen die Erwartungen der Ökonomen, was eine ausgeprägte Kapitalverlagerung in risikoreichere Währungen zur Folge hatte.

Weltweit bestätigte Coronafälle: 10.375.897

Weltweit bestätigte Todesfälle: 507.373

Weltweit bestätigte Genesungen: 5.285.143

EUR

Euro-Schwäche

Der gestrige Handelstag war trotz der ersichtlichen Kapitalverlagerung in risikoreiche Währungen von Schwellenländer paradoxerweise auch durch eine erhöhte Nachfrage nach sicheren Währungen gekennzeichnet. Der US-Dollar und der Schweizer Franken können sich beide gegenüber dem Euro festigen. EUR/USD notiert jedoch weiterhin über der unmittelbaren Unterstützung bei 1,1220/1,1180. Bei EUR/CHF könnte ein Unterlaufen von 1,0630 neues Abwärtspotenzial entfachen.

  • DE: Arbeitsmarktdaten (09:55)

USD

Verbrauchervertrauen festigt sich

Das US-amerikanische Verbrauchervertrauen verzeichnet den größten monatlichen Anstieg seit 2011 und festigt sich um 12,2 Zähler auf einen Wert von 98,1. Sowohl die Einschätzung der momentanen Wirtschaftssituation, als auch die zukünftigen Konjunkturerwartungen konnten sich festigen. Der Gesamtindex bleibt jedoch weiterhin unter dem Vorkrisenniveau.

Risikoereignisse des Tages

  • US: Einkaufsmanagerindex (16:00)
  • US: Protokolle der letzten Zinsentscheidung (20:00)

CZK

Automobilproduktion unter Druck

Laut dem tschechischen Verband der Automobilindustrie bringen die schwache globale Nachfrage und die heimischen Sperrmaßnahmen schwerwiegende Folgen mit sich. Die Automobilproduktion könnte in diesem Jahr um 20 Prozent sinken. Dies hätte makroökonomische Konsequenzen, zumal die Großkonzerne Skoda, Hyundai und die kleineren Hersteller knapp 10 Prozent des tschechischen Bruttoinlandsprodukts ausmachen. Die Automobilindustrie repräsentiert ebenfalls 23 Prozent der Industrieerträge, wobei mehr als 80 Prozent der Nachfrage aus dem Ausland kommen. Im April hatte die Branche den größten monatlichen Rücksetzer erlebt, nachdem die Produktion um 88,5 Prozent gesunken war.

  • EUR/CZK bewegt sich am oberen Limit der momentanen Bewegungsspanne zwischen 26,47 und 26,78.
  • EUR/RUB könnte nach der gestrigen Aufwertung Potenzial nach oben entwickeln, wenn der gestrige Ausbruch erfolgreich gemeistert wird. Bestätigung würde dieses Szenario bei einem wöchentlichen Schlusskurs von 79,00 finden.
  • EUR/HUF macht nach der sechsten täglichen Aufwertung infolge bei der Barriere 357,30 halt.

Risikoereignisse des Tages

  • HU: Einkaufsmanagerindex (09:00)
  • PL: Einkaufsmanagerindex (09:00)
  • CZ: Einkaufsmanagerindex (09:30)


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